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BERICHTE |
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22.04.06 FC Kommerz v SK Sturm Graz 3:2
Der Sommer naht, strahlender Sonnenschein, es sprießt
und keimt, saftiges frisches Grün dringt aus dem Wienerwald in die gerade
noch winterlich unwirtliche Stadt hinein. Die besten Voraussetzungen also
für einen ersten schwarz-weißen Partybus aus Wien, der gen Salzburg gehen
sollte. Naheliegender Abfahrtsort das in seiner smaragdgrün funkelnden und
türkisgrün strahlenden Macht - äh... Pracht dahindarbende Hütteldorf (naja,
jung, unbeschwert und naiv wie man ist...): über 15 junge Gesellen, drei
Mädls und ein alter Herr besteigen also voll Enthusiasmus aber z.T. ohne
Digicams, Rucksäcken und Geldbörsl den 5 Sterne Deluxe-Luxusliner, der uns
dann doch noch rechtzeitig in die Fuschlagglomeration Wals-Siezenheim
kutschierte. |
| 07.04.04
BKV Elöre SC v Dunaújvárosi FC 1:0
(nach 70 Min) MTK Hungaria Budapest v Ujpest FC 0:1 Da schaut man nur kurz einmal nach, was Ungarn so bieten könnte, und anderntags sitzt man in der Bahn gen magyarische Hauptstadt. Daß das überhaupt zustande kam hab ich diesem schönen Forum hier zu verdanken, wo mir prompt die Antwort auf meine überaus wichtige Frage gegeben wurde. Denn das Meisterschaftsspiel MTK v Ujpest würde um 18:00 angepfiffen werden, der Zug in die Heimat zurück geht um 20:25. Es sollte sich ausgehen. In Budapest angekommen gings gleich zur Spielstätte des benachbarten BKV Elöre SC um Fotos zu machen (bei MTK kam ich ohne Probleme rein). Doch der hartnäckige Ordner/Türsteher/Portier an der Einfahrt ließ sich nicht erweichen. Zum Schluß entlockte ich ihm wenigstens, daß "Vorwärts" (Elöre) um 16:30 Ankick hätte. Ärgerlich irgendwie, denn eine halbe Stunde früher wäre reibungslos mit dem Abendkick nebenan zu vereinbaren gewesen. Mit dem Wetter hatte ich Glück, kein einziger Tropfen Regenwasser nässte mir die Haut und am Abend blinzelten dann sogar Sonnenstrahlen durch die dicke, träge, graue Wolkenmasse. Na gut, kurz durch Budapest gelatscht und die Stadt angeschaut. Auf der bekannten Kettenbrücke über die Donau hörte ich im Vorbeigehen einen Engländer mit Blick auf das ungarische Parlamentsgebäude geringschätzig sagen: "...Westminster. But that`s only a copy." Tja. Danach Stadtrundgang beendet, McD abgehoppt und zum ersten Spiel des heutigen Nachmittages. Der BKV Elöre SC empfängt in der zweiten Liga (NB1 B) den Dunaújvárosi FC, das heißt 4. gegen 16. der Tabelle. Der Ground bietet eine eigentümliche alte Tribüne, mit zwei Rängen, die durch ein eigenartiges Treppensystem (zwei Aufgänge waren zugemauert) erklommen werden. Eine filigrane Stahlkonstruktion bildet das holzbedeckte Dach, gestützt auf vier Pfosten, die einem gehörig die Sicht verstellen. Ansonsten ist kein Ausbau (mehr) vorhanden. Auffallend ist, daß der Rasen hin zur Tribüne sozusagen verlängert oder verschoben wurde, sodaß die rundum laufende Aschenbahn hier unterbrochen ist. Auf die Holzbänke verirrten sich maximal 60 Zuschauer, die wie gewohnt in Ungarn ihre Sonnenblumenkernschalen zu Boden prasseln ließen. Die Schreie der Aktiven auf dem Rasen unten wurden nur manchmal von lauten Zwischenrufen eines Pensionisten übertönt. Ein wohl schon 40jähriger hing einen Banner "Viking 1995" am Zwischenstock auf. Ganz witzig. Nun zum Spiel: In der 20. Minute verhinderte der Gästegoalie mit einem Hands außerhalb des Strafraumes den Rückstand, wurde dafür aber vom Platrz gestellt. Später bekam das Heimteam noch einen zweifelhaften Elfer zugesprochen, aus dem das 1:0 resultierte. In der Pause genoß ich den Blick durch die rückwärtigen Fenster, wo sich der Ujpest-Block im Nachbarstadion zu füllen begann. Also mußte ich in der 70. Minute einen Stadionwechsel vornehmen. Auf dem kurzen Weg zur halbüberdachten Haupttribüne des Hidegkúti Nándor stadion von MTK Budapest wich ich dann vorsichtshalber doch den Skin-Haufen von Ujpest aus und setzte mich neben die vielleicht zwei Dutzend mehr oder weniger aktiven MTK-Supporter (drei mittelgroße Schwenkfahnen, sporadische Gesangversuche). Etwa 3000 Besucher (davon die Mehrheit natürlich Anhänger der Violetten) gaben sich das Spiel des 2. gegen den 5. der ungarischen Borsodi Liga (NB1). Enttäuscht war ich dann doch von den Ultras von Ujpest, die zwar anständig viel und durchgehend sangen, aber kein Intro zeigten. Lediglich in der zweiten Hälfte rauchte es ein bißchen violett. Zwei ganz nette Schalparaden boten sie dann dennoch. Die Fans hatten allen Grund zum Jubeln, denn nach ca einer halben Stunde ging Ujpest in Führung, als einer mit dem Knie oder der Lende die Flanke ins Tor beförderte. Das 0:1 war dann auch der verdiente Endstand eines flotten, abwechslungsreichen Spiels. Den Sieg feierten die Ujpest Fans noch fünf Minuten, ehe der Sektor geräumt wurde. Überraschenderweise und vor allem meinen knappen Zeitplan in die Enge treibend wurden die Tore der Haupttribüne mit den Heimfans/Pensionisten nach Spielende noch eine Viertelstunde geschlossen gehalten. Zwischenfälle sind weder mir aufgefallen, noch dürfte der über dem Stadion kreisende Polizeihubschrauber etwas erspäht haben. Ich erwischte meinen Zug gerade noch (2 Minuten!!): Und nun sitz ich im Abteil mit einem ungarischen Studenten und Komponist, der anhand der Fidelio-Noten (Beethoven) mit dem Bleistift in die Luft dirgiert. Und ich sehne mich nur mehr nach meinem Bette. |