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Nach den furchtbaren Verheerungen des Dreißigjährigen Krieges waren die meisten Ortschaften der Grafschaft Saarbrücken ausgeplündert und zerstört. Die Bewohner waren geflohen, gemordet oder an der Pest und der roten Ruhr zugrunde gegangen. Nur wenige Personen waren nach diesem schrecklichen Kriege in der Grafschaft Saarbrücken noch ansässig. Als Graf Gustav Adolf (1659?1677) im Jahre 1659 die Regentschaft über die Grafschaft Saarbrücken übernommen hatte, war er bestrebt, das Land wieder aufzubauen, zu besiedeln und die stark zurückgegangenen Einnahmen wieder zu erhöhen. Um die natürlichen Reichtümer des Landes auszunutzen, veranlasste er die Errichtung neuer Siedlungen, vornehmlich industrielle Gründungen. Den geflohenen Einwohnern ermöglichte er die Rückkehr. Zahlreichen neuen Ansiedlern aus den angrenzenden Ländern wie der Schweiz, Tirol, Pfalz, Nassau, dem Elsass usw. ermöglichte er den Zuzug. Nach dem Gründungsvertrag des Grafen Gustav Adolf vom 9.4.1662 war man "willens worden, eine Glashütte in unserrn eigenthümlichen gewäldt dem Schießsütters bei Kaltenbronn" aufbauen zu lassen. In kurzer Zeit sollte die Hütte mit den Glasmeistern Georg Müller, Eberhard Crammer, Hanß Huber, Hanß Conrad Reppert, Hanß Peter Rosenberger, Michel Crammer, Hanß Georg Reppert, Hanß Georg Huber und Georg Crammer zu Glasen anfangen. Georg Müller wurde später nicht mehr genannt. Der Schießsütterswald gehörte zum ehemaligen Völklinger Hof und reichte bis zum Gehlenbach. Das andererseits gelegene Land gehörte früher zum Hof Aschbach bzw. zum Stiftswald. Beim Kaltenbronn handelt es sich um den späteren Clarabrunnen am heutigen Brunnenweg. Die Glashütten früherer Zeit waren Holzglashütten, weil sie mit Holz betrieben wurden. Infolge des enormen Holzverbrauchs der Glashütten wurden zugleich die Wälder erschlossen. War das Holz in der näheren Umgebung einer Glashütte verbraucht, wurde eine neue Glashütte an einer anderen Stelle errichtet. Die alten Glasmacher galten daher als Pioniere, die Wälder rodeten und urbar machten. Dem Hüttenpersonal wurden die Ländereien zur Bewirtschaftung zur Verfügung gestellt. Dadurch fesselte man sie zugleich an die Scholle. Die Klarentaler Glashütte wurde mitten im Wald errichtet und war auch eine Holzglashütte. Um die Hütte herum wurde der Wald abgeholzt, ausgestockt und urbar gemacht. Dort errichtete man die Wohnungen für die Glasmacher und ihre Mitarbeiter. Nach einer Skizze aus dem Jahre 1688 wurde die Straße, an der die Hüttenanlage errichtet worden war, Forbacher Straße (jetzt Warndtstraße) genannt. Das herrschaftliche Wohnhaus und der Stall und Hofgering, die Glashütte und die Obere Fensterglashütte standen mitten in der Forbacher Straße zwischen dem Fürstenhausener Weg (jetzt Fennerstraße) Und dem Ludweiler Weg (jetzt Wilhelmstraße). Die übrigen zur Hütte gehörenden Gebäude und Wohnhäuser standen links und rechts der Forbacher Straße, die Salinhütte stand am Ludweiler Weg (s. Abriss aus 1688). Es war üblich, die alten Glashütten nach den Grundherren oder einem seiner Angehörigen zu benennen. Die Glashütte im Schießsütters Wald benannte Graf Gustav Adolf nach seiner Gemahlin, der Gräfin Eleonore Clara von Hohenlohe und Gleichen "Clarathal = Clarenthal". Seit 1937 wird es Klarenthal geschrieben. Im Volksmund wurde die Hütte "Grävinhütt", "Gräfinhütt" genannt. Auch heute noch nennt man den Ort "Gräwehitt". Die ehemalige Glashütte Klarenthal bei Wiesbaden hatte mit der hiesigen Glashütte nur den Namen gemeinsam. Klarenthal war für den Betrieb der Glashütte ein günstiger Standort. Die benötigten Rohstoffe wie Sand, Holz und Pottasche, sowie Ton zur Herstellung der Öfen und Häfen. wurden in der Nähe der Hütte gegraben, erzeugt und gehauen.Kalk bezog man aus der näheren Umgebung. Der Graf blieb Eigentümer
der Glashütte Er beauftragte eine Genossenschaft von
Zur Aufsicht über die Hütte wurde vom Grafen ein Faktor bestellt. Ein Faktor wurde in der Regel eine angesehen Persönlichkeit. Der Verkauf erfolgte durch Glashändler und Hausierer. Hauptabsatzgebiete waren die Grafschaft Saarbrücken, die Gegend längs der Saar, der Mosel und des Rheins, auch nach Holland wurde Glas geliefert. Die Saar als bequemer Verkehrsweg war von der Glashütte aus leicht erreichbar. Frau Anna Maria Högel, eine Glashändlerin, berichtete am 24.11. 1673 über einen Glastransport nach Holland. Als Hüttenpersonal wurden genannt: Glasmeister, Gesellen, Faktor, Schürer Scheithauer, Pottaschbrenner, Tagelöhner, Glasträger, Fuhrleute und ein Drechsler. In der Urkunde vom 09.04. 1662 wurden die Arbeitsbedingungen sowie die Rechte und Pflichten des Hüttenpersonals festgelegt. Es wurde u. a. bestimmt: 1 . Die Glasmacher und ihre Hilfskräfte galten so lange sie in Diensten des Grafen standen, als frei geborene Leute und waren frei von Frondiensten, Schatzungen und Steuern. 2. Jeder Glaser erhielt eine Wohnung und einen halben Morgen Land zu einem Garten. Die Wohnungen wurden von der Herrschaft unterhalten. Das Land mussten sie ausstocken und einzäunen. 3. Nach der Waldordnung war ihnen das Jagen verboten. Es war ihnen aber erlaubt, im Schießsütterswald nach gemeinen Vögeln auszugehen, zu schießen oder mit Leimruthen zu fangen. 4. Den Arbeitern wurde Religionsfreiheit zugestanden. Sonn? und Feiertage waren nach der Kirchenordnung festgelegt. Kinder mussten zur Taufe gebracht werden. Die Katholiken durften ihre hohen Festtage halten und konnten solange von der Arbeit fern bleiben. 5. Jeder Arbeiter durfte soviel Rindvieh ziehen und so viele Schweine halten, als er amTrog vor Jacobi nähren konnte, um den Demeth im Schießsittersgewäld. 6. Die Weinschankhalter durften den Wein nicht teurer verkaufen als es in anderen Ortschaften gebräuchlich war. Sie sollten mit gutem Wein versehen sein. 7. Gearbeitet wurde in Compagnien und Bruderschaften. Meinungsverschiedenheiten ihrer Kunst und sonstiger Streit sollten sie in Güte unter sich schlichten. Frevelbare und schwere Vergehen mussten vor die gräflichen Beamten gebracht werden. 8. Meister und Gesellen haben versprochen, so lange sie an der Glashütte und in gräflichen Diensten stehen, als ehrliebende Leute der "Herrschaft getreu und hold zu sein, vor Schaden zu warnen und Nutzen zu schaffen". Sie sollten danach trachten, dass gute und lieferige W are und Kaufmannsgut gemacht werde. 9. Ein beständiger Faktor wurde bestellt, der die Arbeit und den Verkauf des Glases zu überwachen hatte. Er hatte wöchentlich dem Amtsschultheißen zu melden, was an Glas angefertigt wurde, gebührend abzurechnen und die Arbeiter zu bezahlen. Die Meister hatten "die Arbeit zu besehen", Bestellungen anzunehmen und ebenfalls dem Amtssehultheißen wöchentlich zu berichten. Da sie während dieser Tätigkeit aus der Werkstatt gehen mussten und ihr Tagewerk versäurnten, erhielten sie für diese Mühewaltung eine Erkenntnisgebühr. 10. Die Bezahlung der Arbeit und der Dienste erfolgte nach Reichsmünzen. Der Kontrakt galt zunächst für zwei Jahre. 11. Schließlich wurde nach Hüttengebrauch beschlossen, dass Arbeiter bei Kindtaufen und Hochzeiten ohne Bezahlung des Tagelohnes zwei Tage an solchen Ehrenmahlen teilnehmen konnten. Außerdem erhielten sie noch sechs freie Tage im Jahr. In einer Urkunde vom 01. 03. 1678 wurden die Aufgaben des Faktors beschrieben. Am 12.08.1688 erließ die Gräfin Eleonore Clara für die GlashüttenIbewohner einen Freiheitsbrief. Danach war war das Hüttenpersonal und deren Nachkommen die Befreiung von der Leibeigenschaft zugesichert. Auch ihren Nachkommen waren Vergünstigungen zugesagt. Nach dem Freiheitsbrief wurde Klarenthal endgültig als politische Gemeinde selbständige Heimmeierei mit zwei Gerichtsmännern. Nach 1768 war Klarenthal eine Meierei geworden. Die Glashütte wurde 1715 auf 10 Jahre an die Glasmacher Georg Reppert, Hanß Martin Cromer und Hanß Martin Reppert verpachtet. Vor Ablauf des Vertrages im November 1723 wurde der Glashüttenbetrieb eingestellt. Die drei Pächter haben die Hütte mit Verlust 1723 verlassen. Sie übernahmen dann die Karlsbrunner Glashütte in Erbbestand. Nachkommen der ersten Klarenthaler Glasmacher, Kramer und Reppert sind heute noch in Klarenthal ansässig. Mit der Einstellung des Glasbüttenbetriebes kamen die den Klarenthalern gewährten besonderen Privilegien in Fortfall. Die Bewohner wurden jetzt der Leibeigenschaft unterworfen. Klarenthal wurde nun ein Bauerndorf. Der bäuerliche Charakter verwischte sich aber immer mehr als in der Umgebung Gruben und Hüttenwerke errichtet wurden, auf denen die Dorfbewohner Arbeit und damit Einkommen fanden. Am 29.07.1721 wurde den Kannenbäckern Hans Georg Krummeich, Hans Caspar Krummeich, Hanß Georg Wingerter und Johannes Wingerter aus Ransbach im Westerwald ein Bestandsbrief zur Errichtung einer Kannenbäckerei (Krugbäckerei) erteilt. Dieses Datum ist als Gründungsdatum des Dorfes Krughütte anzusehen. Die Krummeich und Wingerter sind noch im Laufe des genannten Jahrzehnts nach dem Elsass verzogen. Andere Krugbäcker kamen und führten die Betriebe weiter. Es waren dies Johann Georg Müller, Johann Dietrich Störtzer Ihnen folgten Johann Heinrich Scholl und Johann Emmerich Braun. Nachkommen der Stötzer und Braun sind heute noch in Krughütte ansässig. Anfang des 19. Jahrhunderts stellten die Krugbäcker auf den ihnen rentabler erscheinenden Ziegeleibetrieb um. Die erste Ziegelhütte (Handziegelhütte) wurde 1737 auf dem Eckgrundstück der heutigen Gersweilerstraße/ Parallelstraße von dem Ziegler Lorenz Henne von der Bischmisheimer Ziegelhütte errichtet. Diese Ziegelhütte wurde Aschbachziegelhütte genannt. Sie war aber nicht identisch mit der uralten Aschbachziegelhütte, welche auf dem Gersweiler Bann in der Nähe des ehemaligen Aschbacher Hofes gestanden hatte. Krughütte war damals ein Ortsteil von Gersweiler, wurde um 1820 selbständige Gemeinde und hat sich 1913 mit Klarenthal zu einer Gemeinde vereinigt. Ein Sohn von Lorenz Henne ? Joseph Henne ? errichtete bereits 1777/78 eine Ziegelhütte an der heutigen Hauptstraße gegenüber dem Rathaus. Er war aus Bliesransbach zugezogen. Diese Ziegelhütte ging später an die Familie Sewald über und wurde im Volksmund "SewaldsHitt" genannt. Auf Klarenthaler Bann waren im 18. und 19. Jahrhundert noch weitere Handziegelhütten errichtet worden. Als 1892 an der jetzigen Kreisstraße die Dampfziegelei errichtet wurde, waren die Handziegelhütten nicht mehr konku- renzfähig, sie mussten nach und nach den Betrieb einstellen. Die Dampfziegelei, welche in diesem Jahrhundert um zwei Stockwerke vergrößert worden war, musste Anfang 1959 wegen Grubenschaden den Betrieb einstellen. Das Gelände wurde nach dem Abbruch der Ziegelhütte eingeebnet. Nach einer Beschreibung aus dem Jahre 1695 wurde in der Flur Werrbach an zu an zu Tage tretenden Flözen nach Kohlen geschürft. Um 1750 war die Kohlengräberei in privat in privat Händen, dann wurden die Betriebe von der Landesherrschaft übernommen. Der KIarenthaler Stollen wurde 1756 genannt. Im Klarenthaler Bann wurden neben den bisherigen Stollen folgende Schächte in Betrieb genommen: Die Dellbrückschächte 1899/1900 und 1905, die Velsenschächte 1899 und 1902. Die Klarenthaler Tagesstrecke westlich der Nachtweide wurde als Einfallstollen gebaut und 1903 angehauen. Dieser Betrieb wurde 1923 eingestellt und der Stollen geschlossen. Die Dellbrückschächte mussten nach Bränden unter Wasser gesetzt werden. Die Bewohner haben in früherer Zeit Landwirtschaft betrieben. Durch die Gruben, welche auch in den angrenzenden Dörfern entstanden waren, und die nach und nach in der Umgebung immer größer werdenden Industriebetriebe fanden die Klarenthaler Einwohner Arbeit und damit Einkommen. Auch Handwerksbetriebe sind nach und nach im Ort entstanden. Bereits vor dem 2. Weltkriege war die Zahl der hauptberuflichen Landwirte auf 1 % der Bevölkerung zurückgegangen. Neben dem Hauptberuf wird jetzt nur noch Obst? und Gartenbau betrieben. Zwischen den beiden Weltkriegen hatte sich Klarenthal zum Wohndorf entwickelt. Die Zahl der Einwohner betrug 1860 (mit Krughütte) 1068, 1913 rnit Krughütte etwa 2000. Nach dem ersten Weltkrieg (1920) begann die wirtschaftliche Erholung der Gemeinde. Für Arbeits- und Wohnungssuchende war Klarenthal wegen der Gruben und Hüttenwerke der Umgebung Anziehungspunkt geworden. Eine Postagentur wurde 1899 errichtet. Der Geimeinderat beschloss 1906 die Anbringung von 40 Straßenlaternen und 1907 die Errichtung einer Friedhofsanlage. 1911 wurde ein Vertrag zur Gasversorgung beschlossen. Die Elektrizittätsversorgung erfolgte ab 1922. Ende 1926 wurde mit dem Wasserleitungsbau begonnen. Diese Arbeiten dauerten noch bis ins Jahr 1928. Ein Sportplatz an der Gersweilerstraße wurde 1926 angelegt. Um 1830 wurde von der Gemeinde das Haus auf dem Grundstück Ochsenweide (Karlstraße/Talstraße) erworben und als evangelisches Schulhaus ausgebaut. Von 1833 bis 1847 konnten auch die katholischen Kinder von Klarenhal diese Schule besuchen. Die älteren katholischen Kinder mussten zur Schule nach Völklingen, die Krughütter nach Gersweiler. Um 1840 wurde am Saarbrücker Fahrweg (heutige Hauptstraße) gegenüber "Sewalds?Hitt" ein neues Schulhaus mit vier Sälen und einem Glockenturm erbaut. Das Schulhaus auf der Ochsenweide wurde von Conrad Wagner gekauft. Der Lehrer war für das Läuten der Glocke zu bestimmten Tageszeiten und bei Sterbefällen verantwortlich, Um 1869 wurde ein weiteres Schulhaus mit zwei Schulsälen und Lehrerwohnungen erbaut. Obwohl in dein Schulhaus eine katholische und eine evangelische Klasse waren, wurde es im Volksmund "katholische Schule" genannt. Die zunehmende Zahl der Schulkinder rnachte den Bau eines weiteren Schulhauses notwendig, es wurde 1889 errichtet. Als die Schulräume wiederum nicht ausreichten, wurde 1930 an der Hauptstraße die Zentralschule erbaut. Im alten Schulhaus wurden zunächst Notwohnungen errichtet. Klarenthal wurde im Jahre 1953 mit Krughütte eine selbständige Gemeinde. Das alte Schulhaus wurde abgerissen und an dieser Stelle das Klarenthaler Rathaus errichtet, welches am 27.05.1961 eingeweiht wurde. Dort, wo die katholische Schule gestanden hatte, wurde ein Kriegerehrenmal errichtet und wo das 3. Schulhaus gestanden hatte, wurde ein Privathaus erbaut. Als die Zentralschule 1930 errichtet wurde, glaubte niemand, dass diese Schule 30 Jahre später zur Durchführung eines geordneten Schulbetriebes nicht mehr ausreichte. Mit dem Anwachsen der Bevölkerung ist auch die Schülerzahl enorm angewachsen. Während 1950 330 Kinder die Klarenthaler Schule besuchten, waren es 1962 580 Kinder Wichtigste Aufgabe der Gemeinde auf dem Hochbausektor musste daher sein, einen Schulhauserweiterungsbau zu errichten. Als Standort für die neue Schule wurden Grundstücke hinter der Zentralschule bestimmt. Die Baugenehmigung wurde am 07.10.1964 erteilt. Nach Sicherstellung der Finanzierung wurde am 18.10.1965 mit den Bauarbeiten begonnen. Am 21.10.1966 wurde der Richtstrauß gesetzt und gleichzeitig der Grundstein gelegt, Bei der Grundsteinlegung sagte Bürgermeister Gräsel u. a.: "Dieses Gebäude soll Grundstein für das kommende gerneindliche Leben werden. Wenn der letzte Ziegel gesetzt, wenn tüchtige Handwerkerhände das letzte Einrichtungsstück geschaffen und an seinen Platz gestellt, geht dieses Haus nämlich in die Hand der Lehrer über. Sie haben mit behutsamer schöpferischer Kraft Sinn, Herz und Verstand zu wecken und wiederum einen Grundstein zu legen, auf dem das ganze Leben des Einzelnen fest beruhen soll". Am 15.09.1967 konnte die neue Schule eingeweiht werden. Entwurf und Bauleitung lagen in Händen von Gemeindebaumeister Heyartz. Der Haupteingang liegt ebenerdig mit dem eingeschossigen Verbindungstrakt zwischen der Zentralschule und dem Neubau. Dieses Zwischenstück dient zugleich als Pausenhalle und beinhaltet ferner die große Toilettenanlage sowie eine neue Hausmeisterwohnung. Der Haupttrakt, welcher in dreigeschossiger Bauweise ausgeführt wurde, enthält 11 Klassenräurne: 1 naturwissenschaftl. Abteilung, bestehend aus Übungsraum, Vorbereitungsraum und Sammlungsraum, 1 Lehrerzimmer, 2 Rektorenzimmer, 1 Eltemsprechzimmer, 1 Handfertigkeitsraum, 1 Werkraum, 1 große Kombiklasse, gleichzeitig als Gymnastikhalle, sowie 3 Nebenräume, Werkräume und Umkleideraum. Unter der Pausenhalle ist ein Strahlenschutzraum für 50 Personen ausgebaut. Innerhalb der Pausenhalle ist die Milchausgabe untergebracht. Auch der Eingang des Altbaues wurde verlegt, so dass für alle Schüler nur noch ein Zugang vom Schulweg aus über den Schulhof in die beiden Gebäude möglich ist. Dadurch mussten auch die Eingangshalle des Altbaues neu gestaltet werden. Mit dem neuen Schulhaus hat die Gemeinde auf dem Sektor Schule der Aufwärtsentwicklung Rechnung getragen. In seiner Ausführung wird es den zeitgemäßen Anforderungen vollauf gerecht. Nach der Schulreform von 1987 besuchen auch die Hauptschüler aus Altenkessel und Gersweiler die Klarenthaler Schule. Die evangelischen Einwohner von Klarenthal waren zum Teil nach Völklingen, zum anderen Teil nach Malstatt, Alt?Saarbrücken, dann nach Gersweiler eingepfarrt worden. Evangelische Krughütter gehörten zur Kirchengemeinde Gersweiler. Im Jahre 1931 wurde die evangelische Kirchengemeinde Klarenthal (mit Krughütte) gründet. Gottesdienst fand zunächst einem Schulsaal des 3. Schulhauses statt. Am 17.06.1931 wurde der Grundstein zum Bau einer evangelischen Kirche gelegt, Kirchweihe fand am 14,02.1932 statt. Ein Pfarrhaus wurde an die Kirche angebaut. Später erfolgte der Anbau eines Gemeindehauses (1972). Das neben der Kirche gelegene Baum` sche Haus wurde erworben und umgebaut. Auf dem Grundstück wurde 1963 ein Kindergarten errichtet. Vor dem Kindergarten wurde ein Verkehrsübungsplatz angelegt. Die Verkehrsschule wurde am 11.09.1968 eröffnet. Sie steht nicht nur den Kindern des evangelischen Kindergartens, sondern auch den Kindern des katholischen Kindergartens und der Volksschule zur Verfügung. Die Klarenhaler Katholiken errichteten im Jahre 1888 eine Kapelle. Zuvor waren die Klarenthaler Katholiken nach Völklingen eingepfarrt, Sie mussten zuvor den Gottesdienst in Völklingen und später in Fenne besuchen. Ab 01.07,1930 wurde die Kirchengemeinde selbständige Pfarrei. An der Stelle, wo die Kapelle errichtet worden war, wurde eine neue Kirche erbaut, sie wurde am 12.07.1927 eingeweiht. Die Katholiken von Krughütte waren zuletzt bis zur Errichtung der Klarenthaler Pfarrei nach Gersweiler eingepfarrt. Nach einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wurde das bei katholischen Kirche erbaute Pfarrheim mit angegliedertem Kindergarten am 13.12.1964 eingeweiht. Am 01 11.1966 wurde Pastor Weber nach einer 36?jährigen seelsorgerischen Tätigkeit in Klarenthal in den Ruhestand versetzt. Der Gemeinderat der Gemeinde Klarenthal beschloss am 20.10.1966 einstimmig, Pastor Weber zum Ehrenbürger der Gemeinde zu ernennen. Nachdem hinter der Zentralschule ein neuer Sportplatz errichtet worden war, wurde 1962 zwischen dem Sportplatz und dem Kelterhaus des Obst? und Gartenbauvereins ein Umkleidegebäude erbaut. Das Gebäude enthält einen großen Jugendraum, zwei Umkleideräume, zwei Wasch? und Duschräume, einen Schiedsrichter? und einen Geräteraum so ie Toilettenanlagen. Die Schultumhalle in der Zentralschule reichte zu einem gerechten Sportbetrieb nicht mehr aus. Auch den Kultur treibenden Vereinen stand ein geeigneter Saal für Veranstaltungen nicht zur Verfügung. Mit dem Bau einer Sporthalle im Jahre 1972 hat die Gemeinde wiederum ein bedeutendes Projekt verwirklicht und einen weiteren Schritt zur Verbesserung der Wohnqualität in Klarenthal getan. Die Halle steht den Vereinen zur Benutzung zur Verfügung. Die Gemeinde Klarenthal, welche seit 1815 zur Bürgermeisterei Gersweiler gehörte, wurde ab 01.01.1953 selbständige Gemeinde. Sie hat seitdem eine beispiellose Entwicklung durchgemacht. Das Bild und die Struktur der Gemeinde haben sich seitdem ganz erheblich verändert. Diese Entwicklung konnte nur erreicht werden durch eine fortschrittliche, den Gegebenheiten angepasste Konzeption der seit 1953 tätig gewesenen Bürgermeister, den aufgeschlossenen und ausschließlich die kommunalen Interessen vertretenden Genreinderäten, und einer Verwaltung, die die realisierbaren Pläne formte. Der private Wohnungsbau wurde forciert, Bebauungspläne wurden aufgestellt, und durch deren Verwirklichung moderne Wohnsiedlungen geschaffen. Gleichzeitig wurde eine vorausschauende Grundstückspolitik betrieben, die es ermöglichte, Industrie? und Gewerbebetriebe anzusiedeln. Zu den umfangreichen Ansiedlungsmaßnahmen wurden die notwendigen kommunalen Einrichtungen geschaffen: 1. Schule und
Sportanlagen, Die Beleuchtung wurde seit der Übernahme durch die VSE vollkommen umgestellt und laufend verbessert. Die 1966/67 auf einem 10 Hektar großen Gelände errichtete Saarland?Raffinerie hat inzwischen wieder ihren Betrieb eingestellt. Rund 25 Industrie? und Gewerbebetriebe wurden im Industriegebiet an der Fenner Straße und im Gewerbegebiet an der Kreisstraße angesiedelt. Dabei wurde das Ziel verfolgt, nicht um jeden Preis Betriebe anzusiedeln, sondern wohnortnahe Arbeitsplätze zu schaffen in lärm? und staubfreien Betrieben. Den Betrieben wurde zur Auflage gemacht, an der Vergrößerung der Grünflächen und der Ortsverschönerung mitzuwirken. Es wurden damals ca. 835 Arbeitsplätze geschaffen. Neben der Ansiedlung von Industrie? und Gewerbebetrieben hat Klarenthal seine Entwicklungsfähigkeit auf dem Wohnungsbausektor bewiesen. Hierzu boten sich die besten Voraussetzungen, nachdem das Gebiet durch regelmäßigen Autobusverkehr mit Saarbrücken und Völklingen verbunden ist. Auswärts beschäftigte Arbeitnehmer können dadurch in kurzer Zeit ihre Arbeitsstelle erreichen. Die Entwicklung der Gemeinde zeigt sich deutlich im Zuwachs der Bevölkerung. Der Bevölkerungsstand betrug am 01.01.1953 3814
Personen Die Gemeinde hat 1960 mit großzügigen Erschließungsmaßnahmen begonnen. Ausreichendes Gelände war vorhanden und konnte zu vernünftigen Bedingungen für den Wohnungsbau erschlossen werden. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden auch die unschönen Bergehalden bei den Dellbrückschächten an der Fenner Straße abgetragen und das Gelände bebaut. Am 01. 01.1953 wurden 625 Häuser gezählt. Bis 1962 wurden über 600 Privatbaumaßnahmen mit über 500 Wohnungen erstellt. Im Jahre 1971 waren 1300 Wohnungen vorhanden. Die Baumaßnahmen der Gemeinde konzentrierten sich in erster Linie auf Straßenbau, Kanalisation und Wasserversorgung. Im Zuge der umfangreichen Ansiedlungsmaßnahmen mussten die kommunalen Einrichtungen ? Wasserversorgung und Abwässerbeseitigung ? der Entwicklung angepasst werden. Die Hauptbaugebiete für den Wohnungsbau waren am Gehlenberg, am Mühlenfeld und am Heckenberg. Seit 1. Januar 1974 ist Klarenthal ein Stadtteil von Saarbrücken. Nach der Verabschiedung des Gesetzes zur Neugliederung der Gemeinden und Landkreise durch den Saarländischen Landtag (die so genannte Gebiets? und Verwaltungsreform) ging Klarenthal in der neuen Landeshauptstadt Saarbrücken auf. Dem Antrag der Gemeinde Klarenthal mit der Gemeinde Gersweiler eine Einheitsgemeinde zu bilden, wurde nichtentsprochen. Albrecht Rixecker |