Was ist eine Zwerchfellhernie ???
 

Nun, da wir keine Mediziner sind und möchten, das jeder, der dies hier liest, es auch versteht, werden wir es mit einfachen Worten beschreiben und zwar so, wie wir es
erlebt und von den Ärzten erklärt bekommen haben.

Bei einer Zwerchfellhernie (Diaphracma hernie) entsteht in der Entwicklung des Babys im Mutterleib ein Loch im Zwerchfell. Durch Ultraschall läßt sich nie genau
sagen, wie groß dieses Loch ist, ob es überhaupt ein Loch ist, oder ob das Zwerchfell gar nicht existiert. Bei uns sagte ein Ultraschallarzt, es sei nur ein kleines Loch, in
Wirklichkeit war es aber ein großes. Um zu verstehen, was das Zwerchfell im Körper eigentlich tut, muß man wissen, das im Brustbereich ein anderer, als im Unterleib
ist. Das führt nun dazu, daß Organe vom Unterleib durch dieses Loch "gezogen" in den Brustkörper gezogen werden.
Es gibt viele Positionen, wo ein solches Loch entstehen kann, entsteht es links, ist es etwas "besser", als wenn es rechts entsteht. Das liegt daran, daß rechts unter
anderem noch die Leber mit "hochrutschent" kann, was links meistens nicht passiert. Dafür wird aber meistens der Magen und der Darm auf jeden Fall mit eingezogen,
die Leber kann auch als Stopfer wirken, sie ist nämlich sehr große und kann das Loch versperren, nur ist die Gefahr sehr groß, das sie ebenfalls mit in den Brustkorb
rutscht.
Dadurch, daß jetzt viele Organe im Brustkörper sind, die dort eigentlich nicht hingehören, wird eine der Lungenseiten stark in seiner Entwicklung eingeschränkt. Es kann auch vorkommen, daß das kleine Herzchen seine Seite wechselt, was aber eigentlich nicht schlimm ist. Um die betroffene Lungenseite zu stärken, gibt es sogenannte
Lungenreifungsspritzen, wodurch sich die Lungen besser entfalten können, in unserem Fall war sie aber trotzdem noch halb groß.
Im allgemeinen sind die Überlebenschancennicht so gut, man sollte aber immer die Hoffnung behalten, denn es gibt besonders in Mannheim sehr gute Ärtzte und
Geräte, die sich ausführlich mit dem Baby beschäftigen. Das Problem ist ersteinmal das frühzeitige Erkennen der Zwerchfellhernie, ist diese ersteinmal schon auf dem
Ultraschall erkannt, hat man bessere Chancen, weil man sich dann schon mit den Ärzten besprechen kann und die Geburt besonders gut planen kann. Ansonsten wird es
kritisch, weil das Baby wichtige Zeit verliert.
Nach der Geburt wird es sofort inturbiert und die Ärzte versuchen es zu stabilisieren, ist dies ersteinmal geschafft, steht der eigentlichen Operation meistens nichts mehr
im Wege. Doch die Krankheit ist recht heimtückisch und wir haben verdammt viel Glück gehabt, daß unser Kind ein echter Musterpatient war. Mache Babys sind
schlecht zu stabilisieren.Dafür hat die Klinik in Mannheim  eine Maschine, die die Lungentätigkeit übernehmen kann, damit sich das Baby erholen kann. Diese Maschine
heißt Ecmo.
Bei der OP werden die Organe, die nach oben rutschten, durch das Loch wieder zurückgezogen, dannach wird das Zwerchfell vernäht. Dabei ist es gut, wenn noch ein
Rand des Zwerchfells existiert, wie in unserem Fall, dann werden nämlich keine Fremdkörper benötigt, um es zu verschließen. Ansonsten wird ein sogenannter Patch
benutzt, eine Materialie aus Goretex, in diesem Fall muß das Baby aber später noch einmal operiert werden, weil der Patch mit dem Alter nicht mitwächst.

Nach der Operation muß sich das Baby richtig erholen, es wird eine Woche dauern, bis es voll aufgewacht ist. Mit einer erfolgreichen Operation ist man eigentlich
schon sehr zufrieden, für uns war es eine richtige Erleichterung und von da an ging es mit unserem Tobias immer wieder aufwärts, doch es gibt immer wieder kleine
Tiefen und Rückschritte. Zum einen muß der Verdauungstrakt richtig arbeiten können, die Atmung muß richtig funktionieren und man braucht viel Kraft, um das alles
mit seinem Kind durchzustehen.
Eigentlich hätten wir unseren Tobias schon bald mit nach Hause nehmen können, wäre noch eine weitere Komlikation eingetreten, die uns wieder um einige Wochen
zurückwarf. Ein Lymphgefäß war verletzt gewesen, passiert manchmal versehentlich bei der Operation. Durch dieses Gefäß werden langkettige Fettsäuren tranportiert
und da es so klein ist, kann man es nicht durch eine Operation schließen, sondern nur warten, bis das Loch verklebt. So laufen die Fette in den Brustbereich hinein und
sammeln sich dort, bis sie abgesaugt werden. Die Ärzte sagten, daß es bis zu drei Monaten dauern könne, bis sich dieses kleine Loch verschließt, bei unserem Tobias
waren es allerdings nur zwei bis drei Wochen. Während dieser Zeit bekam er eine Spezialmilch, die nur sehr wenige langkettige Fettsäuren enthielt.