Antike Spindeltaschenuhren


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Kutschenuhren

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Karossenuhr mit Grande Sonnerie

Hielckert Potsdam, ca. 1770
Gehäuse: vergoldetes, glattes Messinggehäuse mit entsprechendem Übergehäuse, welches mit grünem Leder überzogen und mit Schalllöchern versehen ist. Rückseitig sind vier Aufzugsöffnungen für Wecker-, Geh-, Repetitions- und Selbstschlagwerk. Im Gehäuseboden ist die Bronzeglocke befestigt.
Zifferblatt: weißes Emailzifferblatt mit arabischen Stundenzahlen, kunstvoll durchbrochene, goldene Stunden- und Minutenzeiger, Weckerzeiger aus gebläutem Stahl.
Werk: feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Pfeilern in altägyptischer Form, floral gestalteter Spindelkloben aus vergoldetem Messing, gebläute Schraube, Spindelhemmung, schenkelige Messingunruh und silberne Regulierscheibe, großflächige, gesägte und ziselierte Messingverzierungen auf der Platine, alle vier Federhäuser reichhaltig verziert, Auslösung der Repetition für Stunde und Viertelstunde über Zugseil am Pendant. Arvied Hielckert Potsdam No 440.
Maße: Höhe 250 mm (ohne Pendant 175 mm), Breite 175 mm, Dicke 69 mm, Gewicht 2,7 kg
Literatur: König, Uhren und Uhrmacher in Berlin S. 70, , Die Kutschenuhr
Altmeister oder Oberältester
Die Uhrmacherei war früher eine „freie Kunst“, das heißt, die frühen Uhrmacher brauchten für ihre Tätigkeit keiner Innung anzugehören. Doch mit dem wachsenden Bedarf an Uhren und der weiteren Entwicklung des Uhrmacherhandwerkes war es auch für die Uhrmacher zweckmäßig, eine Innung zu gründen. Die Benennungen der Handwerksvereinigungen waren nicht einheitlich. So wurden die verschiedenen Innungen oder Zünfte auch Gilde, Bruderschaft, Gewerk oder Amt (Berlin) genannt.Hielckert, gebürtig in Kopenhagen, arbeitete auch in Berlin und wurde dort 1790 zum Altmeister des Amts gewählt. Art. XI des Gewerks-Privilegiums der Uhrmacher in Berlin soll stets ein wohlhabender Mitmeister des Amtes erwählt werden. Er verwahrt Geld und Briefschaften des Gewerkes in einer Lade, welche mit drei Schlössern versehen ist. Der Jungmeister, der Beisitzer und der Altmeister haben je einen Schlüssel zur Lade, die im Hause des Altmeisters verwahrt wurde. Bei jeder Versammlung wurde dem Altmeister ein gewisses Quantum an Geld ausgezahlt.

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Karossenuhr mit emailliertem Übergehäuse
Williamson, London ca. 1785
Gehäuse: feuervergoldetes Messing-Gehäuse mit floral graviertem und ziseliertem Übergehäuse. Dieses ist auf der Rückseite mit großem (67 mm) Emailbild dekoriert. Die polychrome Emailmalerei stellt vermutlich Roxalena sitzend auf dem Diwan dar. Gehäusepunze 95
Zifferblatt: weißes Emailzifferblatt mit römischen Stundenangaben, arabischen Minuten von 5-60, Goldzeiger, die Sekundenanzeige ist mit Stoppfunktion über Hebel bei der Neun ausgerüstet.
Werk: Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, glatte zylindrische Pfeiler, floral gestalteter Spindelkloben aus vergoldetem Messing mit gebläuter Schraube befestigt, zentraler großer Diamantdeckstein für die Spindelwelle, silberne Regulierscheibe in großflächiger, ziselierter Verzierung, wobei eine gravierte Volutenspitze als Index dient. Antrieb über Federhaus, Kette und Schnecke, Spindelhemmung,
Signatur Tim. Williamson London 3195
Maße:Höhe 122 mm (ohne Pendant 98 mm), Breite 98 mm, Dicke 37 mm, 490 g
Literatur:
Stolberg, Die Kutschenuhr S. 211, S. 258,
Kemal Özdemir, Ottoman Clocks and Watches
Sultanin Roxalena
Als russische Sklavin kam sie in den Harem des Topkapi Palastes, stieg dann zuerst zur kaiserlichen Konkubine auf und wurde schließlich zu einer der mächtigsten Frauen des Osmanischen Reiches. Das Archiv im Topkapi-Palast beherbergt eine Fülle von Dokumenten, die von den osmanischen Historikern am Hofe niedergeschrieben und von Miniaturmalern bebildert wurden. war die erste Frau, die einen Sultan vor dem Gesetz heiratete und die uneingeschränkte Kontrolle über ihren Ehemann, Sultan Süleyman den Prächtigen, und das Osmanische Reich hatte.

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Karossenuhr mit Übergehäuse
Vale, London ca. 1770
Gehäuse: glattes, feuervergoldetes Messing-Gehäuse mit floral graviertem und ziseliertem Übergehäuse, dieses ist an der Rückseite im Zentrum mit Früchten, Bogen, Pfeilen, Köcher und Trompete dekoriert, vorn umlaufende Girlande aus weißen, grünen und roten Farbsteinen, Gehäusepunze T. A.
Zifferblatt: weißes Emailzifferblatt mit kräftigen römischen Stundenangaben, arabischen Minutenanzeige von 5 - 60, gebläute Stahlzeiger in Pfeilform, die Sekundenanzeige ist mit Stoppfunktion über Hebel bei der 9 ausgerüstet.
Werk: Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, glatte zylindrische Pfeiler. Floral gestalteter Spindelkloben aus vergoldetem Messing, gebläute Schraube. Silberne Regulierscheibe eingebettet in großflächiger, gravierter Verzierung, wobei der Finger einer Hand als Index dient. Antrieb über Federhaus, Kette und Schnecke, Spindelhemmung. Eine Besonderheit stellt das Kronrad mit horizontaler und vertikaler Zahnung dar.
Signatur Wm. Vale, London No. 1245.
Maße: Höhe 120 mm (ohne Pendant 95 mm), Breite 95 mm, Dicke 40 mm, 545 g.
Literatur:
Stolberg, Die Kutschenuhr
Karossen- oder Satteluhren
genannt, waren große Reiseuhren in der Form einer Taschenuhr. Die durchschnittliche Größe lag bei etwa 12 cm Durchmesser. Sie waren ausgerüstet mit Wecker, Repetition und Viertel- und Stundenselbstschlag und wurden überwiegend zwischen 1700 und 1785 hergestellt. sehr gesuchten Uhrentypen waren z.B. in Augsburg als Meisterstück vorgeschrieben.




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