Wie legt man eine Sammlung an?
Inhalt:
2. Präparation
Die Einrichtung einer Sammlung hängt von der Absicht des Sammlers ab. Manch einer besammelt nur ein spezielles Gebiet, welches für ihn interessant ist, ein anderer möchte die ganze Vielfalt von den Bergen bis ins Tiefland in seiner Sammlung darstellen. Wieder andere spezialisieren sich nur auf Schmetterlinge, oder ausschließlich auf Käfer etc. Ein besonders lohnendes Gebiet sind auch die sehr zahlreichen Arten der Kleinschmetterlinge.
Wichtigste Voraussetzung für eine Sammlung sind die Sammlungskästen, welche in der Regel verglast sind. Für verglaste Kästen braucht man einen dicht schließenden Schrank, denn Licht schadet den Insekten. Sammlungskästen gibt es in genormten Größen zu kaufen (siehe entomologische Links), mit entsprechender Ausrüstung kann man sie auch selbst anfertigen. Sie müssen vor allem dicht schließen, damit kein Staub oder etwaige Schädlinge eindringen können. Eine gut gepflegte Sammlung kann Jahrhunderte unbeschadet überdauern.

Beispiel eines Sammlungskastens sowie eines fachgerecht etikettierten Falters
Die Sammlungskästen müssen regelmäßig alle paar Monate kontrolliert und gegen Schädlinge desinfiziert werden. Schädlich für eine Sammlung sind vor allem die Larven des Speckkäfers sowie des Museumskäfers. Diese Käfer legen ihre Eier an den Spalt, wo die Kästen schließen, die winzigen, frischgeschlüpften Larven finden dann ihren Weg ins Innere der Kästen, wo sie dann in den Körpern der Sammlungsexemplare nagen. Egal wie alt die gesammelten Spezies bereits sind, sie sind nie sicher! Auch im sogenannten Luftplankton finden sich Lebewesen, welche in den Sammlungskästen Schaden anrichten.
CHEMIKALIEN
Zum Schutz und zur Erhaltung der gesammelten Insekten haben sich bestimmte
chemische Mittel bewährt. Dabei wäre anzumerken, dass die in älteren
entomologischen Fachbüchern erwähnten Chemikalien nicht mehr verwendet werden,
um die Gesundheit des Sammlers nicht unnötig zu strapazieren. In älteren Werken
(z.B. 1973) wird noch der Einsatz von DDT, BCH, Paradichlorbenzol, Naphtalin
sowie Lindan enthaltende Mittel empfohlen. Nach meiner eigenen Erfahrung muss
die chemische Keule nicht unbedingt immer und überall zum Einsatz kommen,
sondern es genügt meistens, harmlose jedoch stark riechende Substanzen in die
Sammlungskästen zu geben. Wenn der Geruch stark genug ist, um den Geruch der im
Kasten befindlichen Sammlungsstücke zu überdecken, werden die Schädlinge erst
gar nicht angelockt. Es empfiehlt sich aber, keine Stoffe zu verwenden, welche
über die Luft Feuchtigkeit oder Öl freisetzen. Erstere könnte die Präparation
zunichte machen, durch zweites könnten die Insekten ölig werden. Ich selbst
verwende zur Schädlingsabwehr erfolgreich seit vielen Jahren Mottentabletten auf
pflanzlicher Basis (Pajouli, Lavendel oder ähnliches).
Vorsicht: falls die Einsteckunterlage im Sammlungskasten aus polyethylenhaltigem
Material besteht (Polystyrol, Styropor), dann sollte dieses Material von
Mottentabletten gut abgeschirmt werden, da es ansonsten zerstört wird.
Mittlerweile ist man in der Entwicklung von schützenden und desinfizierenden
Mitteln wiederum einen Schritt weitergegangen und nun werden pulverisierte
Kampfer- und Thymolextrakte im Fachhandel angeboten, welche noch unbedenklicher
sein sollen als alle bisher erhältlichen Mittel.
Viele
der heutigen Mottenschutzpräparate enthalten hochgiftige Substanzen, die sich
nicht nur auf den Magen der Motten schlagen.
Noch
vor nicht allzu langer Zeit waren es Naphtalinkugeln, mit denen gegen Motten
vorgegangen wurde. Zwei verschluckte Naphtalinkugeln (Kinder!) können sich
bereits tödlich auswirken, das bloße Einatmen von Naphtalin führt zu
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Aber (Chemie)-Schwamm drüber,
Naphtalinkugeln scheinen heutzutage vom Markt verschwunden zu sein.
Gegenwärtig
werden hauptsächlich Mottenkugeln, bzw. -streifen und -papier aus
Paradichlorbenzol angeboten. Diese Substanz fällt als Abfallprodukt bei der
Herstellung von Monochlorbenzol, einem Lösungsmittel, an und müßte als Giftmüll
entsorgt werden. Daß sich aus der Not eine Tugend machen läßt, zeigt sich
damit einmal mehr. Denn statt Entsorgung per Sondermüll wird Paradichlorbenzol
nun, wie bereits erwähnt, zu Mottenschutzmitteln und WCDuftkugeln
verarbeitet, verkauft und solchermaßen über die Luft bzw das WCSpülwasser
entsorgt.
Tatsache
jedenfalls ist, daß sich dieser Giftmüll im Produkt wiederfindet, in der
Umwelt kaum abgebaut werden kann und sich weltweit in der Luft und im Wasser
ansammelt.
Die
Dämpfe von Paradichlorbenzol können, laut dem im Thieme Verlag erschienenen
„Vergiftungsregister“, folgende unangenehme Wirkungen verursachen: Haut- und
Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen und Schwindel. Bei höheren Dosierungen
wurden außerdem Nieren- und Augenschäden beobachtet.
Wieso
viele Hersteller nicht einmal die Inhaltsstoffe angeben, scheint also andere Gründe
als Sparsamkeit zu haben. Ganz besonders gute Gründe für das Verschweigen der
Inhaltsstoffe dürften dabei die Erzeuger jener Mottenschutzprodukte haben, die
Lindan enthalten.
Nicht nur, daß bei der Herstellung von Lindan das Supergift Dioxin entsteht, reichert sich Lindan durch seine Langlebigkeit auch in der Nahrungsmittelkette an und konnte bereits in großen Konzentrationen in der Muttermilch und im Blut von Neugeborenen nachgewiesen werden. Viele Länder, darunter die BRD, Japan und die USA reagierten darauf bereits mit einem Verbot oder zumindest mit starken Einschränkungen im Verwendungsbereich. Nicht so Österreich. Lindan tritt durch die Haut in den Blutkreislauf ein und kann das zentrale Nervensystem schädigen. Im bereits erwähnten „Vergiftungsregister“ werden folgende Symptome angeführt: Erbrechen, Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen, Atemlähmung, Blutschäden und Blutzuckeranstieg. All diese angeführten schweren Geschütze stellen natürlich Extremwirkungen des Giftes Lindan dar, deren Aufzählung aus einem ganz bestimmten Grund berechtigt zu sein scheint: Lindan wirkt, wie bereits erwähnt, über den Hautkontakt, und Mottenschutzmittel haben eben die Eigenschaft, sich an die Kleidung anzuheften.