Sozialforum Bergedorf?
Wer ist das nun wieder?
Das
Bergedorfer Sozialforum
ist eine lokale Vereinigung von Menschen, die gegen die
Sozialreformen argumentieren und sich wehren. Dazu werden
auf dieser Seite die
Hauptpunkte
des Sozialabbaus aufgelistet, die angsttreibenden
Schreckensbilder
der Globalisierung vorgeführt und eine allgemeine
Begründung
unserer Aktivitäten gegeben.
Bei unserer Gründung
sind wir mit folgenden gemeinschaftlich beschlossenen
Aufruf an die Öffentlichkeit in Bergedorf getreten:
Aufstehen für eine solidarische Gesellschaft!
Die Qualität einer Gesellschaft erkennt man unter anderem auch daran,
wie diese mit Kindern, den wirtschaftlich Schwachen, den Kranken oder den alten
Menschen umgeht.
Mit der Agenda 2010 hat die Regierung einen Politikkurs eingeschlagen, der
darauf abzielt, Einsparungen genau bei diesen Bevölkerungsgruppen zu
realisieren.
Während die Reichen immer reicher werden, soll die
Bevölkerungsmehrheit die
Kosten tragen. Soziale Sicherungssysteme werden ausgehöhlt,
Leistungen wie Arbeitslosengeld gekürzt und immer mehr Menschen
verarmen. Damit werden neue soziale Problemlagen geschaffen, auf die mit
Repressionen reagiert wird.
Wir wollen eine andere Politik!
- Geld ist in unserer Gesellschaft genug vorhanden - für eine Umverteilung
von oben nach unten!
- Keine Kürzung der Löhne, der Renten und Sozialhilfe,
von Arbeitslosengeld und -hilfe!
- Keine Aushöhlung des Kündigungsschutzes und der Tarifverträge!
- Keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen und bei der Bildung!
- Schluss mit den Privatisierungen und Steuergeschenken
für Reiche und Konzerne!
- Abrüstung statt Sozialabbau!
Alle gemeinsam für den Erhalt und den Ausbau einer Gesellschaft,
in der die Lebenschancen nicht vom Einkommen abhängig sind.

Hauptpunkte des neoliberale Sozialabriss
- Niedriglöhne,
1-Euro-Jobs,
Lohnabstandsgebot,
Aufhebung des Kündigungsschutz,
als Drehtür und Abwärtsspirale zur Entqualifizierung
und Verarmung der Beschäftigten und besonders der Arbeitslosen.
Die Forderung nach besinnungslosen Arbeitszeitverlängerung, womit
den Erwerbslosen die letzte Chance eines regulären Arbeitsplatz
genommen wird, statt möglicher Arbeitszeitverkürzung aller.
- Die Gesundheitsreform mit Praxisgebühr oder Kopfpauschale zur
Streichung von Leistungen und Betonierung der Klassenmedizien.
Die faktischen Kürzung der Renten, auch besonders hart der
Niedrigrenten, als Bruch des Generationsvertrag, sowie der Kapitalisierung
des Altersruhestands durch die Riester-Rente.
- Die radikalen Kürzung der Lebenshilfen für Behinderte als
Aussonderungs- statt Integrations-Politik.
Der Ausverkauf und die Privatisierung öffentlicher Einrichtungen von
Energie- und Wasserversorgung sowie den Landeskrankenhäusern, kurz:
Alles was den Regierenden nicht gehört.
- Der Sparkurs bei Bildung, Kindergärten, und Schulen
zur Zementierung der Chancenungleichheit als Elitesystem
und fortschreitenden Zerfallszuständen bei der Mehrheit,
die PISA registriert.
Der Weigerung der Einführung von Ausbildungsabgabe, Mindestlohn und
Abschaffung der Aufstockungslöhne. Jährlich fehlen unzählige Ausbildungsplätze,
Mindestlöhne sind in vielen EU-Nachtbarstaaten möglich Warum nur in
Deutschland diese extreme Ausbeuteung der Arbeitnehmer?
- Der Erhebung von Studiengebühren als zusätzliche Barriere zur
Spaltung von Arm und Reich im Bildunssystem.
Die Forderung nach Eigenverantwortung als Aufruf zur Entsolidarisierung
ohne die zur Eigenverantwortung benötigten finanziellen Mittel
bei der Mehrheit zu erhöhen und Mitbestimmungsrechte auszuweiten.
Die Bevölkerung wird stattdessen mit den Hartz IV Gesetzen verarmt.
Als Gegenoffensive bezeichnen die Industrieverbände die Mitbestimmung als
historischen Irrtum.
- Insgesamt die Absenkung des allgemeinen Lebensstandards durch
neoliberale Politik, Sozialdisziplinierung, Ungleichverteilung jenseits
jeglichen Leistungsrechts, Entsolidarisierung, mit illusorischen Argumenten und
altenativloser Hoffnungsmache auf endloses Einerlei wirtschaftlichen Wachstums
als Plusmacherei.
Täglich gibts dazu den Ausbeutungs(erwartungs)bericht im
Fernsehen, die Börsennachrichten für die sich konzentrierende
Minderheit von 5 bis 9 Prozent der Reichen und Superreichen, um die wachsende Armut
der schuftenden Mehrheit aufzuheitern.

Alternativen zur Sozialwüste sammeln
Was durch die Basta-Politik
der Berliner Regierung, der Mehrheits-Ignoranz des Hamburger CDU-Senats und
der regierenden Bürgerschaft beschlossen wird, hat ganz konkrete
Wirkungen auf das Leben, auch der Bergedorfer. Diese Auswirkungen
aus der Perspektive des Alltagslebens darzustellen, sie nicht
von der regierenden Politik zum Einzelfall zerreden zu lassen
ist eins der Ziele des Sozialforum Bergedorf. Diese Seite will:
- der Information seiner Mitglieder und Interessierter vor Ort dienen,
- Ereignisse die von den Medien ausgespart, unterbelichtet und an den Rand
geschoben werden, bekannt machen, aufbewahren und kommentieren,
- Die Erpressungspraxis der Unternehmen und ihrer Verbände gegenüber
den Beschäftigten und gegenüber Staat und Politik darstellen.
- Die neuen Regierungsmethoden mittels Kommissionen konstatieren, bei der die
letzten Reste des Wählerwillens aus der repräsentativen Demokratie
ausgetrieben und die gewählten Abgeordneten zu fraktionsgezwungenen Stimmvieh
degradiert werden, um deren inhaltliche Mitwirkung auszuschalten und den
Lobbyisten breiten Gestaltungsraum zu gewähren,
- Argumente entwickeln und veröffentliche, um dem laufenden Sozialabbau
der allmählich zum Abriss eskaliert entgegentreten zu können,
- Gegenmotive zu den derzeitig meinungsführenden
Schreckensbildern von:
- leeren Kassen des Staates und der öffentlichen Hand,
- den überbordenden Staatsschulden,
- den zu hohen Nebenkosten der Beschäftigung in Konkurrenz auf dem
Weltmarkt unter dem Druck der Globalisierung,
- der Überregulierung und Bürokratisierung des Staates,
- der Vergreisung der Gesellschaft und den Vorwürfen von
- fehlender Eigenverantwortung und überzogenen Anspruchsdenken
darstellen.

Keine Zerstörung der Demokratie
Demokratie und Soziale Marktwirtschaft sind eine
untrennbare Einheit. Wird das Soziale aus der Marktwirtschaft entkernt,
gilt nur noch die Stimme des wirtschaftlich Stärkeren. Das bleibt nicht
ohne zerstörerische Folgen für die Demokratie und den sozialen
Zusammenhalt insgesamt. Beispiel: Die Ignoranz des Hamburger CDU-Senats.
Trotz Volksentscheid mit weit über 70 % gegen den Verkauf, hat er
die Landeskrankenhäuser privatisiert. Derlei Politik hat sich der
Demokratie entblößt. Sie ist nackt diktatorisch.
Einfallstor für diese Entwicklung sind die Schreckensbilder mit
der alle mehrheitsfähigen Volksparteien argumentieren und auf die sie
ihre Programme ausrichten. Dem Wähler bleibt faktisch keine andere Wahl
als die eine neoliberale Wirtschaftspolitik. Damit aber wählt er
ebenso, die demokratischen Prinzipien ab, die sich ausdrücklich gegen
das Recht des Stärkeren und die Macht des Führerprinzips wenden.
Diese gelten jedoch in der neoliberalen Markwirtschaft als Leitlinien des
Handelns. Die Praktiker der neoliberalen Wirtschaft lehnen die soziale
und moralische Verantwortung für die Gesamtheit der Gesellschaft
ausdrücklich ab. Die Demokratie dagegen verpflichtet sich auf die
Menschenrechte. Ihr Schwerpunkt liegt auf der sozialen und
wirtschaftlichen Partizipation aller Menschen an der Gesellschaft.
Wie aber argumentieren die Unternehmerverbände?
Wirtschaft ist keine soziale Veranstaltung!
Da hilft dann auch keine Berufung auf den Rechtsstaat. Denn
die Unabhängigkeit der Richter endet dort wo die von der Politik
geschaffenen Gesetze anfangen. Die Richter wenden die Gesetze
in Auslegung ihres Sinn nur an. Wenn jedoch die Gesetze und die
Praxis der Justitz selbst die Wirtschaft von der sozialen und
moralischen Verantwortung für die Gesellschaft freispricht,
wie in der neuen neoliberalen Wirtschaftspolitik, dann wird
der Rechtsstaat zur Rechtsherrschaft des Stärkeren.
Die Selektion der Richter nach jeweils herrschender Meinung (hM)
sorgt zudem fürs Restliche im Auslegunsspielraum der
juristischen Praxis. Beispiel: Die Zustimmung des
Landesverfassungsgerichts Hamburgs zur Privatisierung der
Landeskrankenhäuser trotz gegenteiligen Volksentscheids.
Auch der Durchgriff der Politik über die
Justizminister auf die Staatsanwalt selektiert, was
insbesondere in Politik und Wirtschaft als strafwürdig
zu verfolgen ist. Wo kein Kläger auch kein Richter.
Die Gleichheit aller Bürger vor dem Recht wird so zum formal
drapierenden Beiwerk, in Wirklichkeit begraben.
Wo die Demokratie in Gefahr gerät, wird Widerstand zur Pflicht.
Den vermeintlichen Schreckensbildern der Meinungsführer ihre
zerstörerische Absichten zu verdeutlichen und ihnen damit ihre
verführerisch, betörende, eingängige Wirkung zu nehmen,
ist das Programm dieser Seiten. "Das Böse hat eine Adresse",
sagte Dorothea Sölle. »Lokal handeln - Global denken« ist die neue
Herausforderung. Dem neoliberalen, virtuellen, höllischen
Geglitzer muß der Stecker gezogen werde, um die Blindheit dieser Bilder
als ihre wahre Wirklichkeit zu zeigen.

Die Seite ist im Aufbau. Ich hoffe, das sich nach und nach
Beiträge zu den oben genannten Schwerpunkten einfinden werden.
Dazu ist die Mithilfe und kreative Kritik aller gefragt.
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