Zwei
Mann auf einer Bavaria 30 mit Kurs quer durch das Maarker Meer. Klingt
gut und kann auch so werden. Handicap, einer kann nicht segeln. Andreas
war zum ersten Mal auf einer Segelyacht. Ab
Naarden ging es am 28.07. früh los. Ein Ziel gab es noch nicht, da Naarden sehr
südlich liegt und der Wind aus NW kam. Es bestand die Vorstellung vielleicht
nach Amsterdam zu gehen. Als
die Leinen los und die Hollandbrücke unterquert war, gingen die Segel
hoch und wie kreuzten hart am Wind nach Nord. Bei
4Bft machte das richtig Spaß und auch Andreas war zufrieden, denn das gestrige
Abendessen blieb dort wo es war. Auf Höhe Insel Pampas wird es Zeit für
die Entscheidung. Links nach Amsterdam, rechts nach Marken – Horn – Lelystadt.
Nach
Amsterdam bedeutet kreuzen und zur anderen Seite Raumschot und das war
gemütlicher. Also Richtung Ost mit Ziel Lelystadt. Nur
mit Vorsegel machten wir trotzdem 5 kn über Grund bei 15kn Wind. Der
Autopilot gab mir von Zeit zu Zeit eine Pause oder Andreas versuchte die Yacht
auf dem Wasser zu behalten. Das Land hatte eine eigensinnige Anziehungskraft
so das er immer weiter nach Steuerbord kam. Es
sind die Steuerfehler eines Anfängers. Kurs halten ohne Ziel am Horizont ist
nicht einfach. Leider konnte man schon gegen Mittag erkennen, das der Himmel
sich veränderte. Windböen kamen häufiger und brachten die ersten Zeichen von
schlechtem Wetter. Wer
lange nicht in Lelystadt war, sollte sich nicht über die veränderte Einfahrt
zum Hafen und der Schleuse wundern. Es
gab ja schon immer zwei Einfahrttore in den Bereich, doch der hintere am alten
Stadthafen ist verlegt worden. Die alten Koordinaten stimmen nicht mehr. Du
kannst die Länge um 1 Grad verringern, dann stehst Du vor der neu geschaffenen
Einfahrt. Wir
waren auch dort und hatten achterlichen Wind von 20 kn und machten unter
Vorsegel 5-6kn über Grund. Einige
Segler nehmen von der Schleuse kommend diese Ausfahrt auf das Maarker Meer.
Leider hatte ich auch ein paar Pfeifen vor mir auf Gegenkurs. Ich musste Platz
machen und wollte dies auch, doch jedes Mal drehten die auch ab und liefen
wieder auf meinen Kurs. Den Motor wollte ich eigentlich nicht starten, doch
wenn die nicht wissen wohin muß ich wohl oder übel, denn sie hatten
Backbordbug. Als
nur noch 20-30m zwischen uns liegen merken die wohl selbst, was für ein hin und
her sie veranstalten und ziehen endlich über Steuerbordbug weg. Doch das
schönste ist, die hatten den Motor an und das Segel war Alibi. Bei diesen
Winden schlug es hin und her und das Ruder lief dem Steuermann immer aus der
Hand. Als
wir auf einer Höhe waren hob er zwar die Hand und winkte, doch eine Pfeife
bleibt er trotzdem. Ich
winkte zurück mit der Handfläche vor der Stirn. Nach
dem Theater rein in den neuen Vorhafen wo das Wasser ruhig war. Es wehte immer
noch ganz schön aber es gab keinen Wellengang mehr. Über
Funk kamen die ersten Anfragen zur Schlepperhilfe. Einige unserer Segler lagen
auf Leegerwall und kamen mit eigener Maschine nicht mehr weg. Einen
Katamaran traf es ganz hart. Er musste mit Mastbruch abgeborgen werden. Zum
Glück ist auf die Holländische Küstenwache verlass. Wir
lagen an unserem Steg vor Wellenschlag geschützt und das reichte mir auch.
Allein verlegen in eine Box wollte ich nicht bei diesem Wind.

Nach 25sm konnte
das erste Bier aufgemacht werden dem dann eine Ortserkundung folgte und das
zweite Bier. Die
Kneipe im Hafen war auch kaum besucht, da ein "Draußen sitzen" nicht ging und es
drinnen einfach zu klein ist. Aber
bei mir ist noch keiner verhungert. In
der Nacht hatte der Wind gedreht und an Stärke verloren. Es war eine ruhige
Nacht und gegen Morgen hatte der Wind nochmals die Richtung geändert und stand
uns für die Rückfahrt nach Naarden 30 Grad gegenan. Unter
Vollzeug raus und ohne Kreuz hart am Wind kamen wir bis zur Tonnenkreuzung
Naarden – Amsterdam. Jetzt
wurde es ganz ruhig. Großsegel runter und nur mit Vorsegel nach Süden zum
Hafen. Die
Einfahrt ist eng aber durchaus gut zu befahren. Jetzt noch tanken und dann in
die Box. Es
klappte alles ohne Stress und so konnten wir gegen 17.00 Uhr unsere Yacht
verlassen und die Heimreise antreten. Ich
war zufrieden, denn mir ging es darum Wind im Gesicht zu haben. Kein
bestimmtes Ziel und zwei Tage nur segeln. Ob
Andreas das auch so sieht, weiß ich nicht genau. Ihm hatte es die Stimme
verschlagen, so das es eine ruhige Heimreise wurde.
Bis
die Tage
Burkhard
PS:
Nach Fertigstellung des Berichtes
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Andreas hat es gefallen, er ist halt manchmal ruhig
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