Antike Spindeltaschenuhren


Direkt zum Seiteninhalt

Selbstschlaguhren

38
Spindeltaschenuhr mit Stundenselbstschlag
Peter Garon, London ca. 1715
Gehäuse:
silbernes Repoussé-Gehäuse einer englischen Uhr mit ornamental und floral durchbrochenem Rand, am Glasrand Reliefkartuschen mit Landschaftsdarstellung und spielenden Hunden. In den Reliefkartuschen an der Gehäuseschale Büsten von Göttinnen und römischen Feldherrn, im Zentrum Diana mit Windhund, mittig zwei Aufzugslöcher, in das Gehäuse eingepasste Glocke.
Zifferblatt:
silbernes Champlevé-Zifferblatt mit gebläuten Stahlzeigern, Stundenanzeige mit schwarzen, römischen Zahlen, Halbstundenmarkierungen in Lilienform, arabischen Minutenzahlen 5-60, im Zentrum umrankte Kartuschen mit
Händlersignatur Zölling London.
Werk:
feuervergoldetes, hohes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, kunstvoll gestalteter Spindelkloben mit Vogelmotiven, gebläuter Schraube, reich verziertes Federhaus, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Federvorspannung über Wurmschraube unter dem gravierten Federhaus, Aufzug von hinten für Geh- und Schlagwerk separat, Stundenselbstschlag (petite Sonnerie) mit einem Hammer auf Glocke - auch manuell auszulösen über versteckten Knopf am Gehäuse bei der Eins.
Signatur Peter Garon London.
Maße:
Höhe 76 mm (ohne Pendant 54 mm), Breite 55 mm, Dicke 32 mm

Peter Garon, London

bekannter Uhrmacher, ab 1687 Mitglied der Clockmakers Company, verschiene Museen besitzen ausgefallene Stücke von ihm, lt. Baillie Seite 119 machte er 1709 Bankrott.
Möglicherweise erwarb Zölling, der im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts in London und Hamburg tätig war, die Konkursmasse und versah die Zifferblätter mit seinem Namen.
Selbstschlag (Sonnerie)
„Grand Sonnerie“ ist ein Selbstschlagwerk, das vor jedem Viertelstundenschlag auch die jeweilige Stunde schlägt. Bei der „Petite Sonnerie“ erfolgt der Stundenschlag nur zu den vollen Stunden.

39
Spindeltaschenuhr mit Halbstunden-Selbstschlag
Japy, Beaucourt/Jura ca. 1800 (Werkproduzent)
Gehäuse:
guillochiertes, rotgoldenes Gehäuse mit kanneliertem Rand, Staubschutzdeckel, gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers EP 5313, Werk im Gehäuse mit Schrauben befestigt, gesamte Erscheinung der Uhr deutet auf den Handel mit Spanien hin.
Zifferblatt:
Gold-Zifferblatt gekörnt und getrieben, außen ein Blätterkranz, gebläute Stahlzeiger, Stundenanzeige mit schwarzen, römischen Zahlen.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing, fein durchbrochene, vergoldete Spindelbrücke, dreischenkelige Goldunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten separat für das Gehwerk und das Selbstschlagwerk
(petite Sonnerie jede 30 Minuten), Schlag auf zwei Tonfedern, Auslösung manuell durch Druck auf Pendant.
Signatur Japy 13 unter dem Zifferblatt.
Maße:
Höhe 77 mm (ohne Pendant 55 mm), Breite 56 mm, Dicke 21 mm
Guillochiertes Zifferblatt
Regelmäßige, maschinell gravierte Verzierung des Zifferblattes in Form von feinen, eng beieinander angeordneten Linien, bekannt und beliebt seit der Empirezeit.




Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü