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Arbeitszeitverlängerung bei den Hauni-Werken

Schon im letzten Jahr, als die Welle der Personaleinsparungen Deutschland erfasste, wurden bei den Hauni-Werken beinah 500 Mitarbeiter entlassen. So hoffte man damit das Schlimmste ausgestanden zu haben.

Mit der neuen Welle der Kostensenkung, wurde nun die Belegschaft von Hauni vor die Alternative gestellt, länger zu arbeiten, durch Einführung der 40-Stundenwoche. Ansonsten würden mit den neusten Investition von 10 Millionen Euro in einem neuen Werk in Ungarn ein Teil der Produktion ausgelagert werden. Was blieb den Mitarbeitern anderes übrig, wie bei einer Umfrage unter ihnen ermittelt wurde, der Arbeitszeitverlängerung zuzustimmen.

Wie allerdings bei derlei Entwicklung neue Arbeitsplätze entstehen sollen, oder etwa die heimische Konjunktur in Schwung kommen soll, diese Probleme bleiben dabei unberücksichtigt, ja auf der Strecke. Tatsächlich bedeutet die Arbeitszeitverlängerung erneut einen Einkommensverlust der Beschäftigten und damit Gift für den heimischen Markt. Auch ist es schwer vorstellbar, dass durch die Verlängerung der Arbeitszeit der noch Beschäftigten, Arbeitslose jemals wieder eine Chance bekommen, eine reguläre Arbeit zu bekommen.

Eigener Bericht js


LBK kann verkauft werden

Gegen die Stimmen von SPD und GAL hat die Hamburger Bürgerschaft am Mittwoch dem Gesetz über den umstrittenen Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) in erster Lesung zugestimmt. Die zweite und endgültige Verabschiedung des Gesetzes ist für Donnerstag angesetzt. Am Vormittag hatte das Hamburgische Verfassungsgericht den LBK-Verkauf trotz eines gegenteiligen Volksentscheids für rechtens erklärt.

Quelle: NDR 2 15. Dezember 2005


Jobs versteigert

Bergedorf (stri). "Die absolute Verarschung, wie bei der Arbeitsargentur. Wir verlosen Ein-Euro-Jobs, jeder wird verlieren!" Mit weißem Kittel als Losverkäufer verkleidet lief Robert Gruber vom Bergedorfer Sozialforum gestern über den Weihnachtsmarkt. "Wer bei ihm eine Niete zieht, bekommt von uns einen Antrag für Arbeitslosengeld II", erklärten dazu Walter Kittner und Pamuk Necmettin, Betriebsrat bei Honeywell in Glinde.

"So'nen Job kann ich gut gebrauchen, bin doch arbeitslos gemeldet", meinte Sigrid Erb. Die 60jährige sucht Arbeit im Büro - und betreut ihre Enkel: "So können wenigstens unsere Kinder arbeiten."

Für einen Euro allerdings würde Hansa-Schülerin Magdalena Stawowy nicht loslegen: "Da jobbe ich lieber für 5,40 Euro pro Stunde in der Eisdiele." Daß ihr Sohn nicht das gleiche wird wie der Vater, hofft eine andere Bergedorferin: "Wie nennt sich das jetzt so schön: Selbständig mit Überbrückungsgeld!" Ihren Namen wollte sie nicht nennen - wie so viele, die eine Arbeit suchen und Geld verdienen müssen.

Quellen: (Text) Bergedorfer Zeitung am 17. Dezember 2004

(Bild) Uwe Jensen


Aktion Argenturschluss in Hamburg

Besuch bei der Aktion Argenturschluss in Hamburg:
Es waren ungefähr 100 Leute anwesend. Doch immer wieder dieselben Gesichter. Die Polizei war massig präsent. Hinter ihr auch einige von der Landesstasi, die fleißig fotografierten. Es wurden Plakate entrollt, und Flugblätter verteilt.

Im Innenraum des Arbeitsamt am Nagelsweg gaben einige Tipps, zu den ALG II-Bescheiden. Darunter auch, dass man vorsorglich gegen jeden Bescheid Widerspruch einlegen sollte. Schon um seine Interessen zu wahren. Sogar der Wissenschaftsdienst des Bundestages hat Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit von ALG II. Hier wird nun aber weit übertrieben. Denn dieser Zweifel, zielt auf die Inanspruchnahme der Kommunen für die Dienste des Arbeitsamts. Kommunen haben bereits beim Verfassungsgericht Klage gegen diese Zwangsmaßnahme für ihre Körperschaft erhoben. Da sie hiermit zu Belastungen ohne entsprechende Zuwendungen vom Bund gezwungen werden. Das ALG II wird damit nicht in Frage gestellt, nur sein Vollzug. Eine treffendere Begründung für Widersprüche auf ALG II-Bescheide sind die Überlegungen in dem Artikel - Wie aus mehr weniger wird. Doch noch gibt es dazu kein anhängiges Verfahren. Und auch dann kann es lange dauern bis eine Änderung eintritt.

Relativ viele Journalisten waren anwesend. Sie erhofften sich wohl einige Randale. Doch die blieb aus. Alles blieb recht zivilisiert und friedlich und warme Getränke gab es auch. Nebenher lief sogar der normale Dienst des Arbeitsamtes weiter. Eine Blockade fand nicht statt. Ansonsten lief das Übliche, man traf sich und bestärkte sich in seiner Minderheitenmeinung. Normale Leute gehen zu dieser Zeit um 10:00 Montags ihrer Beschäftigung nach, bekommen von solchem dubiosen Tun also kaum etwas mit. Da herrscht die Mehrheitsmeinung, die man sich am Kiosk kaufen kann. Eigene Meinung läßt sich aber nicht kaufen. Dies sichtbar zu zeigen ist der Erfolg der Aktion.

Eigener Bericht vom 3. Januar 2005 (js)

DIHK für 1-Euro-Jobs in den Betrieben

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag hat sich für die Einführung von Ein-Euro-Jobs in der Wirtschaft ausgesprochen.

DIHK-Hauptgeschäftsführer Wansleben sagte der "Bild am Sonntag", Bezieher des neuen Arbeitslosengeldes II sollten wie Zeitarbeiter an Betriebe verliehen werden können. Die Unternehmen sollten laut Wansleben dafür eine marktgerechte Gebühr von drei bis vier Euro pro Stunde an die Arbeitsagentur zahlen. Die Erwerbslosen sollten davon aber nur einen Euro Stundenlohn erhalten. Wansleben betonte, so könnten die Agenturen einen Teil der Arbeitslosengeld II-Zahlungen refinanzieren.

DLF Nachrichten 08.01.05 12:00


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Letzte Aktualisierung: 20. Mai 2005
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