Antike Spindeltaschenuhren


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Automatenuhren

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Spindeltaschenuhr mit einfachem Automaten
Gedeon Rigaud, London ca. 1700
Gehäuse:
schlichtes, silbernes Gehäuse einer englischen Sackuhr mit glattem Rand, Übergehäuse fehlt, gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers TR Krone.
Zifferblatt:
silbernes Champlevé-Zifferblatt mit vergoldetem Rand, rotgoldenen Zeigern, schwarze, römische Stundenzahlen und arabische Minutenzahlen in Fünferschritten, über der Zeigerachse segmentartiger Ausschnitt hinter welchem eine drehbare Email-Scheibe fünf Portraits zeigt, nachdem der Pendant gedrückt wird, unterhalb Régence-Kartusche.

Uhrmacher-Signatur Rigaud.
Werk:
hohes feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit ägyptischen , vergoldeter, mit Volutenmotiven sowie Maskaron geschmückter Spindelkloben, mit gebläuter Schraube am großen Fuß befestigt, dreischenkelige Stahlunruh. Die silberne Regulierscheibe umgeben von gesägter Platinenabdeckung, wobei der Schnabel eines Vogelkopfes als Index dient. Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Aufzug von hinten.
Uhrmacher-Signatur Gedeon Rigaud.

Maße:
Höhe 96 mm (ohne Pendant 51 mm), Breite 50 mm, 33 mm
Literatur:
Marouf 7, 1974 Nr. 56,
Uhrensammlung Nathan-Rupp, Museum Basel S. 177
Gehäusestempel
In Deutschland wurden ab 1550 die Gehäuse, welche die Uhrmacher nicht selbst fertigten, mit Namen oder Buchstaben gestempelt, seltener auch mit den Beschauzeichen der jeweiligen Stadt. In England waren und sind es die „hallmarks“ oder „makersmarks“, die über die Entstehungszeit und den Feingehalt des Edelmetalls Auskunft geben. In Frankreich heißen diese Zeichen „poincons de charge“ und „poincons de maitre“.




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Spindeltaschenuhr mit Automat
Bouvier Freres, Genf ca. 1785
Gehäuse:
glatter, roségoldener Gehäuserand einer schweizer Schmuck- und Automatenuhr. Rückseite mit Schutzglas über kobaltblauem Emailbild, in Repoussé- und Champlevé-Technik hergestellt. Im Vordergrund kunstvoll gestaltete Brücke vor Parklandschaft mit Bäumen, Ranken-, Blumen- und Vogelmotiven. In der oberen Hälfte sektorförmiges Fenster mit einer auf einem Hügel stehenden Kirche in polychromer Emailmalerei. Davor rotierende Scheibe mit fünf unterschiedlichen, goldenen Motiven in feinster Säge- und Repousséarbeit: Landwirt mit Ochse beim Pflügen, Jäger mit Hund, Blumenfrau, Bauer mit Schubkarre und Wandergeselle mit Packesel. Verschiedene nicht gedeutete Punzen am Pendant.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, außermittige Stundenskala, schwarze, arabische Stundenzahlen und arabische Minutenzahlen 15-60, oberhalb der Zeigerachse Skala für Avance und Retard mit Goldzeiger, dazwischen Uhrmachersignatur Bouvier Freres.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit quadratischen Pfeilern, floral gestalteter, gravierter Spindelkloben, Messingunruh, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug bei der Vier auf der Zifferblattseite, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Maße:
Höhe 74 mm (ohne Pendant 55 mm), Breite 55 mm, Dicke 26 mm

Literatur:

Callwey-Preisführer Taschenuhren S. 114 Nr. 36,
P.M. Kegelmann, Frankfurt 1984 S. 50 Nr. 452,
Dr. Crott, Aachen 1985 S. 46 Nr. 156

Genf in der Schweiz
wurde zur Wiege der Uhrmacherkunst, weil sich dort bedeutende Goldschmiede, Graveure, Emailleure und Uhrmacher ansiedelten. Die aus Belgien, Frankreich und Italien zur Zeit der Reformation bzw. nach der Aufhebung des Edikts von Nantes (1685) ausgewiesenen Kunsthandwerker fanden Unterschlupf in diesem kalvinischen Ort. Die Uhrmacher bildeten 1601 in Genf eine eigene Zunft und etwa ab 1700 entwickelte sich dort eine regelrechte Industrie, welche die Stadt aufblühen ließ. Wer in Genf keine Arbeit fand, siedelte in die beiden anderen Uhrenzentren nach Le Locle und La Chaux-de-Fonds um.


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Spindeltaschenuhr mit Automat
anonym, wohl Genf ca. 1800
Gehäuse:
schlichtes Messing-Gehäuse mit glattem Rand, glattes Übergehäuse, Werk Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Gehäuse gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers EP.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt, am oberen, äußeren Rand kleiner, dezentraler Emailzifferring mit schwarzen, arabischen Stundenzahlen und goldenen Zeigern. Darüber eine Aufschrift: „Bataille bei Arcola geivonnen von Bonaparte d. 16. Novbr. 1795“. Die Aufschrift erinnert an den Sieg von Bonaparte über Alvinczy im Jahre 1795 bei Arcole in der oberitalienischen Ebene. Die untere Hälfte des Zifferblattes ist polychrom bemalt mit einer Stadtansicht und einer Brücke. Über der Brückenmitte sektorförmiger Ausschnitt mit marschierenden Soldaten auf rotierender Scheibe.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit zylindrischen Pfeilern, vergoldete Spindelbrücke fein durchbrochen und graviert mit Voluten, gebläute Schrauben, Rubindeckstein, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten.
Maße:
Höhe 77 mm (ohne Pendant 56 mm), Breite 55 mm, Dicke 27 mm

La Bataille du Pont d Arcole

Ausführliche Beschreibung dieser historischen Schlacht um diese Brücke mit über 28000 Soldaten in: Les heurs Revolutionnaires S. 290, ebenfalls behandelt im Roman:

Ein Soldat von 1813 / Erckmann-Chatrian



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Spindeltaschenuhr als Figurenautomat mit 3 Jaquemarts
anonym, wohl Genf ca. 1800
Gehäuse:
silbernes Gehäuse einer schweizer Repetitionsuhr mit kanneliertem Rand, im Gehäuse gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers FH 13625.
Zifferblatt:
weißer Email-Zifferring mit gebläuten Lochzeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen, mittig großer goldener Figurenautomat in

Repoussé-Arbeit, Säulen- und Theaterkulisse vor stahlblauem Hintergrund.
Beim Auslösen der Repetition schlagen die goldenen, gesägten Figuren oben links und unten rechts die Stunden und die Viertelstunden werden durch die beiden unteren Putti angezeigt. Oben erscheint zeitweise zusätzlich Chronos.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk, im Gehäuse mit Schrauben befestigt,

glatt gestalteter Spindelkloben, dreischenkelige Messingunruh, silberner Regulierhebel, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Aufzug von hinten, Repetition auf Tonfedern, Auslösung durch Druck auf Pendant.
Maße:
Höhe 82 mm (ohne Pendant 58 mm), Breite 59 mm, Dicke 24 mm
Chronos
Chronos ist in der griechischen Mythologie der Gott der Zeit. Er versinnbildlicht den Ablauf der Zeit und auch die Lebenszeit. Die erste Darstellung taucht in einem Relief in hellenistischer Zeit auf. Dort erscheint er als bartlose Gestalt mit großen Flügeln. Chronos war die Personifikation einer abstrakten Vorstellung und kein Bestandteil der griechischen Volksreligion. Etwa seit der Mitte des 14. Jahrhunderts wird Chronos in der bildenden Kunst als bärtiger Greis mit Sichel und Stundenglas dargestellt.


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Spindeltaschenuhr als Figurenautomat mit Jaquemarts
P. Mestral, Ferney ca. 1800
Gehäuse:
glattes, goldenes Gehäuse einer schweizer Uhr mit kanneliertem Rand, Staubschutzdeckel mit Aufzugsloch, gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers L 63145 T 13.
Zifferblatt:
silbernes Zifferblatt, im Zentrum schmaler Zifferring mit schwarz eingelegten, römischen Stundenzahlen und Minutenring, gebläute Stahlzeiger. und links des Ziffernringes ein auf Glocken schlagendes Paar (Jaquemarts) in verschiedenfarbigem Gold. Im unteren Randbereich goldene Repoussé-Verzierungen in Form von Köcher und Pfeilen, Harfe, Füllhorn und Fackel.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk im Gehäuse mit Schrauben befestigt, filigrangestaltete Spindelbrücke aus vergoldetem Messing, mit gebläuten Schrauben befestigt, Rubindeckstein, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten, Viertelstunden-Repetition auf 2 Tonfedern, Auslösung durch Druck auf Pendant.
Signatur durch Werkspunze PMF= P. Mestral, Ferney.
Maße:
Höhe 81 mm (ohne Pendant 56 mm), Breite 58 mm, Dicke 26 mm

Jaquemart

Die Bezeichnung „Jaquemart“, im Englischen „Striking Jack“, soll nach dem Uhrmacher Jaque Marck entstanden sein, der in Dijon eine Turmuhr mit einer beweglichen Figur gebaut hat. Jaquemarts sind bewegliche Figuren, die durch die Schlagwerkhebel angetrieben werden und sich daher im Schlagrhythmus bewegend scheinbar auf Glocken schlagen oder auf Ambosse hämmern.

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Spindeltaschenuhr mit Figurenautomat
anonym, wohl Genf ca. 1820
Gehäuse:
18-Karat Roségold-Gehäuse einer schweizer Uhr mit kanneliertem Rand, Rückdeckel guillochiert, Staubschutzdeckel mit Aufzugsloch, gepunzt mit den Initialen des Gehäusemachers IB 4806, Cuvettesprungdeckel aus vergoldetem Messing mit Aufzugsloch.
Zifferblatt:
skelettierte Front mit kleinem, weißem Email-Stundenringmit schwarzen, arabischen Zahlen, gebläute Stahlzeiger. Unterhalb der Zeigerachse silberne Jagdszene mit Hund und Ente. Seitlich aus verschiedenfarbigem Gold auf Glocke schlagendes Paar (Jaquemarts) in antikischer Tracht als Krieger und Dame
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk im Gehäuse mit Schrauben befestigt, filigrangestaltete Spindelbrücke aus vergoldetem Messing, mit gebläuten Schrauben befestigt, Diamantdeckstein, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke,
Spindelhemmung, Aufzug von hinten, Viertelstunden-Repetition auf 2 Tonfedern, Auslösung durch Druck auf Pendant, Punze auf Pendant ungedeutet.
Maße:
Höhe 75 mm (ohne Pendant 54 mm), Breite 53 mm, Dicke 26 mm
Guilloche (franz.)
ist eine Verzierungstechnik, bei der wiederkehrende Muster (feine Linien, gerade und gebogen) mit großer Regelmäßigkeit maschinell eingraviert werden. Sehr beliebt auch in Verbindung mit transluzidem Email.



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