Antike Spindeltaschenuhren


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Emailuhren

85
Goldemail-Taschenuhr

Petrus Sedlmair, Passau ca. 1700
Gehäuse:
Goldemail-Gehäuseschale mit polychromer Malerei, Schaleninnenseite zeigt mythologische Szene: „Neptun bedrängt die Tochter des Koroneus“. Seitlich auf der breiten Wandung finden sich in vier ovalen Medaillons Darstellungen von verschiedenen Burgen. Der Gehäuseboden zeigt eine Darstellung aus „Virtus Romane“ Cimon, ernährt sich von der Brust seiner Tochter. Glasrand zeigt Gravuren mit Akanthusblättern.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen, durchbrochenen Louis XV-Zeigern, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen von 15 bis 60.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, mit Blatt- und Rankenwerk verzierter Spindelkloben, ägyptische Pfeiler, dreischenkelige Eisenunruh mit 1 ½ Umgängen der Spiralfeder, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Federvorspannung über Wurmschraube unter dem Federhaus.
Signatur Petrus Sedlmair Passau.
Maße:
Höhe 65 mm (ohne Pendant 48 mm), Breite 48 mm, Dicke 34 mm
Literatur:
A. Leiter "Historische Uhren - Goldemail-Taschenuhr Sedlmair Passau um 1700"
Beschreibung und Farbabbildungen dieser Uhr
Virtus Romane
des römischen Schriftstellers Valerius Maximus
Ein Bürger Roms, namens Cimon, wird zum Hungertod verurteilt. Im Gefängnis wird er von seiner Tochter besucht, die ihm durch Darreichung ihrer Brust vor dem Hungertod bewahrt. Der Vorgang wird den Richtern bekannt, die daraufhin ihr Urteil überprüfen und Cimon freisprechen.
Dieses Motiv verwendeten viele Emailmaler, insbesondere die Brüder Huauds aus Genf.


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Einzeigerige
Taschenuhr mit Emailmedaillon
Daniel Quare, London ca. 1700
Gehäuse:
glattes, silbernes Gehäuse mit Punzen PH und Krone, glattes, silbernes Übergehäuse mit großem, kastenförmigen Außenscharnier, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Watchpaper aus der Zeit.
Zifferblatt:
silbernes Champlevé-Zifferblatt mit goldenem Zeiger, römischen Stundenzahlen und Halbstunden-Markierungen, im Zentrum rundes Emailmedaillon mit Darstellung eines herrschaftlichen Paares, umrandet von einer Lünette aus vierzehn Diamantrosen.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit durchbrochenemSpindelkloben und großem Fuß, gesägt, graviert und reich verziert mit Blumenmotiven und Fantasievögeln, Rubindeckstein, ägyptische Pfeiler, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe mit Zahlen von Eins bis Sechs, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Signatur Quare London.
Maße:
Höhe 76 mm (ohne Pendant 60 mm), Breite 61 mm, Dicke 27 mm
Literatur:
Abeler, Zeitzeichen S. 52
Daniel Quare
London ca. 1649-1724 (nummerierte Uhren erst ab 1706,
siehe Antiquarian Horology XII No 1 S. 69)

Daniel Quare wurde 1671 Mitglied der Clockmaker Company und 1708 zum Meister ernannt. Gleichzeitig mit Barlow erfand er um 1680 das Repetitions-Schlagwerk. Auf seine Erfindung erhielt er das Patent. 1718 nahm er seinen Kollegen Horseman als Compagnon in seine Firma auf. Uhren, die während dieser Zeit entstanden, sind Quare & Horseman gezeichnet. Nach dem Tode Quares übernahm Horseman die Firma, machte jedoch später Bankrott.
Baillie
veröffentlichte 1929 das Buch: Watchmakers and Clockmakers of the World. Der Baillie bringt etwa 35.000 Namen bis ca. 1825. Einen Ergänzungsband mit weiteren 35.000 Namen bis ca. 1875 gab 1976 Brian Loomes heraus.


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Taschenuhr mit Emailmedaillon
Joseph Gay, Turin etwa 1755
Gehäuse:
offenes, 18 karätiges Rotgold-Gehäuse einer italienischen Taschenuhr, Gehäusewand mit Bandelwerk verziert, Glasrand mit Diamantlünette umgeben, rückseitig Außenrand mit Blütengirlande verziert, im Zentrum Damenportrait in polychromer Emailmalerei, von Diamantlunette umgeben.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt, mit Diamantrosen besetzte Louis XV-Zeiger, arabischen Stundenzahlen, Minutenanzeige von 15-60, Aufzug über Vierkant zwischen der Eins und der Zwei, oberhalb der Zeigerachse Uhrmachersignatur Jph. Gay, unterhalb der Zeigerachse Hger. du Roy A Turin.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit durchbrochener Spindelbrücke im symmetrischen
Strahlenmuster, zylindrische Pfeiler, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe mit gebläutem Zeiger, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
signiert mit Jph Gay Hger. du Roi A Turin 38366.
Maße:
Höhe 69 mm (ohne Pendant 49 mm), Breite 49 mm, Dicke 21 mm
Goldprobe
Auf schwarzem Kieselschiefer wird mit dem fraglichen Gegenstand ein Strich gezogen, dieser Strich wird mit Salpetersäure benetzt. Ist der Gegenstand aus Gold, bleibt der Strich einige Zeit stehen, im anderen Fall verschwindet er sofort. Den Feingehalt des Goldes stellt man fest, indem man Striche mit verschieden karätigen Probiernadeln nebeneinander zieht, dazu einen Strich des zu bestimmenden Gegenstandes. Der Strich, der zugleich mit dem des Gegenstandes nach Bestreichen mit Salpetersäure verschwindet, zeigt dann den Feingehalt des Goldes an.


88
Spindeltaschenuhr mit Schlagwerk
Francois Alexandre Monnier, Genf ca. 1750
Gehäuse:
goldenes Gehäuse einer schweizer Schmuckuhr in unterschiedlichen Techniken hergestellt (Repoussé, Champlevé). Rückseite mit Schutzglas über kobaltblauem Emailbild, Mädchengruppe beim Kranzbinden, darüber reiche Ornamentik in Rankenform, Blumen- und Vogelmotiven, Übergehäuse beidseitig aus Glas.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen, Aufzug bei der Zwei
, Randverzierung mit Halbperlen, oberhalb der Zeigerachse Uhrmachersignatur Frcois. Alexdre. Monnier , unterhalb a Geneve.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, zylindrische Pfeiler, floral gestaltete Spindelbrücke, durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, Stahlunruh, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Viertelstundenrepetition durch Druck auf Pendant mit Schlag auf Glocke, Stummschaltung über Hebel bei der Fünf.
Maße:
Höhe 69 mm (ohne Pendant 51 mm), Breite 50 mm, Dicke 26 mm
Montre á toc
Bei der „montre á toc“ oder auch „dump repeater“ oder „répétition sourde“, schlägt der Hammer für die Repetition nicht auf eine Glocke oder Tonfeder sondern auf einen Block im Gehäuseinneren. Daher sind die Schläge nicht hörbar, nur fühlbar. Dies ermöglicht die Feststellung der Uhrzeit auch bei Nacht. Erfunden wurde diese Technik 1740 von Julien Le Roy.


89
Spindeltaschenuhr mit Emailbild
Charles Girardier L´aine, Genf ca. 1785
Gehäuse:
glattes, goldenes Gehäuse, kannelierter Rand, kugelförmiger, stabiler Pendant, Gehäuse gepunzt mit der Nummer 347.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, zentrale Stundenskala, schwarze, arabische Stundenzahlen, Schlüsselaufzug bei der Zwei, großes, polychrom gemaltes Hintergrundmotiv einer Hafenszene mit einer weiblichen Figur, unterhalb der Zeigerachse.

Uhrmachersignatur Girardier L´aine.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit quadratischen Pfeilern, Spindelbrücke rankenförmig durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, Messingunruh, verzierte, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Uhrmachersignatur Girardier L´aine.
Maße:
Höhe 73 mm (ohne Pendant 53 mm), Breite 52 mm, Dicke 22 mm
Leistung einer Taschenuhr
Wenn die Unruh einer Taschenuhr in einer Sekunde beispielsweise fünf Schwingungen macht, so sind das in der Minute 300, in der Stunde 18.000, am Tag 432.000 und in einem Jahr 157.680.000 Schwingungen. Der Durchmesser der Unruh einer Taschenuhr beträgt durchschnittlich 18 mm, somit ist ihr Umfang 56,52 mm. Nehmen wir einmal an, die Unruh macht eine Umdrehung und ihre Schwingung würde anstatt hin und her nur in eine Richtung fortrollen, so würde die zurückgelegte Strecke in einer Sekunde 28,25 cm betragen. Bezogen auf das Jahr wären dies 8.908.920 Kilometer.

90
Spindeltaschenuhr mit Emailportrait
LePine, Paris ca. 1790
Gehäuse:
glatter, roségoldener Gehäuserand einer französischen Schmuckuhr. Die Rückseite zeigt mittig ein Emailportrait einer höfischen Dame, eingerahmt in ein Band aus Diamantrosen und transluzidem, weinrotem Email, der vordere Glasrand ist mit Diamantrosen besetzt. Verschiedene nicht gedeutete Punzen, Pendant Taube und E, im Gehäuseboden LB 3380.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Lilienzeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen und arabische Minutenzahlen 15-60, Aufzug zwischen der Eins und der Zwei.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit zylindrischen Pfeilern, Spindelbrücke fein durchbrochen und graviert, Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur LePine a Paris 397.
Maße:
Höhe 69 mm (ohne Pendant 49 mm), Breite 48 mm, Dicke 20 mm
Diamanten: Rosenschliff
Bereits im 14. Jahrhundert kamen auf dem Seewege aus Indien größere Mengen Diamanten nach Europa. In der Renaissance wurde neben verschiedenen Spitzsteinen und dem Tafelschliff ein flacher dreizähliger Rosenschliff eingeführt. Sein kuppelförmiges Oberteil besteht aus dreieckigen Facetten, die sich in einem Mittelpunkt treffen. Das übliche Modell besitzt drei bis neun Facetten in abgerundeten oder geraden Flächen. Die Basis ist relativ flach. So konnte man auch Splitter und kleine Diamantstücke, die beim Spalten anfallen, für den Rosenschliff noch verwenden. Um die Wirkung kleiner Rosenschliff-Diamanten zu erhöhen und um den Eindruck eines größeren Steines zu erwecken, entwickelte man Diamantrosetten. Sie wurden aus mehreren, blütenartig angeordneten Diamanten im Rosenschliff zusammengesetzt.



91
Schmucktaschenuhr mit Emailgehäuse
Robert Allum, London ca. 1790
Gehäuse:
goldener Gehäuserand einer englischen Schmuckuhr. Rückseite guillochiert und mit transluzidem, blutorangefarbenem Email überzogen. Den Schmuckrand bilden wie auch am Glasdeckel Diamantrosen, Gehäusenummer 753, passende, kleine Chatelaine mit guillochierten, transluzidem Email, Aufzugschlüssel mit Citrin und Petschaft mit Karneolfläche.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern in Louis XVI-Stil, schwarze, arabische Stundenzahlen, Aufzug von vorn zwischen der Drei und der Vier.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, zylindrische Pfeiler, Spindelkloben strahlenförmig durchbrochen und reich graviert, gebläute Schraube, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe mit einer gravierten Hand in der Platinenabdeckung, wobei der Zeigefinger als Index dient, Diamantdeckstein in gebläuter Fassung, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Signatur Robt. Allum London No 5865.
Maße:
Höhe 77 mm (ohne Pendant 55 mm), Breite 53 mm, Dicke 25 mm

Transluzides Email

Im 14. und 15. Jahrhundert haben die Goldschmiede ihre Arbeiten mit Vorliebe mit transluzidem Silberemail - émail en basse taille- ausgeschmückt, einem durchscheinendem Email. Bei diesem Relief- oder Tiefschnittschmelz wurden die zu zeigenden Abbildungen in den silbernen Untergrund eingeschnitten und mit durchscheinendem Email überzogen. Während dabei dann an den tiefer gelegenen Stellen das stärker geschichtete Email dunkler erscheint, wirkt es an den höher gelegenen hell und leuchtend, denn der plastische Grund reflektiert das Licht.

92
Schmucktaschenuhr mit Emailgehäuse
Christian Moricand, Genf ca. 1795
Gehäuse:
goldener Gehäuserand einer schweizer Schmuckuhr, Rückseite mit polychromem Emailbild, dargestellt ist ein junges Paar im Park. Diamantrosen verzieren den Rand des Glasdeckels, Gehäusenummer 33910 Leton.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt, goldene Fantasie-Zeiger mit sternförmigen Verzierungen, schwarze, arabische Stunden- und Minutenzahlen von 15 bis 60, Aufzug von vorn zwischen der Eins und der Zwei.
Uhrmachersignatur Chr. Moricand a Geneve.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, zylindrische Pfeiler, Spindelkloben durchbrochen und graviert in Form des Namens MORICAND, gebläute Schraube, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Signatur Chr. Moricand Geneve No 33910.
Maße:
Höhe 69 mm (ohne Pendant 47 mm), Breite 47 mm, Dicke 25 mm
Schlüssel
Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts werden die Taschenuhren in der Regel mittels eines Schlüssels aufgezogen. Diese waren wie die Uhren selbst nicht selten kleine Kunstwerke. Die ältesten Schlüssel wurden in der Form einer Kurbel gestaltet. Die Uhrenschlüssel sind teils handgearbeitet, geprägt, graviert oder kunstvoll geschnitten und mit unterschiedlichsten Edelsteinen besetzt.


93
Schmucktaschenuhr mit Kompass
Anonym, Frankreich ca. 1800
Gehäuse:
goldener Gehäuserand einer kleinen Damenschmuckuhr mit Kompass, Rückseite mit transluzidem, kobaltblauem Email überzogen, darüber filigran gearbeitete, silberne Ornamente. Im Zentrum ein kleiner Kompass mit gebläutem Zeiger, den Schmuckrand des Gehäuses und des Glasdeckels bilden Diamantrosen.
Zifferblatt:
flach graviertes, mit Arabesken verziertes, silbernes Zifferblatt, gebläute Zeiger, schwarze, römische Stundenzahlen, Aufzug von vorn bei der Zwei.

Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit zylindrischen Pfeilern, im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Spindelbrücke bogenförmig durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Maße:
Höhe 65 mm (ohne Pendant 46 mm), Breite 45 mm, Dicke 24 mm
Kompass - Bussole
Instrument mit leicht beweglicher Magnetnadel zur Feststellung der Himmelsrichtung, in manchen Bauerntaschenuhren findet sich ein in die Platine eingelassener Kompass, seltener auf der Ziffernblattseite.


94
Doppelseitige Taschenuhr mit Emailmedaillons
Anonym, Schweiz ca. 1800
Gehäuse:
silberner, kannelierter Gehäuserand einer schweizer Schmuckuhr.
Zifferblatt:
Vorderseite mit goldener, gravierter Platte floral ornamentiert. Unten kleines, weißes Email-Zifferblatt mit gebläuten Zeigern in Lochform, schwarzen, arabischen Stundenzahlen, Aufzug von vorn zwischen der Drei und der Vier, darüber die sichtbare Stahlunruhe mit drei Schenkeln, durchbrochene und gravierte Unruhbrücke mit Rubindeckstein, rechts und links jeweils ein buntes Emailmedaillon mit Bildnis des Götterboten Hermes und der Aphrodite mit Spiegel.Rückseite zeigt außermittig eine silberne, gravierte Platte mit einem zweiten Zifferblatt (zweite Zeitzone) bei der Sechs angeordnet. Römische Stundenzahlen auf silbernem Ring, bei der Zwölf Vierkant für die Regulierung A und R für „Avant“ und „Retard“, rotgoldene Lochzeiger. Die obere Fläche zeigt eine mythologische Szene: Amor im Himmelswagen wird von Schmetterlingen gezogen.
Werk:
Vollplatinenwerk aus Messing mit zylindrischen Pfeilern, im Gehäuse mit Schrauben befestigt, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung.
Maße:
Höhe 74 mm (ohne Pendant 52 mm), Breite 51 mm, Dicke 27 mm


95
Schmucktaschenuhr mit Emailbild
Gédéon-Paul Blondel, Genf ca. 1795
Gehäuse:
goldener Gehäuserand einer schweizer Schmuckuhr. Die Rückseite ist mit einer farbigen Parkszene dekoriert. Den Schmuckrand bilden Goldeinlegearbeiten auf blauem Emailgrund und Diamantrosen. Der Glasdeckel ist in gleicher Weise verziert, ein zusätzliches Glasgehäuse schützt die kunstvoll gestalteten Flächen.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit weißgoldenen, verzierten Zeigern, schwarze, radial gesetzte, römische Stundenzahlen, arabische Minutenanzeige von 15 bis 60, Aufzug von vorn bei der Zwei. Uhrmachersignatur Gé. Pa. Blondel a Geneve.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk mit zylindrischen Pfeilern, Spindelbrücke durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, dreischenkelige Messingunruh, silberne, mit Rankenwerk gravierte Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Maße:
Höhe 71 mm (ohne Pendant 58 mm), Breite 57 mm, Dicke 25 mm

96
Damentaschenuhr mit Emailgehäuse
Le Roy, Paris ca. 1815
Gehäuse:
18-karätiges Goldemailgehäuse einer Schmuckuhr für den türkischen Markt. Rückseite guillochiert und mit transluzidem, farbigem Email überzogen. Das zentrale Muster ist ein vielfarbiges Blumenbuket auf hellblauem Grund. Die Ränder des Gehäuses und der Glasdeckel sind mit floralen Elementen verziert. Der kugelförmige Pendant und der flache Ring sind vollemailliert in der Art der Lünette, Gehäusenummer 13025.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Serpentinen-Zeigern, schwarze, türkische Stundenzahlen, Uhrmachersignatur in osmanischer Schrift Le Roy.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit zylindrischen Pfeilern, Spindelbrücke rankenförmig durchbrochen und graviert, gebläute Schrauben, dreischenkelige Messingunruh, silberne, sternförmig verzierte Regulierscheibe, Aufzug von hinten, Öffnen des Rückdeckels durch Druck auf Pendant, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Le Roy a Paris.
Maße:
Höhe 56 mm (ohne Pendant 39 mm), Breite 39 mm, Dicke 15 mm
Uhren für den türkischen Markt
Von ca. 1750 bis 1850 wurden besonders aus England, aber auch aus Frankreich und der Schweiz Taschenuhren in den Nahen Osten ührt. Die Meister George und Edward Prior, die Firma Marwick/Markham, Ralph Gout und Isaac Rogers sowie Le Roy, Illbery und Piguet & Maylan spezialisierten sich auf solche Uhren, die schon an der Zifferblattgestaltung erkennbar waren. Die Gehäuse sind oft floral bemalt und farbenkräftig ausgeführt. Die schönsten Uhren sind im Topkapi Serayi Museum in Istanbul zu sehen.

97
Uhr in Form einer Birne
James Staples, Odiham England ca. 1810
Gehäuse:
silbernes Gehäuse in Form einer Birne. Die komplette Gehäusefläche ist verziert mit Kirschblüten, Schmetterlingen und Vögeln in Cloisonné-Technik. Die vorherrschenden Farben sind rot, grün, gelb, weiß und blau. Das Oberteil ist abnehmbar, das Konteremail ist blau.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen, im Zentrum farbiges Landschaftsbild mit Fluss, Brücke, Dorf und Bergen.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit zylindrischen Pfeilern, Spindelkloben mit Blumen- und Fratzenmotiven durchbrochen und graviert, gebläute Schraube, dreischenkelige Stahlunruh. Die silberne Regulierscheibe besitzt als Index den Finger einer Hand, welche als Gravierung Teil der Platinenabdeckung ist. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Ja.s Staples Odiham No 1341.
Maße:
Höhe 79 mm, Breite 53 mm, Uhrwerk 44 mm x 16 mm
Werknummer
Sie ist ab dem 17. Jahrhundert fallweise auf die Platine graviert oder gestanzt worden und gibt besonders bei Werken berühmter Hersteller wertvollen Aufschluss über die Entstehungszeit der Uhr.



101
Spindeltaschenuhr mit Emailmalerei
John Brooks, London ca. 1790
Gehäuse:
glattes, goldenes Gehäuse einer englischen Spindeluhr, Messing-Übergehäuse verziert mit Blumenbukett bestehend aus Bauernrosen, Nelken, Tulpen und Vergissmeinnicht auf grünem Grund, Gehäusemacherpunze IB.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit weißgoldenen Zeigern, schwarze, römische Stundenzahlen, den Rand bildet ein Minutenband.
Werk:
Relativ flaches, feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing, Werk und Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf verbunden, zylindrische Pfeiler, floral gestalteter Spindelkloben fein durchbrochen und graviert mit Vasenmotiv, gebläute Schraube, dreischenkelige Stahlunruh, silberne Regulierscheibe in gravierter Platinenabdeckung, wobei der Zeigefinger einer gravierten Hand als Index dient, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten.
Signatur Jn Brooks London No 101.
Maße:
Höhe 73 mm (ohne Pendant 55 mm), Breite 54 mm, Dicke 25 mm




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