Antike Spindeltaschenuhren


Direkt zum Seiteninhalt

Schmuckuhren

79
Schmuck-Taschenuhr mit Chatelaine

George Hanet, London ca. 1750
Gehäuse:
blaugraues Achat-Gehäuse, Deckel- und Schalen in 22 Karat Gelbgold eingefasst, Deckel besteht aus dem Glas und sechs gerahmten Achatfeldern, Knopf zum Öffnen des Gehäuses mit Diamantrose geschmückt.
Chatelaine:
zum Gehäuse passende 4stufige Chatelaine mit blaugrauem Achat eingefasst in Schmuckstufen in Form von Rocaillen aus 22 Karat Gelbgold, gehalten von Ketten mit vier Anhängern, daran eine passende Achat-Petschaft und ein massiv geformter Aufzugschlüssel.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen von 5 bis 60, Aufzug zwischen der Vier und der Fünf.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit reich verzierter, durchbrochenerSpindelbrücke, pilasterförmige Pfeiler, dreischenkelige Messingunruh. Als Index für die silberne Regulierscheibe dient ein Pfeil der gesägten Platinenabdeckung. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Spindelhemmung.
Signatur Jn. & Geo. Hanet, London 278.
Maße:
Höhe 55 mm (ohne Pendant 42 mm), Breite 42 mm, Dicke 23 mm
Chatelaine 120 mm lang und 55 mm breit
Literatur:
Louvre, Les Montres et horloges de table S. 144

80
Schmuck-Taschenuhr mit Chatelaine

Isaak Charleson, London ca. 1750
Gehäuse:
durchbrochenes 22karätiges Gelbgold-Gehäuse, graviert mit Maskaron, Blumen und Bandornamenten sowie im Zentrum der glatten Unterseite mit einer sechsteiligen Rosette. Im Gehäuseboden ist die Glocke für das Schlagwerk verschraubt. Deckel und Schale des Übergehäuses zieren feine Durchbruchsarbeiten. Am Rand und im Zentrum Blutjaspiseinlagen jeweils gerahmt von Ornamenten aus Perlmutt.
Chatelaine:
zum Gehäuse passende 4stufige Chatelaine mit feuervergoldeten Bronze-Schmuckstufen, auf zweien ist je eine mythologische Szene dargestellt, gehalten von Ketten mit zwei Anhängern, daran eine passende dreistufige Petschaft und ein massiver goldener Aufzugschlüssel.
Zifferblatt:
goldenes Champlevé-Zifferblatt mit gebläuten, schmalen Zeigern, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen von 5 bis 60, Stundenziffern und Minuterie bilden Arkaden, Halbstundenzeichen in Lilienform, mittig bänderförmige Kartuschen mit der Signatur Charleson London.

Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk mit Rankenwerk durchbrochenemSpindelkloben, silberner Staubschutzdeckel mit Gravur London, pilasterförmige Pfeiler, dreischenkelige Stahlunruh. Die silberne Regulierscheibe besitzt als Index eine gravierte Volutenspitze der Platinenabdeckung. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Schlagwerk mit Repetitionauszulösen durch Druck auf Pendant, Stummschaltung über Hebel bei der 7 möglich, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Aufzug von hinten.
Signatur Charleson London 3118.
Maße:
Höhe 69 mm (ohne Pendant 48 mm), Breite 48 mm, Dicke 28 mm
Chatelaine 115 mm lang und 41 mm breit
Blutjaspis
Blutjaspis ist eine Chalcedon-Varietät von grüner Grundfarbe mit roten Einschlüssen. Anfangs wurde er zur Herstellung von Siegelstöcken und Gemmen verwendet. In der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden bisweilen ganze Taschenuhr-Gehäuse aus Jaspis gefertigt.


81
Schmuck-Taschenuhr mit Chatelaine

Joseph Brookes, London 1778
Gehäuse:
22karätiges, glattes Goldgehäuse, im Gehäuseboden gepunzt mit Löwe, Leopard und c, Hallmark für 1778, sowie TG (Thomas Gilpin, Gehäusemacher). Das goldene Übergehäuse ist floral in grün und kobaltblau emailliert, im Zentrum ein Medaillon mit Blütenkorb und Laute, der Deckelrand geschmückt mit blauen und weißen Emailblumen.
Chatelaine:
zum Gehäuse passende fünfstufige Chatelaine in 22karätigem Gelbgold mit kobaltblauer Emailverzierung, Schmuckstufen mit Blumengebinden verziert, gehalten von Ketten mit zwei Anhängern, daran eine passende Wappen-Petschaft und ein massiv geformter, goldener Aufzugschlüssel.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Louis XV-Zeigern, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen von 5 bis 60.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit durchbrochenemSpindelkloben, Diamantdeckstein, ägyptischen Pfeilern, dreischenkelige Stahlunruh. Silberne Regulierscheibe mit gesägtem Pfeil als Teil der Platinenabdeckung, welcher als Index dient. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Federvorspannung über Wurmschraube unter dem Federhaus, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Aufzug von hinten.
Signatur Josh. Brookes London 6732.
Maße:
Höhe 61 mm (ohne Pendant 48 mm), Breite 48 mm, Dicke 25 mm
Chatelaine 125 mm lang und 55 mm breit
Champlevé-Email
Champlevé-Email (Grubenschmelz) ist eine der Techniken des Emaillierens. In den Trägergrund werden mit Säure Vertiefungen geätzt, graviert oder gepresst und in die Vertiefung wird Emailpulver verteilt und danach eingeschmolzen. Schon im Mittelalter war diese Technik bekannt.


82
Schmuck-Taschenuhr als Anhänger

Amalric Freres, Genf ca. 1785
Gehäuse:
filigranes, ovales Goldemail-Medaillon mit zentral eingesetztem Uhrengehäuse, beides in vielfarbiger Champlevétechnik gearbeitet, es dominieren die Farben kobaltblau, karminrot, grün, weiß und himmelblau. Verschiedene Blumen und Tauben bilden die Motive, rückseitig ist die Unruh unter Glas sichtbar.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen lanzenförmigen Zeigern, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen von 15 bis 60, Aufzug zwischen der Eins und der Zwei, in der unteren Hälfte
Uhrmachersignatur Amalric Freres.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, durchbrocheneSpindelbrücke, pilasterförmige Pfeiler, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Originalschlüssel, Originaletui.
Signatur Amalric Freres 20293.
Maße:
Höhe 26 mm (ohne Pendant 26 mm), Breite 26 mm, Dicke 15 mm
Anhängermedaillon 70mm x 55 mm
Literatur:
Patrizzi, Schmuckuhren
Email
Eine durch Metalloxydpigmente gefärbte verglaste Schmelzmasse aus Quarzsand und Flussspat unter Zusatz von Borax, Soda und Bleioxyd. Verschiedenste Techniken werden genutzt beim Schmuck von Taschenuhren.



83
Schmuck-Taschenuhr in Form einer Mandoline

L´Epine, Paris ca. 1790
Gehäuse:
ovales, 18karätiges Goldemail-Gehäuse in Form einer Mandoline mit zentral eingesetztem Uhrgehäuse, in mehrfarbiger Champlevétechnik gearbeitet, es dominieren die Farben karminrot, grün, kobaltblau, weiß und himmelblau, verschiedene Blumen, ein Schwan, ein Kranich und ein flammendes Herz bilden die Motive.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Louis XVI-Zeigern, schwarze, römischen Stundenzahlen, ausgenommen die Zwölf, die rot dargestellt wird, Aufzug zwischen der Eins und der Zwei.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit symmetrischen Motiven durchbrocheneSpindelbrücke, pilasterförmige Pfeiler, dreischenkelige Stahlunruh, messingfarbene Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur L´Epine a Paris.
Maße:
Höhe 21 mm (ohne Pendant 21 mm), Breite 21 mm, Dicke 10 mm
Mandoline 58mm x 25 mm x 15 mm
Literatur:
Patrizzi, Schmuckuhren
Formuhren
Den Formuhren, die um 1800 in Mode kommen, sieht man auf den ersten Blick nicht an, dass es sich um Uhren handelt. Zum einen, weil diese kleinen Schmuckuhren als Anhänger oder Brosche getragen werden und zum anderen, weil das Zifferblatt meist verborgen und erst durch das Öffnen eines Deckels sichtbar wurde. Die Formen dieser Schmuckuhren waren äußerst vielfältig: Geigen, Mandolinen, Harfen, Früchte, Blumen, Käfer und Schmetterlinge. Neben Gold und unterschiedlichen Emailtechniken kommen als Verzierungen auch Schmucksteine wie Türkise, Rubine, Diamanten und Halbperlen zur Anwendung.

84
Schmuck-Taschenuhr in Form einer Melone

anonym, wohl Genf ca. 1795
Gehäuse:
melonenförmiges Goldemail-Gehäuse mit zentral eingesetztem Uhrgehäuse, Segmente in Champlevétechnik vielfarbig gearbeitet, es dominieren die Farben grün, blau, karminrot, weiß und schwarz. Verschiedene Blumen und Tauben bilden die Motive.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit gebläuten Lochzeigern, arabische Stundenzahlen, Aufzug zwischen der Eins und der Zwei.
Werk:
vergoldetes Platinenwerk aus Messing mit durchbrochenerSpindelbrücke, pilasterförmige Pfeiler, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Maße:
Höhe 20 mm, Breite 20 mm, Dicke 8 mm -
Anhängermelone 38 mm (ohne Pendant 29 mm) x 24 mm
Literatur:
Patrizzi, Schmuckuhren


107
Schmuck-Taschenuhr mit Chatelaine

Henry Voisin, Paris 1785
Gehäuse:
18karätiges Goldemailgehäuse, im Gehäuseboden unleserlich gepunzt. Das Gehäuse ist floral in grün und kobaltblau emailliert, im Zentrum ein piquierter Blütenkorb, der Deckelrand geschmückt mit goldenen, blauen und weißen Emailblumen.
Chatelaine:
zum Gehäuse passende dreistufige Chatelaine in 18karätigem Gelbgold mit kobaltblauer Emailverzierung, Schmuckstufen mit Emailmedaillon (Putten-darstellung) und Blumengebinden verziert, gehalten von Ketten mit zwei Anhängern, daran eine passende Petschaft und ein goldener Aufzugschlüssel.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, arabischen Stunden- und Minutenzahlen von 15 bis 60, Uhrmachersignatur über und VOISIN unter der Zeigerachse, Aufzug bei der Zwei.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit durchbrochenerSpindelbrücke, zylindrischen Pfeilern, dreischenkeliger Messingunruh, Regulierung über Stahlhebel. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Henry Voisin a Paris N 1271 H.
Maße:
Uhr Höhe 70 mm (ohne Pendant 50 mm), Breite 49 mm, Dicke 17 mm
Chatelaine 170 mm lang und 45 mm breit



99
Schmucktaschenuhr mit sichtbarer Unruhe
Anonym, wohl Genf ca. 1790
Gehäuse:
goldene Miniatur-Schmuckuhr im Originaletui. Die Deckelseite ist mit rotem, transluzidem Email dekoriert, im Zentrum wird von Saatperlen und einem Diamanten im Rosenschliff ein sechsstrahliger Stern gebildet. Den Schmuckrand bilden Saatperlen. Die Rückseite ist graviert mit strahlenförmigen Motiven, durch den kleinen Glaseinsatz ist die Unruh zu sehen. Der Glasdeckel ist am Rand mit Saatperlen verziert.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen, glatten Zeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen, Minutenanzeige durch Strichskala, Aufzug von vorn bei der Zwei.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, zylindrische Pfeiler, Spindelbrücke durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Maße:
Höhe 35 mm (ohne Pendant 25 mm), Breite 25 mm, Dicke 14 mm


108
Spindeltaschenuhr mit Emailübergehäuse
Edward Prior, London 1815
Gehäuse:
18karätiges, goldenes Gehäuse einer englischen Schmuckuhr, Lünette mit stark gewölbtem Originalglas mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, innen gepunzt mit laufendem Löwen, Leopardenkopf und U für 1815 sowie 18 K.Gehäuse und Übergehäuse mit vielfarbigem Cloisonné-Email und minutiösem Maleremail in flächendeckender Form geschmückt, mittig ein Sommerblumenbuket und in der Übergehäusemitte eine Seelandschaft mit Schloss und Segelschiff, wohl von Richter/Genf gemalt.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit Stundenanzeige mit türkischen Stundenzahlen und Minutenskala von 5 bis 60 und goldenen Zeigern. In die freien Flächen ist die Uhrmachersignatur platziert:
Edward Prior London.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing, gesägter, vergoldeter Spindelkloben mit Monogramm EP für Edw. Prior, dreischenkelige Stahlunruh mit Diamantlagerstein, silberne Regulierscheibe mit Anzeige in türkischen Zahlen, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, fein gravierte Schmuckplatinen,Schmuckpilaster.
Signatur Edw. Prior London 16767
Maße:
Höhe 54 mm (ohne Pendant 40 mm), Breite 40 mm, Dicke 25 mm
Literatur:
Baillie: Watchmakers and Clockmakers of the World Seite 259,
Loomes: Watchmakers and Clockmakers of the World Seite 190
Provenienz:
drei Generationen lang Privatbesitz einerSiemens-Direktoren-und Medizinerfamilie



Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü