Wie Stettlen zu seiner „Linde" kam
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Am
2. April 1875 ersuchte Samuel Ryf, Sohn des Bäckermeisters und Gemeindeschreibers,
die Direktion des Innern des Kantons Bern um ein Patent für eine „Pintenwirtschaft"
im noch fast neuen Haus seines Vaters im Dorf Stettlen. Es heisst heute Lindenweg
13. Der Verfasser des Gesuchs, ein Bemer Fürsprech, führte zum Nachweis des
Bedürfnisses unter anderem ins Feld: "Endlich soll noch angeführt werden,
dass bis jetzt in dem Dorfe Stettlen keine einzige Pintenwirtschaft existiert
und die Bevölkerung die Bewilligung einer solchen freudig begrüssen würde; in
der Tat wurde der Gesuchsteller schon vielfach von den Bewohnern der Gegend
angegangen, eine Pintenwirtschaft zu eröffnen."
Das tönte ganz nach
dem „Geschrei von schreienden Bedürfnissen und dem Seufzen nach einem schreienden
Bedürfnis", wie es Gotthelf dreissig Jahre zuvor im „Geltstag" sarkastisch
gegeisselt hatte. Am 5. Juni schrieb der Regierungsstatthalter zu dem Gesuch:
„Die Dorfschaft Stettlen hatte sich bis jetzt ohne Wirtschaft sehr wohl befunden
und ist deshalb gegen diese Neuerung. Gesetzliche Gründe auf Abweisung sind
aber keine vorhanden."
Zwei Tage später hatte Samuel Ryf sein Patent
in der Tasche.
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Am 5. Juni 1878 hatte Daniel Glatz, der Schneider,
seinerseits die Bewilligung zum Betrieb der „Wirtschaft zum Rebstock" erhalten.
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