| KOMARON
Festival
20.-23. Juni
2001, Ungarn
Ich sag' Euch,
mir geht's blendend! Seit einem halben Jahr hab' ich endlich mal
wieder Ferien; also weder Schule noch Arbeit für die nächsten
paar Wochen. Das Glas vor mir ist gefüllt und die Angry Samoans
röhren in angenehmer Lautstärke aus den Boxen; der Mitternachtsimbiss
hat geschmeckt und die nächsten Tage stehen noch ein paar gute
Konzerte bevor.
Dafür werde ich langsam debil. Anders kann ich mir echt nicht
erklären, warum ich Rolli zugesagt habe, was über das
diesjährige Osterweekend in der Kleiderfabrik Bremgarten zu
schreiben. Als ich noch jünger und bei den Pfadfindern war
hab' ich ja gern über so Weekends geschrieben; das wurde dann
jeweils in der Lokalpresse abgedruckt und ich kriegte immer zwanzig
Franken.
Wie auch immer;
Ostern war mitte April, es war kalt und hat geregnet. Und ich mag
jetzt eigentlich gar nicht darüber schreiben. Nur soviel: Wenn
ihr mal nach Bremgarten fahrt, dann lasst Eure Besenstiele zu Hause.
Ist besser so. Dafür was anderes: Ungarn. Die Leute von Aurora
organisieren ja jedes Jahr ein Punkrock-Festival. Letztes Jahr sind
wir da hingefahren; War nicht so dolle; und auf dem Heimweg war
für uns klar: Nie wieder. Aber erstens kommt es anders und
zweitens als man denkt. Das sagten schon die Böhsen Onkelz,
also muss ja auch was dran sein...
Jedenfalls
sassen wir dann auch dieses Jahr wieder im Auto Richtung Ungarn;
wo wir nach 12 Stunden gemütlicher Fahrt eintrafen. Das Festival
war nach Mosca verschoben worden; was in der Nähe von Györ
( erste grosse Stadt nach der Grenze) liegt. Mosca war auch schnell
gefunden, aber obwohl es ein ziemlich kleines Nest ist, fanden wir
das Gelände letzendlich nur dank der Hilfe von ein paar...ähem...'Einheimischen',
die uns mit ihrem Auto vorausfuhren (irgendwas stand noch auf dem
Auto, aber erstens ist unser Ungarisch sehr schlecht; und zweitens
war's schon dunkel). Und gleich beim Aussteigen vernahmen wir aus
der Ferne die letzten Klänge der letzten Band -Fuck! Letztes
Jahr war das Festival Freitag/Samstag/Sonntag, und ich war sicher,
es wäre auch dieses Jahr wieder so. Naja; Wette verloren, Pech
gehabt. So tranken wir halt noch ein paar Bierchen ohne musikalische
Untermalung; und irgendwann ging's Richtung Schlafsack.
Am nächsten Tag gab's dann erstmal Kaffee (aus Fingerhut-grossen
Bechern) und was zu beissen; danach war einkaufen angesagt (da was
vegetarisches nicht zu kriegen war). Also ab zum Penny-Markt (jaja,
der gute Penny; wenn's den nicht gäbe...) und mit gefüllten
Taschen zurück. Da spielten in der Zwischenzeit auch wieder
die ersten Bands. Und es war heiss, sehr heiss -da muss man viel
trinken! Also Bier geschnappt und ab vor die Bühne. Mit Antikörper
spielte gegen Abend dann die erste mir bekannte Band; die kamen
natürlich vor allem bei den anwesenden Deutschen gut an. Später
spielten dann noch Kud Idijoti und Konflikt; Post Regiment waren
auch angekündigt, spielten aber leider nicht. Zum Schluss dann
noch die rasenden Leichenbeschauer von VHK, aber nach ein paar Liedern
musste ich kapitulieren -zuviel Sonne und zuviel Bier.
Nächster
Tag; auch 'the day after' genannt -der Kater hielt sich zum Glück
zurück (an dieser Stelle nochmals danke!). Das Wetter war wieder
ausgezeichnet; die ersten Bands liessen wir sausen und nach einem
Nickerchen in der Sonne machten wir einen Abstecher ins nächste
Dorf um was zu essen. Mit vollgestopften Bäuchen dann wieder
zurück; Krik Disneylanda fielen leider auch aus, dafür
dann am Abend N.V.U., die Lokalhelden von Aurora und natürlich
die Moped Lads. Danach dann nochmal 'ne Band (weiss nicht mehr,
wie die hiess), und über den Rest des Abends hüllen wir
lieber den 'Mantel des Schweigens'... Sonntag dann irgendwann aufgestanden;
die meisten Leute waren schon weg. Das Gelände sah in der Zwischenzeit
auch eher traurig aus, überall Müll & so...schade.
Nach Zelt abbauen und verabschieden noch mit den Moped Lads nach
Komaron um zu speisen. Und während die Herren Musiker danach
nach Wien weiterreisten (wo nochmal ein Konzert bevorstand), machten
wir noch einen Abstecher nach Györ, und gegen Abend ging's
dann wieder durch good old Oesterreich Richtung Schweiz.
Ich denke mal, das Festival wird auch nächstes Jahr wieder
stattfinden. Wenn Ihr selber mal dahinfahren wollt, dann sprecht
die Leute von Aurora mal darauf an (die sind ja ab und zu in der
Gegend am touren); wenn Ihr auch so was Modernes zu Hause rumstehen
habt könnt Ihr auch unter www.aurora.hu nachschauen.
Tja, das wär's
ungefähr. Die Angry Samoans mussten der Tromatism-LP weichen,
das Glas ist auch leer und in zwei Tagen geht's nach Frankreich.
Es ist zwei Uhr morgens und ich gehe jetzt schlafen. Bis zum nächsten
Mal; guten Abend.
Dieter
/ 2001 (für eine nicht erschienene inkulant-ausgabe!)
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