Antike Spindeltaschenuhren


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Halsuhren

1
Ovale einzeigrige Halsuhr
C. Mellin at London, ca. 1610
Gehäuse:
silbernes Gehäuse, teils feuervergoldet mit profilierten Rändern, silbernes Mittelteil mit Tierdarstellungen wie Jagdhunde, Hasen, Eichhörnchen und florale Motive, silberner Schutzdeckel innen floral verziert.
Zifferblatt:
aus vergoldetem Messing, ovale Grundplatte mit Rankenwerk, oben mit geflügelter Maske, unten Leda mit Schwan, im Zentrum Landschaftsgravur mit Stadtmotiv, schmaler, silberner Ziffernring mit gravierten, schwarz ausgelegten, römischen Stundenzahlen, Halbstundenzeichen und Skala für Viertelstunden, Eisenzeiger in Lilienform.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier
bei der Zwölf befestigt, Pilasterpfeiler, Schnecke und Darmsaite, Spindelhemmung, 2-armige Stahlunrast, filigran gearbeitetes Gesperr und verstifteter Kloben, Signatur auf der freien Fläche:
C. Mellin at London
Maße:
Höhe 35 mm, Breite 48 mm, Dicke 31 mm, passendes Lederschutzgehäuse aus der Zeit.

Literatur
:
UTO, Zürich 17.10.1977, Drout, Paris 3.12.1986,
Dr. Crott, Frankfurt 12.5.1990, Antiquorum, Genf 14.4.1998,
Sandberg-Collection, 31.3.2001

Diese frühen Spindeluhren aus der Zeit bis 1670 waren beim Bürgertum und im Adel reine Prestigeobjekte. Die täglichen Abweichungen im Gang betrugen bis zu 30 Minuten. Wegen der Art diese Stücke an einer Kordel um den Hals zu tragen, wurden sie auch Hals- oder Anhängeruhren genannt. Die äußere Form dieser Uhren war im gesamten europäischen Raum sehr ähnlich. Lediglich der Federkraftausgleich im Werk unterschied sich in den deutschen Uhren durch die Verwendung des Stackfreed anstelle der sonst üblichen Schnecke.


Leda und der Schwan

Leda, die Gattin des Spartanerkönigs Tyndareos, badete im Fluß Eurotas, als Zeus in Gestalt eines Schwanes sich zu ihr gesellte und sie verführte. Aus dieser Verbindung stammen Polydeukes (Pollux), Castor und Helena. Letztere wurde der Sage nach aus einem blauen Ei ausgebrütet. Sie ging in die Geschichte ein als die schönste Frau der Welt und war Auslöser für den Spartanischen Krieg.

110
Halsuhr mit Selbstschlag
MB (wohl Matthäus Buschmann ?), Augsburg ca. 1600
Gehäuse:
Achteckiges Gehäuse aus feuervergoldeter Messinglegierung mit bandförmigem Rand, welcher mit gesägten, symmetrisch angeordneten Ornamenten verziert ist. Die Gehäuse-Rückseite ist mit gesägten Renaissance-Ornamenten verziert. Der Deckel ist mit einem grossen Bergkristall als Schutzglas ausgestattet. Im Gehäuseboden ist die Bronzeglocke für den Selbstschlag verschraubt. Flacher Pendant aus einem Stück Messing herausgearbeitet.

Zifferblatt:
verstiftetes, silbernes Zifferblatt, gravierter Ziffernring mit schwarz eingelegten, römischen Stundenangaben (1 - 12) und Halbstundenmarkierungen als Pfeil, innerhalb dieser Skala eine zweite Stundenskala mit deutschen Zahlen (13 - 24) sowie mittig in Email gemalte, florale Schmuckelemente und ein sitzender Greifvogel. Goldener, massiver Zeiger in Pfeilform. Oberhalb des Zifferblattes eine Gravur einer Krone, unterhalb eine Besitzergravur JOANNES.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Pilasterpfeilern, floral gestalteter Spindelkloben mit relativ breitem Fuß und gebläuter Schraube. Antrieb über Federhaus, ehem. Darmseite durch Kette ersetzt, Schnecke,
Spindelhemmung, graviertes Federhaus für den Selbstschlag, Schlagwerkschutz graviert und durchbrochen in Form eines Delfins, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur MB.
Maße:
Höhe 63 mm (ohne Pendant 50 mm), Breite 48 mm, Dicke 30 mm





2
Einzeigrige Halsuhr mit Stackfreed
Conrad Kreitzerer, ca. 1610
Gehäuse:
aus feuervergoldeter Bronze mit bandförmigem Rand 9,5 mm hoch, Gehäuse-Rückseite und durchbrochenem Deckel mit 3teiligem Scharnier oben befestigt. Pendant aus einem Stück Messing herausgearbeitet. Deckel und Rückdeckel weisen bogenartige Elemente und florale Gravuren auf. Der Vorderdeckel ist durchbrochen, um die Sicht auf die Ziffern zu ermöglichen. Der Rand zeigt gebänderte Kreuze mit dazwischen angeordneten Bogenmotiven. Die Innenseiten der Deckel und des Randes sind glatt.

Zifferblatt:
verstiftetes , feuervergoldetes Bronze-Zifferblatt, silberner Ziffernring mit schwarz eingelegten, römischen Stundenangaben und Halbstundenstrichen, Goldzeiger in Lilienform.
Werk:
Vollplatinenwerk aus Messing mit Pilasterpfeilern, floral gestalteter Spindelkloben mit gebläuter Schraube. Die zweischenkelige Eisenunrast (ohne Spiralfeder) ist in der Bewegung begrenzt durch den Regulierungswinkel mit Prellzapfen. Die Aufzugswelle besitzt einen achtzahnigen Trieb. Die Stackfreed-Feder hat die Form eines G und besitzt an der Spitze ein kleines Rad, um den Reibungsmoment beim Bremsvorgang gleichmäßig zu halten und liegt an der gravierten, nierenförmigen Kurvenscheibe eng an.
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Schrauben befestigt,
Signatur Conrad Kreitzerer.
Maße:
Höhe 62 mm, Breite 45 mm, Dicke 31 mm, Form eines angedeuteten Kreuzes.
Stackfreed
Das Stackfreed (Federbremse) dient zum Ausgleich der wechselnden Federspannung, um die Ganggenauigkeit der Uhr zu verbessern. Weder das Ursprungsland noch der Erfinder dieses Systems sind bekannt. Uhren mit Stackfreed wurden im süddeutschen Raum um 1600 gefertigt.

2a
Halsuhr mit Selbstschlag
Martinot, Paris ca. 1625
Gehäuse:
Gehäuse aus feuervergoldeter Silberlegierung mit bandförmigem Rand, welcher mit gesägten, symmetrisch angeordneten Ornamenten verziert ist. Die Gehäuse-Rückseite und der Deckel sind mit gesägten mythologischen Szenen verziert. Abgebildet sind Szenen aus dem Geschehen um Asklepios, sind die Szenen von Rankenwerk und Tieren. Die Innenseite des Gehäuses ist glatt, der Deckel ist innen graviert mit
der entsprechenden Szene der Außenansicht.Im Gehäuseboden ist die Bronzeglocke für den Selbstschlag verschraubt. Flacher Pendant aus einem Stück Messing herausgearbeitet.
Zifferblatt:
verstiftetes , feuervergoldetes Messing-Zifferblatt, gravierter Ziffernring schwarz eingelegten, römischen Stundenangaben und Halbstundenmarkierungen als Stern, außen um die Stundenskala gravierte Schmuckelemente, die Innenfläche zeigt einen Maskaron und Fabeltiere. Gebläuter, flacher Stahlzeiger in Pfeilform.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Pilasterpfeilern, floral gestalteter, kleiner Spindelkloben mit gebläuter Schraube. Antrieb über Federhaus, Darmseite mit Schnecke,
Spindelhemmung, durchbrochenes Federhaus für den Selbstschlag, ohne Funktion, da unvollständig, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Baltazar Martinot a Paris.
Maße:
Höhe 65 mm (ohne Pendant 54 mm), Breite 51 mm, Dicke 29 mm

3
Achteckige Renaissanceuhr (Halsuhr)
Mallot, Blois (Frankreich), ca. 1640
Gehäuse:
achteckiges, facettiertes Bergkristallgehäuse in feuervergoldetem, graviertem Messingrahmen gefasst, fünffaches Scharnier für Gehäuse, Deckel und Werk, oben gedrehter Messingpendant und unten gedrehter Knopfabschluss aus gleichem Material, beidseitig gesägte Verzierungen.
Zifferblatt:
Zifferblattumrandung mit Rankenwerk versehen, oben und unten figürliche Gravur, silbernes Zifferblatt mit schwarz eingelegten römischen Zahlen und Halbstundenmarkierungen eingerahmt von symmetrischen Rankenkranz, Zentrum ebenfalls floral graviert, gebläuter Eisenzeiger.
Werk:
rundes Uhrwerk im Bergkristall-Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, silberner fein durchbrochener Spindelkloben, Antrieb über Federhaus, Darmsaite und Schnecke, Spindelhemmung, zweiarmige Unrast ohne Feder, Federvorspannung auf der Grundplatine über Wurmschraube, Schlüsselaufzug von hinten über Vierkant,
Signatur Mallot Blois.
Maße:
Höhe gesamt 56 mm - ohne Pendant 42 mm-, Breite 33 mm, Dicke 27 mm,
Werkdurchmesser 25 mm
Literatur:
A
ntiquorum, Genf 1994
Mariage
Zweifelsfrei gehören Werk und Gehäuse dieser Uhr ursprünglich nicht zusammen. Da sie jedoch aus der gleichen Zeit stammen, wird diese Art der Zusammensetzung Mariage (Hochzeit) genannt.
Bleikristall
Der Bergkristall ist die reinste Form des Quarzes und wurde ab dem ersten Viertel des 17. Jahrhunderts als Schutz für Zifferblatt oder Werk verwendet. Er ist demnach als Vorgänger des Uhrglases zu betrachten.

4
Einzeigrige
osmanische Brustuhr
Pattru, ca. 1630 in alttürkischer künstlerischer Schrift
Lesart Prof. Dr. Claus-Peter Haase, Museum f. Islamische Kunst in Berlin
Gehäuse:
feuervergoldetes Bronzegehäuse in Form eines flachgedrückten Hühnereies mit drehbarem, kugelförmigem Pendant. Gehäuseschale und Deckel sind beidseitig glatt und ohne Verzierungen. Das Aufzugsloch an der Gehäuseschale ist mit einer drehbaren Abdeckung geschützt.
Zifferblatt:
silbernes mit osmanischen Arabesken geschmücktes, verstiftetes Zifferblatt, goldener Ziffernring mit alttürkischen Stundenangaben, großer Goldzeiger.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit vier gesägten und ziselierten Pfeilern in Gitterform, floral gestalteter Spindelkloben aus vergoldetem Messing mit gebläuter Schraube befestigt. 2schenkelige Eisenunrast (ohne Spiralfeder), Aufzug über Schnecke, Kette und Federhaus,
Spindelhemmung, alle sichtbaren Werkteile wie Federhaus, Kron- und Steigrad sind mit girlandenförmigen Motiven verziert. Die ganze Rückplatine ist mit einer nielloverzierten Silberscheibe abgedeckt, osmanische Motive und die künstlerische Signatur bedecken die gesamte Platte,
Signatur Jean Pattru.
Maße:
Höhe gesamt 75 mm - ohne Pendant 68 mm -, Breite 58 mm, Dicke 33 mm

Literatur:

Alte Uhren 1/1979 S. 48 + 2/1981 S. 117,Freunde alter Uhren 1972 S. 79 + 1979 S. 113,Clocks and Watches S. 111, UTO 17.5.1982 S. 130,S. 504 > Jean Pattry - on pense que c'est lui qui signa en caractéres arabes une montre ovale avec les heures à la torque, calendrier: Jan P. Tru
Nachweislich sind verschiedene Uhrmacher aus Blois und Genf ab etwa 1600 an den türkischen Hof nach Konstantinopel umgesiedelt, um dort zu lehren, zu arbeiten und zu handeln. Im Stadtteil Galata wurden Mönche in der Uhrmacherkunst unterwiesen. Sie bauten wunderbar verzierte Exemplare, die heute in Museen zu bewundern sind.
Arabeske
Das Laubrankenornament wird auch als Arabeske bezeichnet. Es besteht aus zwei Elementen: einer gespaltenen Blattvolute, die sich wiederholt, sowie einer verbindenden Ranke. Die Erscheinungsform des Rankenwerkes ist äußerst vielfältig. Die meist spiralförmig gebogenen Ranken können auf die verschiedensten Arten miteinander verflochten und ineinander verschlungen sein. Die türkische Bezeichnung für dieses Ornament lautete "rumi" und bedeutet "römisch" - gemeint war Ostrom, also Byzanz bzw. Konstantinopel - und läßt somit seinen Ursprung in den mediterranen Kulturen der klassischen Antike vermuten.

5
Miniatur-Halsuhr
Isác Maittard, Angers/Frankreich ca. 1650
Gehäuse:
silbernes Bassingehäuse mit innen liegendem Scharnier und doppeltem Mantel, durch das Netz von aufgelegten, silbernen Blattranken schimmert die feuervergoldete Messingeinlage. Geteilter Glasring, kleiner kugelförmiger Pendant mit losem Ring.
Zifferblatt:
Messingzifferblatt mit geglättetem Gold überzogen, radial gesetzte, schwarz eingelegte, römischen Ziffern, Halbstundenmarkierungen in Lilienform, im Zentrum Gravur mit floralem Muster, gebläuter Stundenzeiger.
Werk:
Vollplatinenwerk mit Federhaus, Darmsaite, Schnecke und Spindel, zweischenkelige Stahlunrast ohne Feder, geschraubter, durchbrochener goldener Unruhkloben, Wurmschraube für die Federvorspannung, silberne Regulierscheibe (1-4),
Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, signiert auf der hinteren Platine mit Isác Maittard Angers.
Maße:
Höhe gesamt 36 mm - ohne Pendant 27 mm-, Breite 27 mm, Dicke 16 mm, Werkdurchmesser 23 mm, lichte Höhe zwischen den Platinen 5,5 mm.
Literatur:
Antiquorum Sandberg-Kollektion, Genf 2001 S. 334
Die wohl kleinste silberne Halsuhr aus der Zeit um 1650.
Einzeigerig
Alle frühen Taschenuhren sind einzeigerig. Das Zifferblatt ist unterteilt in Stunden und weist Strichmarkierungen für die halben Stunden, bestenfalls auch noch für die Viertelstunden auf. Erst mit Zunahme der Ganggenauigkeit um 1680 erhalten die späteren Uhren einen weiteren Zeiger für die Minutenangabe.

6
Silberne Anhängeruhr mit Wecker
Nicolaus Rugendas, Augsburg, ca. 1650
Gehäuse:
Die Machart des Repercé-Silbergehäuses ist schon seit 1580 bekannt. Diese durchbrochenen Gehäuse waren bei Uhren mit Weckern oder Selbstschlagwerken, später ebenso für Repetitionen, erforderlich, damit der Schall der Glocke nach außen dringen konnte. Gehäuserückseite dekoriert mit Erdbeerblüten und -früchten, im Zentrum Rosette aus Blütenblättern. Eine Blüte ist versehen mit einer extrem kleinen (2 mm) handgestichelten Zahl: 1594. Bügelknopf (Pendant) in Form einer aufgehenden Knospe. Die Lünette, das Werk und das Gehäuse sind mit einem siebenteiligen Scharnier miteinander verbunden. Der Deckelrand trägt kordelartige Verzierungen. Die Lünette ist in Höhe des Scharniers mit hundeartigen Tieren geschmückt, die für den Betrachter auf dem Kopf stehen. Daher ist zweifelsfrei erwiesen, dass diese Uhr als Anhängeruhr konzipiert ist. Nur so lassen sich die Gravuren erklären.
Zifferblatt:
silbernes Champlévé-Zifferblatt mit einem
Durchmesser von 37 mm und einer Stärke von 1,5 mm. Der äußere Ring weist mit römischen Ziffern die Stunden. Im Zentrum Weckerscheibe ( Durchmesser 18 mm ) mit gegen den Uhrzeigersinn laufenden arabischen Zahlen. Der mit der Scheibe an der 12 befestigte Zeiger weist die Stunden, der kleine auf dem zentralen Vierkant sitzende, gebläute Stahlzeiger weist die Weckzeit.
Werk:
hohes, feuervergoldetes Werk mit runden Pfeilern, Spindelhemmung mit Löffelunrast über Schnecke (5,5 Umgänge) und Kette ohne Spiralfeder, Schweinsborstenabfederung, Einstellung der Zugfedervorspannung zum Regulieren der Uhr durch Wurmschraube,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt,
Signatur: Nicolaus Rugendas à Aug (sburg).
Maße:
Höhe mit Pendant 58 mm - ohne 48 mm- Dicke 27 mm
Literatur:
Abeler, Meister der Uhrmacherkunst S. 526,
Museum Würzburg, Taschenuhren aus 4 Jahrhunderten S. 48,
Daniels, Taschenuhren Abb. 89


105
Halsuhr mit Emailboden

Bouvier, Lyon/Frankreich ca. 1660
Gehäuse:
Silbernes Bassingehäuse mit innen liegendem Scharnier, silberne Blattranken zieren den Gehäuserand, unterbrochen von diversen Motiven der griechischen Mythologie, wie Leda und Schwan oder Artemis verwandelt Aktaion in einen Hirsch. Gehäuseboden durch Emailplatte gebildet, außen farbiges Bild zeigt Atalante und Meleager mit dem Eberkopf. Die Innenseite zeigt Venus und Adonis. Geteilter Glasring, kleiner silberner Pendant mit losem Ring.
Zifferblatt:
Silberzifferblatt mit radial gesetzten, schwarz eingelegten, römischen Ziffern, Halbstundenmarkierungen in angedeuteter Lilienform, im Zentrum Gravur mit Jagdszene, gebläuter Stundenzeiger.
Werk:
Vollplatinenwerk mit Federhaus, Darmsaite, Schnecke und Spindel, zweischenkelige Stahlunrast ohne Feder, geschraubter, durchbrochener goldener Unruhkloben, Wurmschraube für die Federvorspannung,
Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt,
signiert auf der hinteren Platine mit Estienne Bouvier a Lyon.
Maße:
Höhe gesamt 60 mm - ohne Pendant 49 mm-, Breite 49 mm, Dicke 24 mm,
Werkdurchmesser 38 mm, lichte Höhe zwischen den Platinen 9 mm.
Literatur:
Antiquorum Sandberg-Kollektion, Genf 2001 Nr. 261 und 289




7
Bergkristalluhr
in Kreuzform
Conrad Kreizer, ca. 1820 gefertigt,
nach Vorlage einer Uhr von ca. 1620
Gehäuse:
dominierende Kreuzform der Bergkristallschale, aus einem Stück gefertigt mit weiß emailliertem Malteserkreuz an allen vier Seiten, Aufhängung ebenfalls in Form eines Malteserkreuzes, Gehäuseschale, Werk und Deckel durch 7teiliges Scharnier verbunden, facettierter Bergkristalldeckel eingefasst mit feuervergoldetem, ziseliertem Messingrahmen.
Zifferblatt:
feuervergoldetes Messing-Zifferblatt in Kreuzform verstiftet, silberner Ziffernring mit römischen Stundenangaben und Markierungen für die halben Stunden, alle freien Flächen mit emaillierten Geißel- und Leidenswerkzeugen verziert, Stahlzeiger gebläut.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit viereckigen , im Bergkristall-Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, floral gestalteter Spindelkloben aus vergoldetem Messing mit gebläuter Schraube. Messingunruh , Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung,
Signatur Conrad Kreizer.
Maße:
Höhe 95 mm, Breite 65 mm, Dicke 29 mm, in Form eines Kreuzes,

Literatur:

Baillie S. 184,
Klassik Uhren 3-02 S.42,
Antique Horology winter 1977 S. 616,
Abeler - Meister der Uhrmacherkunst S. 363,
Metropolitan Museum of Art,
Miller´s Watches S. 28
Formuhren
Wie die Kleidung unterlagen auch die Uhren diversen Modeströmungen der Zeit. So kamen ab 1570 immer mehr Fantasieformen auf, unter denen die Kruzifixuhren einen häufigen Typus darstellten, der sich großer Beliebtheit erfreute. Es gab zahlreiche Kreuzformen wie z.B. das Malteserkreuz, das Doppelkreuz, das Kreuz mit abgerundeten Balken, das lateinisches Kreuz und andere mehr. Diese Uhren waren oft aus Bergkristall gefertigt. Einige dieser Uhren, deren Hersteller bekannte Namen aufweisen wie Jean Rousseau, Jean Vallier und Conrad Kreizer haben sich in Museen erhalten.

8
Oktagonale Halsuhr in Bergkristallgehäuse
Leopold Nitscher in Wien, ca. 1790 im Renaissancestil
Gehäuse:
kannelierte und facettierte Bergkristall-Schale und -Deckel, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, eingefasst mit emailliertem Messingrahmen in Cloisonné-Technik.
Zifferblatt:
rundes Zifferblatt mit römischen Zahlenkartuschen umgeben von buntem Rankenwerk in gleicher Technik gefertigt wie der Gehäuserahmen, gebläute Spadezeiger.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Zylinderpfeilern, dreischenkelige Messingunruh, floral gestaltete, durchbrochene Spindelbrücke aus vergoldetem Messing, gebläute Schrauben, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, silberne Regulierscheibe, Leopold Nitschner Wien No. 929.
Maße:
Höhe 59 mm (ohne Pendant 40 mm) Breite 33 mm, Dicke 32 mm,
Literatur:
Meis, Taschenuhren S. 86,
Dr. Crott, 73. S. 464 u. 68. S. 14
Cloisonné
Cloisonné (Zellenschmelz) ist eine Technik des Emaillierens, welche häufig für Blumendekore verwendet wurde. Im Gegensatz zum Champlevé werden die gewünschten Konturen mit entsprechend geformten Metalldrähten, meist aus Kupfer oder Messing, seltener aus Gold, auf das Trägermetall aufgelegt. In die damit abgegrenzten Felder wird Emailpulver gegeben und eingeschmolzen. Die Oberfläche wird abgeschmirgelt und poliert.


9
Halsuhr vollemailliert
anonym, wohl Genf ca. 1800 im Renaissancestil
Gehäuse:
ovale Gehäuseschale mit vergoldetem, graviertem Messingrahmen eingefasst. Deckel und Gehäuseboden sind innen und außen mit feinen polychromen Emailbildern verziert. Die Außenseiten zeigen noch ungedeutete mythologische Szenen von Personengruppen in antikischen Gewändern. Die Innenseiten stellen Tempelanlagen mit hohen Säulen in grüner Landschaft sowie einzelne Personen dar.
Zifferblatt:
der runde, weiße Emailzifferring ist umgeben von bunter Emailmalerei. Dargestellt sind junge Frauen in antikischen Gewändern. Auch das Zentrum ist polychrom emailliert. Schwarze, römische Stundenzahlen, Sternmarkierungen für die halben Stunden und Stricheinteilung für die Minuten bilden die Anzeige des Ziffernringes. Goldene Zeiger.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Pilasterpfeiler, floral gestaltete Spindelbrücke aus vergoldetem Messing, gebläute Schrauben, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Maße:
Höhe 41 mm ohne Pendant, Breite 35 mm, Dicke 23 mm

Emailmalerei
Die Emailmalerei ist ein Vorgang, welcher der Aquarellmalerei ähnelt. Der Untergrund besteht lediglich aus weißem Email anstelle von Papier. Die Leuchtkraft entsteht durch Farbkontraste sowie mehrfachen Farbauftrag. Das bemalte Stück wird wiederholt gebrannt. Im 18. Jahrhundert erfand Jean-Louis Richter ein neues, bemerkenswertes Verfahren: „Malerei unter Email“. Er glasierte seine Malerei mit durchscheinendem Email, um die Malerei zu schützen und die Farben lebendiger und harmonischer erscheinen zu lassen.



10
Halsuhr vollemailliert
Johann Michael Hosser, Wien, ca. 1790 im Renaissancestil
Gehäuse:
silberne, ovale Gehäuseschale auf Innen- und Außenseite mit polychromer Emailmalerei verziert. Innen mit noch ungedeuteter, mythologischen Badeszene zweier antikisch gekleideten, jungen Frauen.Schalenaußenseite zeigt Perseus bei der Befreiung von Andromeda im typischen, spätklassizistischen Stil. Das Außenband ist schwarz emailliert und mit goldenen Zweigen umlaufend piquiert.
Zifferblatt:
feines Emailzifferblatt in Grubenschmelztechnik in den Farben grün, weiß, blau, schwarz und rot auf silbernem Grund. Der schmale Zifferkranz wird gerahmt von einem achtzackigen Stern. Rot unterlegte silberne Kartuschen mit blau eingelegten, römischen Stundenzahlen, goldene Zeiger.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Pilasterpfeilern, floral gestaltete Spindelbrücke aus vergoldetem Messing, gebläute Schrauben, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt,
Signatur: Joh. Michael Hosser, Viena Nr. 1201.
Maße:
Höhe 45 mm ohne Pendant, Breite 35 mm, Dicke 17 mm

Poseidon ließ die Küste von Äthiopien überschwemmen, zur Besänftigung sollte die Königstochter Andromeda dem Meeresungeheuer geopfert werden. Als Perseus sie sah, verliebte er sich in sie und löste sogleich ihre Fesseln, tötete das Meeresungeheuer, um sie später zu heiraten.(Apollodoros, Bibliotheca II 4, 1-5.)


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