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Taschenuhr mit vorderem Scheinpendel
Peter Garon, London ca. 1705
Gehäuse:
silbernes Gehäuse einer englischen Spindeluhr, der Rand zeigt Durchbrucharbeiten und Gravuren mit floralen Ornamenten. Auf der Rückseite eine Besitzergravur in Schreibschrift A. Jonason. Glattes, silbernes Übergehäuse ohne Punzen.
Zifferblatt:
silbernes Champlevé-Zifferblatt, verkleinerte nach oben gesetzte Anzeige mit goldenen Zeigern, schwarze, römische Stundenzahlen, arabische Minutenzahlen 5-60, Vierkant für die Regulierung bei 22 Minuten, bei der Sechs ausgeschnittenes Segment für die Anzeige des Scheinpendels, dahinter Regulierskala auf Messing von 1 bis 5. Der Ausschnitt für das Scheinpedel wird gerahmt von zwei ovalen Kartuschen, links mit der Uhrmachersignatur Garon und rechts mit der Ortsangabe London.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing mit Tulpen-Pfeilern, Werksplatine ganzflächig mit Akanthusornamenten graviert, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Garon London
Maße:
Höhe 72 mm (ohne Pendant 55 mm), Breite 54 mm, Dicke 30 mm
Das Scheinpendel
täuschte die damaligen Besitzer, indem es die Genauigkeit einer Pendeluhr vorgab, ohne deren Technik zu besitzen. Die Erfindung des Pendels 1656 wird Huygens zugeschrieben, der damit eine erhebliche Verbesserung der Ganggenauigkeit erzielt. Zumeist wurden diese Scheinpendel auf der Werksplatine montiert: Der Kloben wurde segmentförmig durchbrochen und auf einen Schenkel der Unruh montierte man eine Scheibe, so dass der Eindruck eines Pendels erzielt wurde. dieser Uhr wurde das Scheinpendel auf die Zifferblattseite verlegt. Die dadurch frei gewordene Rückplatine konnte komplett für Gravuren Verwendung finden.
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Totenkopfuhr (Vanitas) aus Elfenbein
Hay, Shrewsbury/England ca. 1770
Gehäuse:
geschnitzter Totenkopf aus Elfenbein auf einem Sockel aus gekreuzten Knochen, rechte Schädelseite bemuskelt, linke skelettiert. Über den Schädel windet sich die Schlange als Symbol der Verführung, im Schädeldach die Abbildung des Apfels als Sinnbild der Vergänglichkeit.
Zifferblatt:
weißes Emailblatt mit arabischen, schwarzen Stundenzahlen, goldenen Zeigern.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk im englischen Stil, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, großer Unruhkloben mit symmetrischen Verzierungen und Durchbrüchen, gebläute Schrauben, Stahlunruh, Regulierhebel, Antrieb über Federhaus, Kette und Schnecke, zylindrische Pfeiler.
Werkdurchmesser 45 mm,
Signatur Hay Shrewsbury N 63.
Maße:
Höhe 65 mm, Breite 65 mm, Länge 80 mm (Figur)
Literatur:
Klassik Uhren 6/97 S. 40
Vanitas
Seit dem 15. Jahrhundert umgaben sich die Menschen, soweit sie es sich leisten konnten, mit Bildern und Gegenständen, die die Flüchtigkeit der Zeit und die Eitelkeit des irdischen Lebens symbolisierten; man nannte sie "vanités" Nichtigkeiten. Als Beispiele für diese Vergänglichkeitssymbole stehen der Totenkopf, die abgelaufene Sanduhr, der Spiegel oder die erloschene Kerze. So findet sich seit dem 16. Jahrhundert auf Uhren der Sensen schwingende Tod, der mit jedem Pendelschlag den Menschen hinwegmäht. Das bekannteste Vanitas-Attribut aber war und ist der menschliche Schädel.
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Satyrkopf aus Silber
William Nodes, London ca. 1820
Gehäuse:
gegossener Satyrkopf aus Silber, über den ganzen Schädel starke Behaarung, große spitz zulaufende Ohren, der Schopf als Deckel gearbeitet für den Zugang zum Spindeluhrwerk, Punzen für London 1821
Zifferblatt:
weißes Emailblatt mit römischen, schwarzen Stundenzahlen, arabischen Minutenangaben von 5 bis 60, gebläute Stahlzeiger, mittig eine antik anmutende Parkszene in polychromer Bemalung, Aufzug bei der 4
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im englischen Stil (jedoch mit Aufzug von vorn), großer Unruhkloben mit symmetrischen Verzierungen und Durchbrüchen, gebläute Schrauben, Stahlunruh. Als Index für die Regulierscheibe dient der Finger einer gravierten Hand in der Platinenabdeckung. Antrieb über Federhaus, Kette und Schnecke, zylindrische Pfeiler, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Werkdurchmesser 36 mm,
Signatur Wm. Nodes London 827
Maße:
Höhe 58 mm, Breite 64 mm, Länge 92 mm (Figur)
Literatur:
Klassik Uhren 6/97 S. 40
Satyr- und Totenkopfuhr
Eine beliebte Form von Uhrgehäusen stellt seit der Renaissance der Toten- und der Satyrkopf dar. Er wurde aus unterschiedlichen Materialien wie Silber, Bergkristall oder Elfenbein gefertigt. Um den Blick auf das Zifferblatt freizugeben, wurden diese Uhren mit aufklappbarem Unterkiefer oder zu öffnender Hirnschale gearbeitet. Königin Maria Stuart bestellte eine solche Uhr bei dem Uhrmacher J. Moysan in Blois. Diese Uhr ist im Museum der Clockmakers Company in London zu sehen.
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Spazierstock-Knauf mit Taschenuhr
Smith, Cornhill/England ca. 1830
Gehäuse:
schwerer, silberner, gegossener Handstock-Knauf mit Deckel, Deckelmotiv zeigt halbplastisch antike Krieger mit Schwert und Schild, umgeben von Voluten, gepunzt silver.
Zifferblatt:
weißes Emailblatt mit römischen, schwarzen Stundenzahlen, äußere Minutenskala 15 bis 60, goldene Zeiger, im Zentrum polychrome Emailmalerei mit einer Stadtansicht.
Werk:
vergoldetes Vollplatinenwerk im späten englischen Stil, glatter Unruhkloben, gebläute Schrauben, Stahlunruh, Regulierhebel, Antrieb über Federhaus, Kette und Schnecke, zylindrische Pfeiler, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Signatur Smith Cornhill No 5983.
Maße:
Höhe 70 mm, Breite 55 mm (Knauf),39 mm.
Literatur:
Alte Uhren 3/1984 S.25
Pfeiler
Als Verbindung der beiden Werksplatinen dienen in der Regel vier Pfeiler. Ihre Form und die Verzierung mit unterschiedlichen Ornamenten sind ein Anhaltspunkt für die Datierung von historischen Taschenuhren. Es gibt runde, gebauchte, kannelierte, ägyptische und kapitellförmige Pfeiler, Pfeiler in Tulpen- oder Pilasterform und Pfeiler, die mit unterschiedlichsten Ornamenten verziert sind.
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Spindeltaschenuhr mit Achatgehäuse
Les Freres Rey, Genf/Schweiz ca. 1750
Gehäuse:
Gehäuse aus braun-grauem Achat mit gewölbtem Rand, Deckelrand aus gleichem Material, facettiertes Glas, Deckel- und Gehäuserand eingefasst in feuervergoldetem Messing, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt.
Zifferblatt:
silbernes Champlevé-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, schwarz eingelegten, römischen Stundenzahlen und arabischen Minutenzahlen 5-60, Arkadenminutenrand im holländischen Stil, im Zentrum Kartuschenbänder mit der Uhrmachersignatur Les Freres Rey und der Ortsangabe Geneva.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit ägyptischen Pfeilern, üppig ornamentierter, floral gestalteter und gravierter Spindelkloben mit gebläuter Schraube am großen Fuß befestigt, Diamantdeckstein, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe mit einem gesägten Pfeil der Platinenabdeckung als Index, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Federvorspannung über dem Vierkant zwischen den Platinen unter dem Federhaus, Aufzug von hinten.
Signatur Les Freres Rey.
Maße:
Höhe 72 mm (ohne Pendant 56 mm), Breite 57 mm, Dicke 36 mm
Original-Schlüssel mit Achatschmuckstein.
Achat
Ein Halbedelstein, der wegen seiner Härte in Taschenuhren als Lochstein, Ankerstein oder als Auflage bei Unruhwaagen Verwendung findet. Absolute Seltenheiten sind Achatgehäuse. Wegen der schönen Maserung sind es beliebte Sammlerobjekte.
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Spindeltaschenuhr für den türkischen Markt
Julien Le Roy, Paris ca. 1750
Gehäuse:
schlichtes, silbernes Gehäuse, Deckelrand mit schmalen Wellenbändern verziert, Gehäusemacher-Signatur AG Nr. 33080 mit Krone (Amy Gros = Gehäusemacher für Le Roy und Le Pautre in Paris, Place Dauphine).
Zifferblatt:
vergoldetes, mit roten und grünen Emailfeldern versehenes Zifferblatt mit schwarzen, türkischen Stunden- und Minutenmarkierungen, gebläute Zeiger, im Zentrum weiß emaillierte, erhabene Kartuschenbänder mit Uhrmachersignatur Jn. Le Roy A Paris.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk mit zylindrischen Pfeilern, durchbrocheneSpindelbrücke mit vier kreisförmig angelegten Voluten, dreischenkelige Messingunruh, silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Werk im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, Aufzug von hinten.
Signatur Juln. Le Roy a Paris 33080.
Maße:
Höhe 82 mm (ohne Pendant 59 mm), Breite 57 mm, Dicke 22 mm
Möglicherweise wurde diese Uhr auch erst später in der Familienwerkstatt gefertigt unter Verwendung vorhandener Bestände.Uhrmacherfamilie Le Roy wurde begründet durch Julien (1686 - 1759) und fortgeführt durch dessen Söhne. Der bekannteste von ihnen war Pierre, der verschiedene Erfindungen machte.
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Spindeltaschenuhr für den türkischen Markt
French, Royal Exchange London ca. 1790
Gehäuse:
schlichtes, silbernes Gehäuse mit 2fachem Übergehäuse, Gehäusemacher-Signatur HM mit Löwe, Leopard sowie weitere nicht lesbare Punzen. Erstes Schutzgehäuse in Silber dekoriert mit Musikinstrumenten, Fahne und Feldfrüchten in Flachgravur, Ränder floral verziert. Zweites äußeres Schutzgehäuse mit mehrfarbigem Schildpatt überzogen und Silbernägeln befestigt.
Zifferblatt:
weiß emailliertes Zifferblatt mit gebläuten Lochzeigern, , türkischen Stundenzahlen und Minutenkranz, oben Uhrmachersignatur French Royal Exchange und unten Ortsangabe London.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, ornamental gesägte Pfeiler, geteilter Spindelkloben im rechten Teil sichtbares Scheinpendel (Mock-Pendel), silberne Regulierscheibe, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Aufzug von hinten,
Signatur French Royal Exchange London 21629.
Maße:
Höhe 82 mm (ohne Pendant 59 mm), Breite 70 mm, Dicke 33 mm
Schlidpatt
Ende des 17. Jahrhunderts galt es in England als besonders modisch, Taschenuhren mit einem zweiten und dritten Gehäuse zu versehen. Zum Beziehen des Übergehäuses wurden neben Haifisch- und Ziegenleder auch feine Platten aus Schildpatt verwendet. Zur Befestigung wurden Silbernägel eingesetzt, die häufig so platziert wurden, dass sie eigene Muster ergaben. Die hornhautartigen Platten der Schildkröte galten als besonders wertvoll, wenn sie aus großen zusammenhängenden Stücken in heller Grundfarbe mit dunklen feurigen Flecken bestanden.
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Spindeltaschenuhr für den türkischen Markt
Le Roy, Paris ca. 1790
Gehäuse:
schlichtes, goldenes Gehäuse mit zweifachem Übergehäuse, inneres Schutzgehäuse in Gold, Ränder wellenförmig verziert, äußeres Schutzgehäuse mit braunem Schildpatt und Goldnägeln verziert, rückseitig Darstellung des Davidsterns aus vergoldeten Messingbändern.
Zifferblatt:
weiß emailliertes, gewölbtes Zifferblatt mit goldenen „beetle and poker“-Zeigern, schwarze, römische Stundenzahlen und arabische Minutenzahlen von 5 bis 60, unter der Zwölf feine Emailmalerei in Form einer Biene als Symbol der Emsigkeit und des Fleißes.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, ägyptische Pfeiler, fein ornamentierte Spindelbrücke mit Rubin-Deckstein, goldene Regulierscheibe, gesamte Platine mit Durchbrucharbeiten verziert, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Aufzug von hinten.
Signatur Le Roy.
Maße:
Höhe 99 mm (ohne Pendant 81 mm), Breite 80 mm, Dicke 35 mm
Rubindeckstein
Rubin ist ein Korund und wurde 1704 erstmals als Lochstein in Uhren verwendet. Die Uhrmacher Arnold und Breguet setzten ihn ab 1762 als Material für Zylinder ein, sogar Spindellappen wurden aus diesem Material hergestellt. Der Deckstein dient als Auflage für den im Lochstein sitzenden Zapfen. Neben dem Rubin wurde auch Diamant oder Achat als Material für den Deckstein verwendet.
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Spindeltaschenuhr mit Unterhornmalerei
Rigby & Grimes, London ca. 1790
Gehäuse:
glattes, goldenes Gehäuse einer englischen Spindeluhr, Messing-Übergehäuse mit Horn belegt, Rückseite mit Intarsien und Unterhorn-Malerei verziert, als Motiv dient eine mittelalterliche Stadtansicht mit dem Rattenfänger in Gold, Schwarz und Braun, Gehäusemacherpunzen TG G&h 2002.
Zifferblatt:
weißes Email-Zifferblatt mit goldenen Zeigern, schwarze, arabische Stundenzahlen.
Werk:
feuervergoldetes Vollplatinenwerk aus Messing im Gehäuse mit Scharnier bei der Zwölf befestigt, zylindrische Pfeiler, floral gestalteter Spindelkloben fein durchbrochen und graviert mit Vasenmotiv, gebläute Schraube, dreischenkelige Eisenunruh, silberne Regulierscheibe in gravierter Platinenabdeckung, wobei der Zeigefinger einer gravierten Hand als Index dient, Antrieb über Feder, Kette und Schnecke, Spindelhemmung, Aufzug von hinten.
Signatur Rigby & Grimes London No 2002.
Maße:
Höhe 71 mm (ohne Pendant 51 mm), Breite 50 mm, Dicke 23 mm
Hornmalerei
Bei der Hinterhornmalerei findet die gleiche Technik Anwendung wie bei der Hinterglasmalerei. Für diese Arbeiten gab und gibt es heute noch Spezialisten. Ein Stück Horn oder Schildpatt, dünn, fast durchscheinend wurde mit spiegelverkehrten Bildern von der Innenseite bemalt und dann auf das Gehäuse aufgebracht. Die Umrandung wird mit Goldeinlagen gestaltet.
Bei dem abgebildeten Motiv handelt es sich um die Geschichte des Rattenfängers, ein mittelalterliches Geschehen, welches in vielen europäischen Städten bekannt ist.