Realisierung
Grundgerüst
Wie
in der Planung bereits erwähnt, entschlossen wir uns für
eine Schweißkonstruktion aus Eisen. Da aufgrund der
unbekannten Lastverteilung eine genaue Festigkeitsberechnung
nicht möglich war, wählten wir 30 x 30 x 3 mm
Winkelprofile, um auf der sicheren Seite zu sein. Insgesamt
wurden 15 kg Eisenprofile verbaut, was immer noch weniger ist,
als das Gewicht der ausgebauten Rückbank.
Von den
Schweiß- und Schneidarbeiten gibt es aus naheliegenden
Gründen keine Bilder, dafür sieht man auf dem Bild
rechts den allerersten Einbau der fertigen
Grundkonstruktion.
Natürlich muss Eisen gut vor Rost
geschützt werden, wir haben es einfach mit zwei Schichten
hellgrauem Rostschutzlack angestrichen. Die auf dem Boden bzw.
Tank aufliegenden Flächen wurden mit Gummiabdichtband
beklebt, einerseits zum Schutz des Autos, andererseits um ein
Verrutschen zu erschweren. Die Teile der einbaufertigen
Konstruktion, einschließlich einem zuvor nicht
beschriebenen Abstandhalter zwischen den vorderen Stützen,
sind im Bild unten rechts zu sehen.
Und nun kommen wir zum Höhepunkt unserer bisherigen Bildersammlung - das fertig lackierte Grundgerüst im eingebauten Zustand:
Detaillösungen
Und
nun zum für die Bastler interessanten Teil: Der vordere Teil
der Konstruktion, bestehend aus den Profilen für die
Liegefläche und den Stützen für den Fußraum,
ist drehbar zusammengeschraubt. Für den Transport können
die beiden Teile platzsparend parallel zueinander
zusammengeklappt werden. Zum Aufstellen wird die Stütze 270°
um das Gelenk gedreht, bis sie rechtwinklig ansteht. In dieser
Form wird die Konstruktion hinten im fix im Auto verbleibenden
Gerüst eingehängt und vorne in den Fußraum
gestellt.
Um ein zu starkes Schwanken des Vorderteils zu
unterbinden, wurde zusätzlich ein Abstandhalter zwischen den
Stützen eingehängt. Dieser führt zwischen
Schalthebel und Mittelkonsole durch.
Mit 120cm Länge
passen die zusammengeklappten Vorderstützen und der
Abstandhalter noch quer hinter die Sitze.
Und
nun zum anspruchsvollen Teil - der Abstützung des Gerüstes
in der Mitte des Autos. Wie bereits erwähnt ist der Tank
nicht gerade ideal dafür geeignet, aber die einzige
Möglichkeit. Wir haben daher ein an die Form des Tankes
angepasstes abgerundetes Bein konstruiert, damit die Last etwas
verteilt wird. Da dieser Teil des Autos üblicherweise die
schwere Rückbank mit den Insassen trägt, muss man sich
an diesem Punkt keine weiteren Sorgen machen.
Im Bild rechts
sieht man auch, wie die vorderen Stützen eingehängt
werden (die gleiche Technik wurde beim Abstandhalter vorne
verwendet).
Bleiben
noch die hinteren Abstützungen. Einzige Besonderheit hier
ist, dass die im Kofferraum bereits vorhandenen Befestigungsösen
genutzt werden, um das Gestell sicher, einfach und schnell zu
fixieren. Durch einen minimalen Abstand zur Heckwand wird auch
eine Beschädigung derselben vermieden.
Des weiteren
wurde auf zwei Dinge geachtet: Erstens ist das Winkelprofil etwa
15 cm vom Heck aus ausgeschnitten, um unsere drei 10 l
Wasserkanister nebeneinander unterbringen zu können.
Zweitens wurde direkt am Heck statt eines Winkelprofils ein
Flacheisen verwendet, in das ein Tisch eingehängt werden
kann (abgesehen davon, dass dadurch ein paar weitere cm in der
Länge eingespart werden).
Zu guter Letzt wurden die
Flächen, auf denen die Bretter aufliegen oder die Kanister
anstroßen, ebenfalls mit dem Gummiabdeckband beklebt, um
Verrutschen oder Beschädigungen vorzubeugen.
Abmessungen
Aufgrund der Nachfrage haben wir einen Plan mit den ungefären Abmessungen erstellt. Wir können aber nicht oft genug betonen,
dass das Gerüst in jedem Fall ins das eigene Fahrzeug eingepasst werden muss (vor Allem Teile wie z.B.
die Haken gegens Verrutschen bzw. Abstützung auf dem Tank).
Liegefläche
Wir
haben zuerst die allgemeine Stabilität unserer Konstruktion
anhand einer 16mm Stabsperrholzplatte getestet. Obwohl sie sich
nur leicht durchgebogen hat, haben wir dennoch letzten Endes
hochwertige 12mm Multiplex-Platten verwendet. Unsere Liegefläche
ist an der längsten Stelle etwas über 2m lang und
zwischen einem (Kofferraum) und 1.20 m (Innenraum) breit.
Dahinter passen wie geplant noch drei 10l
Wasserkanister.
Insgesamt
kommen wir auf 5 Bretter, drei 120 x 40 cm, von denen das
vorderste an die Kontur des Armaturenbrettes angepasst wurde,
eines mit 120 x 35 cm für die Klappe und den Tisch mit 100 x
45 cm. Die vorderen drei Bretter liegen lose auf dem Gerüst.
Durch das auf den Kontaktflächen aufgeklebte
Gummiabdichtband bewegen sie sich aber nicht nennenswert.
Vom
vordersten Brett wurde ein Stück von 78 x 7 cm
herausgeschnitten, um den Raum vor dem Handschuhfach zusätzlich
für die Liegefläche auszunutzen.
Das
35cm breite Brett hingegen ist mit Scharnieren am fix im Auto
verbleibenden Gerüstteil verschraubt. Dadurch ist der
darunterliegende Gepäckraum leicht zugänglich. Die
Klappe wird mit vier Schrauben und passenden Flügelmuttern
in entsprechenden Bohrungen direkt am Gerüst
befästigt.
Dahinter befindet sich als letzter Teil der
Liegefläche der Tisch, welcher im Folgenden beschrieben
wird.
Tisch
Als
Basis für den Tisch dient ein 45 x 96 cm Multiplexplatte und
ist damit etwas länger als das Gestell im Kofferraumbereich
breit ist. Auf die Platte wurde mit einer weißen
Schichtstoffplatte geklebt, um die Oberfläche Schntt- und
Wasserfest zu machen. Zusätzlich sind unten Holzleisten zur
Verstärkung angebracht, ein Aluminiumprofil schützt die
Kanten. Im Bereich der Träger des Gestelles wurden die
Leisten ausgespart und das Aluminiumprofil ausgeschnitten, sodass
der Tisch im eingebauten Zustand auf etwa die gleiche Höhe
wie die restlichen Platten versenkt werden kann.
Der
Tisch kann mit einem Befestigungsprofil an der hinteren
Quertraverse des Gestells im entsprechenden Gegenstück
eingehängt werden. Solche Profile sind im Campingfachhandel
erhältlich, können aber auch selbst gebogen werden. Als
Tischfuß dient ein verzinktes Wasserrohr. Am oberen Ende
ist eine Schraube angeschweißt, die passende Mutter ist in
einer mit dem Tisch verschraubten Platte versenkt. Das untere
Ende ist mit einer passenden Gummikappe abgedeckt
(Flaschenstöpsel). Bei ausgebautem Tisch ist gleichzeitig
der Zugang zu Vorräten und Kochutensilien frei.
Matratze
Für
die Liegefläche haben wir uns bei IKEA die Matratze "Sultan
Florvag" (o.Ä. wer erfindet eigentlich diese Namen?) in
der 200 x 140 cm Ausführung um knapp 80 € besorgt. Sie
besteht aus zwei unterschiedlich festen Lagen - um diesen Preis
würde man im Fachhandel kaum einen Quadratmeter Schaumstoff
bekommen.
Als erstes haben wir die gesamte Matratze auf eine
Breite von 122 cm gekürzt, damit sie in den Innenraum passt.
Zum angenehmenren Lagern und Transportieren haben wir sie
außerdem quer in drei Teile zerschnitten. Der hinterste
Teil ist an die Form des fixen Gestells angepasst, d.h. die
Ratkästen wurden ausgeschnitten.
Er
reicht vorne um 2cm über das Gestell hinaus, damit die
Klappe problemlos aufgeht. Dieser Teil der Matratze kann somit
fix im Auto bleiben. Und er verhindert, dass sich die
Wasserkanister bewegen.
Den verbleibenden Schaumstoff
haben ist genau in der Mitte geteilt. Der mittlere Teil bleibt
rechteckig, wärend am vorderen Teil noch der Bereich um das
Lenkrad freigeschnitten wurde. Somit ist der Schlafplatz auf der
Beifahrerseite noch ganze 2m lang, was länger ist als die
meisten herkömmlichen Wohnmobilbetten. Auf der Fahrerseite
ist die Matratze 11 cm kürzer.
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