Freiheitsideologie
Erlasse niemals ein Gesetz, das mehr Freiheiten einschränkt als es Freiheiten schützt
Worin sollte die Aufgabe des Staates also liegen? Der Staat sollte mit seinen Gesetzen die Freiheit derer einschränken, die ansonsten die Freiheit anderer einschränken würden. Ein Gesetz, das die Freiheiten von Menschen einschränkt, ohne gleichzeitig mehr Freiheiten von anderen Menschen zu schützen, ist aus freiheitsidiologischer Sicht abzulehnen.
Gesetze, die Freiheiten einschränken, um Freiheiten zu schützen, sind z.B. Gesetze gegen Mord, Freiheitsentzug, Vergewaltigung, Betrug und Diebstahl. Aber auch Gesetze, die die Interessen von Arbeitnehmern gegenüber ihren Arbeitgebern schützen, sind Gesetze, die zu zwar die Freiheit von einigen wenigen Konzernbossen einschränkt, dafür aber die Freiheit von unzähligen Arbeitnehmern vergrößert, da diese Gesetze sie weniger abhängig von der Konzernführung machen. In der BRD bestehende Gesetze, die der freiheitsideologischen Prämisse nicht standhalten würden, wären z.B. das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) oder das deutsche Bestattungsrecht, das u.a. die Urnenaufbewahrung in der häuslichen Wohnung verbietet.
Der Begriff der Freiheit kann dabei weit ausgelegt werden. So ist Naturschutz beispielweise auch eine Art von Freiheitschutz, denn die Zerstörung von Natur führt zu einer Belastung von Mensch und Tier, z.B. durch Krankheiten. Krankheiten ziehen unfreiwillige Einschränkungen nach sich und sind somit eine Einschränkung der Freiheit. Da ich außerdem kein anthropozentrisches Weltbild vertrete, u.a. da ich keinen wirklich grundsätzlichen Unterschied ziwschen Mensch und Tier sehe, sind auch die Freiheiten der Tiere - in ihrem Maße - zu schützen. Das Prinzip des nach freiheitsidoelogischer Prämisse aufgebauten Staates lautet also:
Wie stark die verschiedenen Interessen an Freiheit gewertet werden, ist vom individuellen Fall abhängig und muss immer wieder neu geprüft werden. Dabei können natürlich auch Anhänger der Freiheitsideologie in Streit verfallen, da z.B. unterschiedliche Interessen an Freiheit unterschiedlich stark bewertet werden. Natürlich gibt es keine objektiven Kriterien nach denen sich Freiheit messen ließe.
Eine der schwierigsten Fragen der Freiheitsideologie ist die Definition von Freiheit. Ich würde Freiheit grundsätzlich als das Fehlen von nicht freiwilliger Herrschaft, also Fremdbestimmung, definieren. Die maximale Freiheit bedeutet die größtmöglichste Selbstbestimmung für jeden einzelnen, die weder vom Staat noch von Konzernen, Institutionen oder anderen Menschen gemindert wird. Selbstbestimmung bedeutet auch keinen Zwang zu Freiheit. Wer sich freiwillig dazu entscheidet, unfrei zu sein, z.B. in dem er sich einem Menschen, einer Institution, einer Sekte oder irgendetwas anderem unterwirft, kann dies gerne tun, so lange sich sein freier Wille dafür entscheidet.
Unter Gerechtigkeit versteht man heute allgemein vor allem ein extremes Ungleichgewicht der materiellen Ressourcen in einer Gesellschaft zu verhindern. Andere Formen der Gerechtigkeit wie beispielsweise die völlige Gleichbehandlung aller vor Gericht sind aus freiheitsideologischer Sicht natürlich völlig selbstverständlich. Aber auch soziale Gerechtigkeit ist für die Wahrung der Freiheit enorm wichtig. Durch eine extreme Ungleichverteilung des Reichtums und einer daraus folgenden Armut geht eine Abhängigkeit und damit Unfreiheit der Armen gegenüber den Reichen der Gesellschaft einher. Andererseits wäre eine völlige Gleichmacherei natürlich ein großer Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit. Hier muss - wie so oft - abgewägt werden. Fest steht aber, dass eine extrem ungerechte Verteilung des Reichtum der Freiheit des Einzelnen nicht gerade zuträglich ist.
Natur- und Umweltschutz ist auch Freiheitsschutz. Die Zerstörung und Verschmutzung von Natur und Umwelt führt zu einer Belastung von Mensch und Tier, z.B. durch Krankheiten. Krankheiten ziehen unfreiwillige Einschränkungen nach sich und sind somit eine Einschränkung der Freiheit.
Da ich kein anthropozentrisches Weltbild vertrete, u.a. da ich keinen wirklich grundsätzlichen Unterschied ziwschen Mensch und Tier sehe, sind auch die Freiheiten der Tiere - in ihrem Maße - zu schützen.
Tee ist lecker. Jeder sollte die Freiheit haben Tee trinken zu dürfen.
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| Letzte Änderung: 27. November 2003 |