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Geschichte
Im
Jahr 1889 erschien ein erster Artikel, über einen zur großen
Masse der namenlosen Bauernhunde gehörenden Hund, der je nach der Gegend
in der er lebte, "Schärlig" (nach dem Tal des Schärligbaches),
"Ländler" oder einfach nur "Chüherhündli"
genannt wurde. Besonders häufig kam er im Entlebuch, einem Tal im Gebiet
Kantone Luzern und Bern vor von dem unser heutige Entlebucher seinen Namen
bekam. Lange Zeit hielt man den Appenzeller und den Entlebucher Sennenhund
für ein und dieselbe Rasse und beiden wurden die gleichen Eigenschaften
nachgesagt.
Erst 1913 wurden, nach langem Suchen, die ersten dieser inzwischen fast aus
gestorbenen Treibhunde mit Stummelrute, auf einer Ausstellung dem Richter Prof.Albert
Heim vorgestellt. Dieser galt als großer Förderer der Schweizer Sennenhunde.
Aufgrund der Richterberichte wurde der Entlebucher 1914 als vierte Sennenhundrasse
in das Schweizerische Hundestammbuch (SHSB) eingetragen. Doch der Entlebucher
brauchte noch mehr als 10 Jahre, um in der Rassehundezucht Fuß zu fassen.
Der erste Standard wurde 1927 abgefasst, und nach der im August 1926 auf Initiative
von Dr. B. Kobler erfolgten Gründung des Schweizerischen Klubs für
Entlebucher Sennenhunde, wurde diese Rasse gefördert und rein weitergezüchtet.
Die Zucht ging zwar langsam voran, doch heute erfreut sich der Entlebucher
mit jährlich etwa 200 im Zuchtbuch des Schweizer Sennenhund Verein
für Deutschland (SSV)
eingetragenen Welpen, bleibender Beliebtheit. Somit nimmt er nach dem Berner
und Großen Schweizer Sennenhund die dritte Stelle bei den Zuchtbucheintragungen
ein.
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Wesen
und Eigenschaften
Trotz seiner
ursprünglichen Arbeit als Hüte- und Treibhund, wird der Entlebucher
Sennenhund heute überwiegend in Familien gehalten. Er ist sehr lebhaft,
temperamentvoll und hoch intelligent und daher auch auf keinen Fall für
Stubenhocker und Langweiler geeignet. Bietet man ihm nicht genügend
Beschäftigung verkümmert dieser Hund traurig. Das Gleiche passiert
bei Zwingerhaltung, denn er will in seine Familie völlig integriert
sein. Entlebucher wollen gefordert werden. Wegen ihres Arbeitseifers,
sind viele gut für hundesportliche Aktivitäten, wie z.B. die
Ausbildung zum Begleit-, Sanitäts-, Katastrophen-, Fährten-
sowie Lawinenhund oder für Agility, Breitensport und Dogdancing geeignet.
Auch
muss erwähnt werden, dass es Entlebucher gibt, die gerne aus purer
Lebensfreude bellen. Ob dies an der Erziehung liegt oder erblich bedingt
ist, ist fraglich. Das Bellen ist übrigens auf die Herkunft des Entlebuchers
als Kuhtreiber zurückzuführen. Das Vieh wurde nämlich nicht
lautlos sondern durch helles Gebell getrieben bzw. zusammengehalten. Der
Ton in dem er bellt ist jedoch einigermaßen tief und durchaus erträglich.
Obwohl der Entlebucher spielerisch rasch lernt, braucht er wegen seines
lebhaften Temperaments, eine sehr konsequente, aber liebevolle Erziehung.
Starkzwangmethoden sind bei ihm (wie bei allen Hunden) immer fehl am Platz,
positive Bestärkung wirkt am besten - auch in Problemfällen.
Für hundekundige Menschen, die in der Lage sind konsequent zu bleiben,
kann der Entlebucher zum Traumhund werden. |
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Rassetypische
Krankheiten
Obwohl der Entlebucher Sennenhund keine große Rasse ist, tritt auch
bei ihm Hüftgelenksdysplasie (HD) auf, sowie erblichen Augenkrankheiten,
in erster Linie Katarakt (Grauer Star) und Progressive Retinaatrophie
(PRA).
HD, eine Krankheit bei der Gelenkkopf und -pfanne des Hüftgelenkes
nicht optimal zusammenpassen, gehört zu den so genannten Erb-Umwelt-Erkrankungen,
d.h. die genetisch bedingte Veranlagung zur HD ist zwar schon bei der
Geburt vorhanden, doch der Grad der Ausprägung wird von verschiedenen
Umweltfaktoren wie Ernährung und Bewegung im ersten Lebensjahr beeinflusst.
Ein Hund mit schwerer HD kann im Laufe der Jahre Entzündungen und
arthrotische Veränderungen bekommen, die eventuell starke Schmerzen
verursachen. Eine einwandfreie Diagnose ist nur durch eine Röntgenuntersuchung
möglich.
Bei Katarakt handelt es sich um eine Linsentrübung, die in
jeder Altersstufe auftreten kann. Je nach Stärke und Ausprägung
kommt es zu Einschränkungen des Sehvermögens und im Endstadium
zur Erblindung. Erkennbar ist der graue Star an einer weißen Verfärbung
des Auges im Bereich der Pupille. Durch eine operative Entfernung der
getrübten Linse kann das Sehvermögen des Hundes erhalten oder
wiederhergestellt werden.
Die Progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine langsam fortschreitende
Netzhautdegeneration, die in der Regel zwischen dem vierten und sechsten
Lebensjahr beginnt. Nach anfänglicher Nachtblindheit führt die
Krankheit zur völligen Erblindung, mit der die Hunde aber letztendlich
erstaunlich gut zurechtkommen. Mittels eines Gentests (Optigen), der bei
den Elterntieren durchgeführt wird, kann seit einiger Zeit sichergestellt
werden, dass die Nachkommen einer entsprechend geplanten Verpaarung mit
hoher Wahrscheinlichkeit niemals an PRA erkranken werden. |
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Zucht
Die Rasse des Entlebucher Sennenhundes wird im FCI-angeschlossenenen Verband
für das Deutsche Hundewesen (VDH) allein vom SSV
betreut. Dabei konzentriert sich die Zucht auf den Erhalt des so typischen
Erscheinungsbildes, die Ausgeglichenheit im Wesen und vor allem auf die Gesundheit
des Entlebucher Sennenhundes. Ein SSV-Züchter darf nur mit Hunden züchten,
die die Körung inklusive einem kleinen Wesenstest bestanden haben. Um
zur Körung zugelassen zu werden darf ein Entlebucher die HD-Grade HD-Frei
(HD-F), HD-V (HD-Übergangsform) oder HD-Leicht (HD-L) haben und muss
Gesundheitszeugnisse für die Augen vorlegen. Letzteres muss regelmäßig
wiederholt geschehen, sonst wird der Hund für die Zucht gesperrt. Zusätzlich
muss bei den potentiellen Zuchthunden ein Gen-Test (Optigen) durchgeführt
werden, der bei entsprechender Verpaarung sicherstellt, dass die Nachkommen
mit hoher Wahrscheinlichkeit niemals an der Augenkrankheit PRA erkranken werden.
Zudem muss
der Zuchthund auf mindestens zwei Ausstellungen die Formwertnote "sehr
gut" erhalten haben.
Durch Schulung und Kontrolle seiner Züchter und enger Zusammenarbeit
mit der Wissenschaft versucht der SSV sein Ziel - die Verbesserung der Rasse
des Entlebucher Sennenhundes- zu erreichen.
Entsprechende FCI-Vereine in Österreich: VSSÖ.
In der Schweiz: SKES.
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Möchten
Sie noch mehr über Entlebucher Sennenhunde erfahren?
Dann hier unsere Buchtipps:
Entlebucher
Sennenhund; Christel Fechler; Kosmos-Verlag(2001)
Schweizer
Sennenhunde; Sabine Koslowski; Oertel+Spörer(1999) |
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©
I.&A.M. |
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