Zurück an den Ufern des Regattasegelns. Nach zehn Jahren und
sechs Teilnahmen steht fest. Der Glanz ist weg. Durch die Einführung der Gruppenwertungen IMS und ORC gab es
schon immer Schwierigkeiten seine Gegner im Auge zu behalten. Doch in diesem Jahr waren auch noch H-Boote am Start.
Mit 70 Teilnehmern ist das Feld auch weit weg von den
Glanzjahren mit 150 Yachten.
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Um es vorweg zu nehmen, die enttäuschende Stimmung setzt
sich durch die ganze Veranstaltung, aber dazu später. Mit dem Auto Anreise am Mittwoch gegen 1900 Uhr, wobei wir
großes Glück hatten mit den Verkehrsbedingungen. Dann Yacht suchen, eine Doufor hatte ich gechartert aber die
fanden wir nicht. Wir, das sind Bernd, Thomas, Ingolf und ich. Ich rief an und bekam die Antwort, unser Schiff ist noch gar
nicht aus dem Winterlager ins Wasser gekommen. Super, zweiter Schock, als Ersatz eine 32 Fus Bavaria mit
dem Namen Mäxchen. Ihr wisst ja, was Max nicht lernte - lernt
......................... Der Komfort stimmte doch der Yardstick ging in den Keller.
Von vorher 104 auf 107 und das ohne Leichtwindsegel. Jammern gilt nicht und so machten wir uns am Donnerstag auf
Trainingstörn. Wende, Startmanöver und Kurshalten standen auf dem Programm.
Meine Mitsegler haben zwar Erfahrungen mit dem Segeln, doch mit Regatta bisher
noch keine Berührungen gehabt. Mit 35kn Wind ging es auch gut zur Sache und ein
Leichtwindsegel würde ich bei diesem Wind nicht vermissen. Zwischen den Tonnen
EZ3 und Sport C ging es bis 13.00 Uhr hin und her. Auf dem Rückweg noch eine
Böenwalze die sich schon ankündigte und schweren Regen mitbrachte. Thomas am
Steuer hatte voll zu tun und unsere Regensachen wurden wenigstens gebraucht.
Als Entspannung ging es noch in Richtung Schleuse um der DEKO-Marina einen
Besuch abzustatten und gleich weiter durch die Schleuse. Die Batavia liegt noch
da, wir haben es kontrolliert. Wenden und zurück durch die Schleuse mit Ziel
Flevo-Marina. Nach knapp 25sm und sechs Stunden Übung reichte es auch. Ich
musste ja noch zur Regattaleitung und unseren Start bestätigen. Startnummer 25
- ein Ziel war ausgegeben. Es ist Freitag und um 0800 Uhr ist Skipperbesprechung. Man
merkt an der Atmosphäre schon, so locker wie es mal zuging geht es nicht mehr.
Verbaler Schlagabtausch ist angesagt. Auch Ingo von Quwo Vadis war da. Nach Jahren wieder mal gesehen
und erkannt Ingo macht neben dem Segeln auch noch Boxen. Er war mit Christa zur Inforunde gekommen. Ihr wisst, der
laufende Meter auf dem Vorschiff bei Ingo. Der Wind sollte drehen und um die beiden Läufe durchführen
zu können wurde Treff Sport C genommen. Alle da hin und die Jury steckt dort
die Strecke ab.Beide Läufe fanden unter guten Bedingungen statt. Bei den
Rücktouren liefen wir unter "Schmetterling" und hatten gegenüber Crews mit Spie
aber ohne Erfahrungen kaum Rückstand. Am Wind kamen wir stark auf. Eine 37 Fus
Bavaria wurde unser Maß der Dinge. Sie musste schneller sein und schaffte
keinen nennenswerten Vorsprung. Auch gab es wieder das Manöver "Fahne zeigen".
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Ihr wisst,
Spie oben und beide Schoten los. Einen schöneren und größeren Wimpel kann man
nun wirklich nicht fahren. In beiden up/down konnten wir einen sechsten Platz belegen
unter IMS Wertung. Mit knapp 31sm zor sich die Veranstaltung bis 1645 Uhr hin.
Rein in die Box und Anlegerbier auf. Wer die gemütlichen Runden in der Hafenkneipe noch kennt,
vergesst es. Es wurde umgebaut um somit Platz für Tische zu haben. Dadurch
kommt mehr Niveau rein aber die Stimmung bei solchen Ereignissen ist weg. Die
Mannschaft maulte auch noch über das Bier - schmeckt nicht - so das es an die
eigenen Reserven ging. Es ist Samstag und heute kommt die Langstrecke. Schon beim
Aufstehen merkte man das sich kein Lüftchen zeigte. Mir graute schon vor den
Vorwindkursen. Bei der Besprechung dann die traurige Wahrheit. Kein Wind
und wenn dann nur thermisch und auch drehend. Genau das richtige für eine 32
Bavaria die selbst gegen einen Mercedes im Wasser ohne Wind keine Chance hat.
Ich will wirklich nicht das Auto beleidigen.
Doch es wurde gestartet. Wir machten einen "Driftstart" oder
kurz gesagt, wir standen an der Startlinie und warteten darüber zu rutschen.
Dazu kam, das einige ganz schlaue gegen unsere Richtung
starteten und dachten sie hätten Recht. Kurz vor dem Start wurde auch noch die Luvboje
versetzt und das Chaos war perfekt. Für mich gab es nur noch kein Ramming zu
machen alles andere findet sich. Es ging zur ersten Tonne die aber nicht mehr
da stand wo sie in der Karte eingetragen ist. Dort war ein Sperrgebiet wegen
Baggerarbeiten. Allein schon diese letzten Sachen zeigen wie Unsicher und
Überfordert die Regattaleitung war. Erst hinterher fand ich heraus, das Klaus
Milchereck die Leitung abgegeben hatte. Ein neuer Mann und viele Fehler. Wir fanden die Tonne, auch schneller als die Bavaria 37 und
es ging hoch am Wind zur nächsten Tonne. Der Kurs gefällt einer Bavaria
überhaupt nicht. Sie lief zwar gut doch die Höhe fehlte am Ende schon. Eine
weitere Kreuz welche andere nicht machen brauchten und wir lagen hinten. Bei
der HR5 angekommen musste entschieden werden auf welchen Bug geht es weiter. Da
Ingolf nach dem Start das Steuer übernommen hatte - seine Entscheidung. Es
findet nur jemand die Lust an Regattasegeln, wenn er auch Entscheidungen
treffen muss. Da wir das Feld vor uns hatten konnte nichts passieren. Langsam
gingen uns die Gegner aus. So das wir uns beim Erreichen der Tonne (Brückenschlag östl. Flevoland) einen
Holzkahn suchten der auch kein Leichtwindsegel hatte. Wir trieben gemeinsam in
Richtung Tonne und hatten 2,5sm vor uns. Jetzt kamen die großen Ideen wie
Besenstiel ins Vorsegel, Handtücher an die Reling, Schlafsäcke raus usw..
Bei kaum noch Wind kannst Du machen was Du willst. Nicht
klapp und sieht nur blöd aus. Doch das größte Problem war die einsetzende Wärme
und der Angriff von Mücken. Es kam noch schlimmer, denn der Holzkahn gab über
Funk die Meldung ab - Holzkahn gibt auf - ?? Auf einmal hatten wir keinen
Gegner mehr. Der letzt war auch noch von uns gegangen. Endlich Tonne und runter mit halben Wind zum Festland wo die
letzte Tonne stand. Doch oh Graus, von dort bis ins Ziel 5sm vor dem Wind. Beim
durchrechnen fiel auf, das dann kein Zielschiff mehr da ist. Die ersten waren
im Ziel und 90min danach wir das Ziel geschlossen. Hier kommt unser Fehler den
ich aber mir anschreiben muss, da ich meine Mitsegler davon überzeugt habe
wenigstens noch innerhalb der zeit im Ziel zu sein. Wir liefen mit halben Wind
und nicht hoch am Wind und somit war die letzte Tonne nicht zu runden. Das dies
ein Regelverstoß ist war klar doch ins Ziel wollten wir auch. Was wir uns aber
vornahmen war, nicht die Platzierung durcheinander bringen. Wir machten warmes
Mittagessen und ließen alle vorbei welche die letzte Tonne ordnungsgemäß
gerundet hatten. Als alle vorbei waren zogen wir wieder dicht und gingen über
die Ziellinie. ABER es gibt immer einen der alles sieht und der auch am
Ende schaut ob man richtig segelt. Protest heißt das Zauberwort. Wir hatten ihn
am Hals und da wir ehrlich sein
wollten, gaben wir diesen auch zu. Wir hatten nichts mit Rängen zu tun da
könnte man es auch einfacher sehen. Wir wurden um (wie viel weiß ich nicht) Plätze nach hinten gepackt und landeten
auf dem 9.Platz. Hier taten wir der Wertung von Pokalen keinen weh. Nach 24sm war für uns um 1700 Uhr auch dieser Törn beendet
und das Freibier was es gab schmeckte auch uns. Aber jeder wuße von unserer
Abkürzung. Zu diesem Zeitpunkt waren wir mehr im Gespräch als der
Sieger. Auch schön. Beim NRW werden die Platzierungen in Punkte umgewandelt. Das
bedeutet für uns zweimal 6. Platz und einmal 9. Platz mach 21 Punkte. Die Sieger (es gab drei) hatten jeweils 3. Punkte weil drei
Siege in den Gruppen. In der Wertung fielen die H-Boote raus und es kamen 60
Yachten in die Zählung. Mit zwei anderen Yachten zusammen kamen wir mit unseren 21
Punkten auf den 29.Platz von 60 Yachten. Mehr ist nicht drin ohne richtige
Besegelung. Am Abend dann die Siegerehrung - klar dabei sein ist alles
doch gewinnen macht bestimmt auch Spaß. Jedenfalls sah das so bei den
Besatzungen aus die Preise bekamen.

Noch ein Fazit: Nach der Siegerehrung verließen viele Crews die
Veranstaltung. Alles Mannschaften mit Sponsor und Einheitskleidung. Die
feierten unter sich und leckten sich vielleicht sogar gegenseitig die Flügel.
Der Rest wie wir hofften auf die Tombola - Pustekuchen die
gibt es nicht mehr da die Sponsoren lieber Mannschaften unterstützen. Gut dann
trinken wir einen. Auch ein Problem, denn die Wertmarken wurden abgeschafft
weil nicht alle zurückkamen und somit Bier übrig war. Also Musik hören und abrocken, auch schwer weil keiner auf
die Fläche geht da die Musik am Publikum vorbei spielte. Die waren gut, doch
passte das eher zu einem Konzert. Es blieb noch aushalten und quatschen. Schlecht bei lauter
Musik und dann gab es frühe Verabschiedungen und die Halle war leer. Die
Musiker merkten das auch und machten Schluss und so hätte man um 2400 Uhr schon
selig schlafen können. Für mich die letzte Veranstaltung. Ich bin gerne bereit wenn
das Boot und dessen Besegelung es zulassen um Gruppenpreise mit zu kämpfen. Für
Spaß an der Freude gibt es zu wenig Freude. Die wurde dem NRW-Cup genommen!!!
Nachlesen auf der Seite des Veranstalters unter: http://www.nrwcup.de
Bis die Tage
Burkhard
1. Lauf = 6. Platz 2. Lauf = 6. Platz 3. Lauf = 9. Platz nach
DNF
Insgesamt 21 Punkte = Platz 29.
Bericht von Ingolf : Link
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