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Der Staat hat im Gefolge der Finanzkrise und im Rahmen der Stützung angeschlagener Banken die Fusion der Dresdner Bank mit der Commerzbank mit 18 Milliarden € an Steuergeldern abgesichert. Währenddessen haben die Spitzenmanager der Dresdner Bank ihre Vergütung im Katastrophenjahr 2008 auf 58 Milliarden € mehr als verdoppelt und dies angesichts der Tatsache, dass ihre Bank einen Verlust von 6,3 Milliarden € eingefahren hat. Allein die Investmentbank Dresdner Kleinworth vergibt Bonuszahlungen von 120 Millionen €.
Die Bundesregierung schaufelt eine Vielzahl von Milliarden € nahezu ungesichert und ohne funktionierende parlamentarische Kontrolle in ein Fass ohne Boden, um so genannte systemrelevante Banken vor der Zahlungsunfähigkeit zu retten, gleichzeitig wird nahezu unkontrolliert mittels von Konjunkturprogrammen in dreistelliger Milliardenhöhe in die marode Wirtschaft investiert, um den durch die Finanzkrise ausgelösten Abschwung aufzufangen. Was derartige Ausgabenorgien bewirken, kann man aus den vergangenen Fehllenkungen der Wirtschaft anlässlich der Vereinigung von Ost- und Westdeutschland ablesen. Die Korruption blüht, Bürokraten lassen sich wie unabsichtlich von Betrügern und Adepten des Großkapitals über den Tisch ziehen und alle wundern sich, warum am Ende dabei für die Allgemeinheit nichts Brauchbares rausgekommen ist.
Kapitalismus ist, wenn stets alles getan wird, was allgemein hin nur dem Kapitalisten nutzt.
Eine effektive Aufsicht der Finanzwirtschaft hat nie stattgefunden und während die Manager und Spekulanten ungetrübt von staatlicher Kontrolle zwecks persönlicher Bereicherung die Finanzwirtschaft in den Ruin treiben konnten, machen sie nun den großen Schnitt mit deren Sanierung auf Kosten der Steuerzahler. Am Ende werden genau diejenigen Spekulanten und Absahner die großen Gläubiger der finanziell ruinierten Staaten sein, die den Karren gegen die Wand gefahren haben. Staat und Allgemeinheit liegen am Boden, dem Kapitalisten aber gehört weiter die Welt.
Während bei der Subventionierung des krisenhaften Kapitalismus sich also ein völliger Kontrollverlust der Staatsausgaben abzeichnet und sich die Verantwortung für die Misere im Nirwana der unhinterfragbaren Systemimmanenzen auflöst, hat eine gewaltige Kontrollbehörde des Staates und eine Heerschar nichtsnutziger und menschenverachtender Bürokraten nichts besseres zu tun, als den armseligsten der Armen in den Blechnapf zu schauen und die von ökonomischer Ohnmacht gebeutelten Opfer des Systems in Gestalt der Hartz-IV-Empfänger bis ins Mark zu schikanieren und ihrer selbstbestimmten Lebensführung zu berauben, als ob gerade sie das verdient hätten, als ob eben sie es wären, die ihre Macht missbraucht hätten, indem sie sich in herausragender Position als Elite und Weltenlenker jeglicher Verantwortlichkeit entzogen hätten, um die Allgemeinheit in ihrer unersättlichen Geldgier auszuplündern.
Neulich kürzte eine Behörde einem Bettler den Hartz-IV-Satz, weil deren Bürokraten in der Blechbüchse der bedauerlichen Kreatur an verschiedenen Tagen einen angeblichen Bettelbetrag von 6 € und 1,40 € erschnüffelt haben.
Ist das die Staatsaufsicht die wie haben wollen? Hat so einer es verdient auf solch schreckliche Art heruntergemacht zu werden? Ist er der Täter oder das Opfer, wenn er als Bettelbursche nichts anderes tut, als seinem jämmerlichen Überlebenstrieb nachzugehen, wenn er in erniedrigender Weise um Almosen bettelt, um sein karges Dasein minimal erträglicher zu gestalten. Ist dieses erbärmliche Leben eine Erträglichkeit, die man ihm nicht zugestehen darf?
So also sehen die Ungleichgewichte aus. Die Wirtschaftskrise ist nichts als die logisch wiederkehrende Folge dieser völlig abwegigen Werteordnung, die die Unverantwortlichkeit der Mächtigen und Reichen in der innovative Selbstregulierung des Marktes feiert als Reich der Freiheit, während ihre Leistungskriterien in Wirklichkeit nichts mehr bedeuten, als dass die Mächtigen am Drücker und die Reichen, ungehemmt von einer Gesamtverantwortung und Fürsorge für die Gemeinschaft, sich unverdient gegenseitig die Pfründe zuschieben können und gleichzeitig in perfider Weise mit dem Finger auf die Ohnmächtigen zeigen, die sich nicht dagegen wehren können, von einer ökonomischen Teilhabe an den Gütern der Gesellschaft ausgeschlossen zu werden. Denn die einen führen das gute Leben auf Kosten der anderen, indem sie sie systematisch übervorteilen, bevormunden und ihrer ihnen Kraft Menschenwürde zustehenden Anerkenntnis und Lebensperspektive berauben.
Vgl. Tagesspiegel v. 28.3.09, S.3, Retterdämmerung v. Harald Schuman u. S.15, Rekordverluste und Rekordverdienste v. H. Mortsiefer u. R Obertreis
Vgl. Süddeutsche Zeitung v. 28.3.09, S.1, Deutschland ganz unten v. Rolf Wiegand
Randbemerkung: Der Ex-Chef der Dresdner Bank hat auf seine Abfindung von 3,6 Millionen € verzichtet, er betont hingegen, eine rechtliche Handhabe gegen die Geldausschüttung der restlichen 54 Millionen, die der Bevölkerung nicht vermittelbar sei, sei nicht gegeben. Die Hartz-VI-Behörde andererseit erklärt, eine Kürzung der Bezüge des Bettlers sei gesetzlich geboten.
Wer je etwas anderes erwartet hat, hat nicht verstanden wie unsere Gesellschaft funktioniert.
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